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Raumbezogene Umweltplanung

Aktuelle Informationen zum Integrierten Küstenzonenmanagement (IKZM)

Letzte Änderung: 10.08.2010

Start des Projektes „Konzeption und Umsetzung eines länderübergreifenden IKZM-Kooperationsprozesses” (BMU, H. Holzfuß; UBA, W. Hülsmann)

Auf der Grundlage des Beschlusses des bundesweiten Arbeitskreises vom Juni 2007, die Möglichkeiten zur Einrichtung einer IKZM-Koordinierungsstelle näher zu prüfen, haben das Bundesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) Anfang August 2008 ein zweijähriges Forschungsprojekt in Auftrag gegeben. Vorausgegangen waren sondierende Ressortgespräche auf Bundesebene. Mit der Durchführung des Projektes hat das Umweltbundesamt die Prognos AG beauftragt (Umweltforschungsplan des BMU). Ziel des Projektes war es, den Dialog- und Entscheidungsprozess zur Einrichtung einer IKZM-Koordinierungsstelle zwischen den beteiligen Behörden und Institutionen fachlich-wissenschaftlich vorzubereiten, zu moderieren, die Ergebnisse zielführend aufzubereiten und deren Umsetzung zu unterstützen.

Unter Berücksichtigung der relevanten Handlungsfelder des IKZM, der maßgeblichen Akteure und der zentralen Herausforderungen (Lösung von Nutzungskonkurrenzen wie z.B. zwischen Windenergie und Meeresumwelt, Anpassung der Hochwasservorsorge an die Folgen des Klimawandels, sparsamer und effizienter Umgang mit Flächen und Ressourcen an Land und auf See u. a.) wurden Vorschläge für Organisationsmodelle einer IKZM-Koordinierungsstelle erwartet. Zugleich waren die fachlichen, rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen zu klären. Die Anbindung an vorhandene Strukturen war dabei besonders zu untersuchen, dies auch im Hinblick auf die Ziele Bürokratieabbau, Transparenz, Vermeidung von Interessenkonflikten, Synergieeffekte, Wirtschaftlichkeit.

Ein erster Meilenstein des Projektes war es, einen Projektbeirat zu bilden und Anfang Dezember 2008 zu einer konstituierenden Sitzung einzuladen. Als Zwischenergebnis ist ein Umsetzungskonzept zur Einrichtung einer länderübergreifenden IKZM-Stelle vorgelegt worden. Ende 2009 wurde Prognos  damit beauftragt, unter dem Namen Küsten-Kontor erste Aufgaben einer IKZM-Stelle in einem Pilotprojekt zu übernehmen. Ziel ist es, die IKZM-Stelle dauerhaft zu etablieren.

Informationen über den aktuellen Stand des Projekts:

Beiträge zum Stand des Projektes finden sich auch unter

Initiatives for Managing Maritime and Coastal Areas in Germany

Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat am 18./19.11.2009 in Triest einen European Environment Information and Observation Network (EIONET)-Workshop zum Thema "Maritime and coastal information systems" durchgeführt. Ziel des Workshops war es, die EU-Küstenstaaten über ein neu geplantes National Refence Center (NRC) - Netzwerk "Maritime network" zu informieren (der endgültige Name steht noch nicht fest). Dieses NRC-Netzwerk soll sich vorrangig mit Nutzungen, Funktionen und Aktivitäten im Küsten- und Meeresraum (z.B. Windenergie, Tourismus, klimabedingter Küstenschutz) unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit beschäftigen.

Der Workshop bot die Gelegenheit zu einem ersten Informationsaustausch zwischen  EU-Institutionen, Projektinitiativen, Experten-Konsortien, wie z.B. dem European Topic Center for Land Use and Spatial Planning, und den EU-Küstenstaaten. Von deutscher Seite präsentierte das UBA in dieser Veranstaltung 3 ausgewählte Initiativen zur Bewirtschaftung und Planung der Meeres- und Küstengebiete in Deutschland:

  1. Integriertes Küstenzonenmanagement (IKZM) - Umsetzung der nationalen IKZM-Strategie (Best Practice-Projekte, eingerichtete Kontaktstelle "Küsten-Kontor" u.a.)).
  2. Raumordnungsplan für die deutsche Ausschließliche Wirtschaftzone (AWZ)
  3. Nationale Strategie für die nachhaltigen Nutzung und den Schutz des Meeres.

Die Vorträge der Mitgliedsstaaten und europäischen Institutionen machten deutlich, dass z. Z. die Ermittlung und Bewertung meeresbezogener Daten und Indikatoren einen Schwerpunkt bilden. Zunehmend wichtiger wird es aber sein, dass diese Aktivitäten mit konkreten Zielen und geeigneten Strategien, Instrumente und Maßnahmen zur Zielerreichung (unter Lösung vorhandener Nutzungskonflikte) verknüpft werden.

Der deutsche Beitrag „Initiatives for Managing Maritime and Coastal Areas in Germany“ (W. Hülsmann, UBA) ist online verfügbar.

IKZM und Flächensparen

Am 5. und 6. Oktober 2009 organisierte EUCC – Die Küsten Union Deutschland – in Rostock-Warnemünde eine Status-Konferenz zum Thema "Küstenmanagement und Klimawandel" (Einladungsflyer PDF / 587 KB). Als Mitveranstalter betreute das Umweltbundesamt (UBA) zusammen mit dem Leibniz- Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR Dresden) und dem Leibniz- Institut für Ostseeforschung Warnemünde am 06. Oktober 2009 den Workshop „IKZM & Fläche". Im Mittelpunkt stand das Projekt „IKZM: Sparsame und effiziente Flächeninanspruchnahme im deutschen Küstenraum“. Zu Beginn des Workshops informierte das UBA über den aktuellen Stand und die Perspektiven zur Umsetzung der nationalen IKZM-Strategie und der Ziele des Bundes zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme (PP-Präsentation W. Hülsmann, UBA PPT / 3,27 MB).

