Schnee – Ferne

Die Collage zeigt zwei Fotos von der Zugspitze. Auf dem oberen ist der teilweise weiße Berg zu sehen mit mehreren Masten für die Seilbahn. Das untere Bild zeigt eine Wanderausrüstung im Schnee liegen.zum Vergrößern anklicken
Collage zweier Fotos von Betty Beier und Ludwig Ries zur Kunstausstellung "Schnee - Ferne"
Quelle: Betty Beier; Ludwig Ries

Eine künstlerisch-wissenschaftliche Spurensicherung über den Schneeferner
Ausstellung 24. Mai – 29. Juni 2017 im Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau

Im Hochgebirge ist der Klimawandel sichtbar. Der Zugspitzgletscher, der sogenannte Nördliche Schneeferner, ist der größte und höchst gelegene Gletscher Deutschlands. Im 19. Jahrhundert hatte er noch eine Ausdehnung von 350 Hektar und bedeckte das gesamte Zugspitzplatt. Durch den fortschreitenden Rückgang des Eises spaltet sich der Gletscher in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Der nördliche verliert seither knapp einen Meter seiner Dicke.

Die Ausstellung „Schnee – Ferne“ will die markanten Veränderungen des Zugspitzgletschers stärker ins Bewusstsein bringen. Die Bildhauerin Betty Beier erkundete den Zugspitzgletscher und brachte aus ihrer Expedition neben Zeichnungen und Fotos auch Abdrücke vom Nördlichen Schneeferner mit. Diese ein Quadratmeter großen Eisschollen sind in einem zeitaufwändigen Verfahren dauerhaft in Acryl und Harz fixiert. Zeichnungen, Fotografien und Aufzeichnungen liefern Informationen zum jeweiligen Fundort und geben Einblick in den künstlerischen Arbeitsprozess. Der Geoökologe Ludwig Ries, der für das UBA im Schneefernerhaus für den Klimaschutz arbeitet, dokumentiert in seinen Landschaftsfotografien die einzigartige Schönheit des Zugspitzgletschers.

Die für das UBA konzipierte Ausstellung wurde im Vorfeld der deutschen Präsidentschaft der Alpenkonvention und in Kooperation mit dem Bundesumweltministerium und dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbrauchschutz im Herbst 2016 in München und anschließend in Berlin gezeigt. Nun wird sie in Dessau präsentiert.

Eröffnung der Ausstellung:
Mittwoch, 24. Mai, 17 Uhr 

Umweltbundesamt
Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau-Roßlau

Begrüßung:
Dr. Thomas Holzmann
Vizepräsident des Umweltbundesamtes

Alpenregion im Wandel
Richard Landgraf
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Umweltbundesamt

Kurzstatements:
Betty Beier und Ludwig Ries

Moderation:
Fotini Mavromati
Kunstbeauftragte, Umweltbundesamt

Schwindende Eisriesen
Der weltweite Rückzug der Gebirgsgletscher gehört zu den sichtbarsten Zeichen, dass sich das Klima der Erde markant verändert. Gebirgsgletscher gelten als Schlüsselindikatoren für Klimaänderungen – sind quasi eine Art globales Fieberthermometer. Gletscher sind lebenswichtige Naturräume und Kulturgut zugleich. Fünf Gletscher gibt es in den deutschen Alpen: den Nördlichen und den Südlichen Schneeferner, den Höllentalferner, den Watzmanngletscher und das Blaueis am Hochkalter. Doch wie lange noch?

Betty Beier, bildende Künstlerin und Bildhauerin, setzt verschwindenden Landschaften ein Zeichen der Erinnerung. Für ihre Studie „Das Erdschollen-Archiv“ begleitet sie seit Mitte der 90er Jahre landschaftsverändernde Prozesse – in China, Island, Alaska, Brasilien und zuletzt auf der Zugspitze. Bei ihrer Spurensuche in Zeiten des Umbruchs steht der Boden im Mittelpunkt.

Ludwig Ries, Geoökologe (Umweltnaturwissenschaften), leitet die Messstation, die das Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst auf der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus betreibt. Die Station liegt 2.650 Meter über dem Meeresspiegel und ist zur weltweiten Klimaüberwachung an das Messprogram Global Athmosphere Watch (GAW) der UN angeschlossen. Das GAW-Programm dient der Kontrolle schleichender Veränderungen im Klimasystem der Erde. Ries ist ein passionierter Fotograf. Seine Landschaftsfotografien zeigen, wie faszinierend Natur sein kann.

Öffnungszeiten:
Montag – Freitag: 9 bis 19 Uhr
Samstag – Sonntag: 9 bis 16 Uhr
Eintritt frei

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Schlagworte:
 Kunst und Umwelt