Integriertes Management und Flächenverbrauch an der Küste

In den Küstenregionen von Nord- und Ostsee hält der Trend an, immer neue, noch unbebaute Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke in Anspruch zu nehmen. Wegen der Standortvorteile an der Küste konkurrieren zahlreiche Nutzungsansprüche – wie Häfen, Windenergie, Rohstoffgewinnung, Tourismus und Wohnen – um die knappe Ressource „Fläche”. Verglichen mit den Wachstumsraten im gesamten Bundesgebiet wuchs in den vergangenen Jahren die Siedlungs- und Verkehrsfläche entlang der deutschen Küste überdurchschnittlich stark an.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat deshalb Ende 2007 das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden und das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) beauftragt, praxistaugliche Strategien, Instrumente und Maßnahmen für ein sparsames und effizientes Flächen-Management im deutschen Küstenraum zu entwickeln (Umweltforschungsplan des BMU). Das Projekt unterstützt damit das Ziel der Bundesregierung, den Flächenverbrauch in Deutschland von derzeit ca. 113 ha pro Tag (bezogen auf den Zeitraum 2003 – 2006) bis zum Jahr 2020 auf 30 ha pro Tag zu reduzieren.

Das Projekt soll den neuen Ansatz eines „Integrierten Küstenzonenmanagements” (IKZM) in der praktischen Anwendung erproben. Am Beispiel von fünf Küstengebieten wird untersucht, wie sich der demographische Wandel und die Flächeninanspruchnahme in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich entwickeln werden. Parallel dazu wird die Entwicklung der Küstenregionen bis 2030 hinsichtlich Verkehr, Umwelt, Wirtschaft, Tourismus und Energie in fünf Szenarien vorgezeichnet sowie eine Bestandsaufnahme und Bewertung der Umweltsituation in den vier Projektgebieten durchgeführt. Ein integriertes Management soll nun auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse, der Szenarien und der aufbereiteten, digitalen Umweltdaten erfolgen.

Auf Usedom (Mecklenburg-Vorpommern) wird die Entwicklung des Tourismus, im Raum Wangerland (Niedersachsen) der Kleiabbau (Schlickwattabbau) für die Deichertüchtigung, im Landkreis Dithmarschen (Schleswig-Holstein) das WEA-Repowering (Windenergie-Ersatz von älteren Windenergie-Anlagen der ersten Generation durch neue, leistungsstärkere Maschinen) und in der Hansestadt Hamburg die Flächeninanspruchnahme im Hafenbereich thematisiert. Sowohl die Handelnden vor Ort als auch die Akteure auf den überörtlichen Entscheidungs-Ebenen werden in die Diskussions- und Findungsprozesse einbezogen. Ziel ist es, praxisorientierte Handlungsempfehlungen für einen erfolgreichen IKZM-Prozess abzuleiten.

Ansprechpartner: Heike Holzfuß (BMU), Wulf Hülsmann (UBA), Dr. Gerold Janssen; Lars Stratmann (IÖR)

Weitere Informationen zu den Themen „Küstenzonenmanagement” und „Flächensparen” stehen auf den Internetseiten Raumbezogene Umweltplanungund Integriertes Küstenzonenmanagement (IKZM) in Deutschland sowie zum Projekt „IKZM: Sparsame und effiziente Flächeninanspruchnahme im deutschen Küstenraum” auf den Internetseiten des Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung zur Verfügung.

Wettbewerb „Lust op dat Meer“ – Modellvorhaben für eine vitale und zukunftsstarke Küstenzone am Beispiel der Nord- und Ostseeküste Schleswig-Holsteins

Ziel des Wettbewerbs „Lust op dat Meer“ ist es, anhand ausgewählter Modellprojekte die Potenziale und Chancen einer integrierten Küstenzonenentwicklung zu identifizieren, das IKZM in die Praxis vor Ort umzusetzen und die Bedeutung grenzüberschreitender Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Regionen herauszustreichen. Die Projekte sollen eine Vorbildfunktion für Küstenregionen in anderen deutschen Küstenländern übernehmen. Das Umweltbundesamt unterstützt den Wettbewerb des Landes Schleswig-Holstein aus Mitteln des Umweltforschungsplans des Bundesumweltministeriums. Die ausgewählten Modellprojekte an der Nord- und Ostseeküste Schleswig-Holsteins sind wichtige Bausteine bei der Umsetzung der nationalen IKZM - Strategie im Maßnahmenfeld „Best-Practice“. Der Wettbewerb dient zugleich als Beispiel für eine zielführende Zusammenarbeit zwischen der Bundes- und der Landesebene bei der nachhaltigen Entwicklung unserer Küstenräume.

Am 01.Juli 2010 fand in Kiel die Auftaktveranstaltung statt, zu der auch eine Wettbewerbsbroschüre erschienen ist. Sie enthält u.a. auch

Aktuelle Informationen zum Projekt „Lust op dat Meer“

Weitere Informationen

Aktuelle Informationen zum IKZM sind auch auf der Internetseite zur nationalen IKZM-Strategie verfügbar.

 

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