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Letzte Änderung: 11.05.2012
Der Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge, begrüßt, dass die EU-Kommission die Ressourcennutzung zukünftig nachhaltig gestalten will. Gleichzeitig mahnte er jedoch weitergehende Schritte an: „Der Zug fährt zurzeit noch fast mit Höchstgeschwindigkeit in die falsche Richtung: In die Richtung weiteres Wirtschaftswachstum mit immer höherer Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen. Es ist eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte die wirtschaftliche Entwicklung mit weniger Einsatz natürlicher Ressourcen zu verbinden, um den nachfolgenden Generationen einen intakten Planeten und Ressourcen für ihren Wohlstand zu hinterlassen.”
Die EU soll künftig sorgsamer mit den natürlichen Ressourcen umgehen.
Das ist das Ziel der „thematischen Strategie” zur nachhaltigen Ressourcennutzung, die die EU – Kommission am 21. Dezember 2005 vorgelegt hat. Darin stellt die EU-Kommission fest, dass es der Politik bisher nicht gelungen sei, die tief greifenden, nicht nachhaltigen Trends der Ressourcennutzung in Europa und weltweit umzukehren. Umweltpolitik müsse über die Kontrolle der Emissionen hinausgehen und eine Systemperspektive „von der Wiege bis zur Bahre” verfolgen. Es sei wichtig, die Umweltwirkungen auch jenseits der europäischen Grenzen zu bedenken, die mit unseren Wirtschaftsaktivitäten verbunden sind. Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, nationale Programme zur Förderung angemessener Ressourcennutzung aufzulegen. Die EU-Ressourcenstrategie hat einen langfristigen Horizont von 25 Jahren.
Troge kritisiert, dass die EU-Kommission bislang keinen Aktions- und Zeitplan vorgelegt und keine konkreten Zielvorschläge gemacht habe. Darüber hinaus betont er, dass zwar die Forderung der EU-Kommission nach neuen Instrumenten zur Messung des Fortschritts bei der Ressourcenschonung in den Mitgliedstaaten zu begrüßen sei, um bürokratischen Aufwand zu vermeiden, aber damit keinerlei neue Berichtspflichten einhergehen dürften.
Das angestrebte Ziel, die Ressourceneffizienz zu verbessern, sei ein Schritt in die richtige Richtung. Eine Erhöhung der Material- und Energieeffizienz würde nicht nur die Umwelt entlasten, sondern auch Innovationen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der EU fördern. Troge: „Die Steigerung der Ressourceneffizienz ist ein notwendiger jedoch kein hinreichender Schritt. Wir benötigen eine absolute Verminderung der Ressourceninanspruchnahme, um unseren Nachfahren natürliche Lebensgrundlagen zu erhalten! Dafür sind - neben technischen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung - auch Änderungen traditioneller Konsum- und Produktionsmuster notwendig.
Der Präsident des Umweltbundesamtes fasst seine Empfehlungen für die weitere Befassung mit dem Thema zusammen: „Wir werden darauf hinwirken, dass:
das Ziel eine absolute Reduktion der Ressourceninanspruchnahme ist.
Die EU ambitionierte, quantitative Ziele mindestens für die Reduktion der Rohstoff- und Flächeninanspruchnahme beschließt.
eine Ressourcenpolitik die weltweite Ressourceninanspruchnahme mit einbezieht.
Prioritäten gesetzt werden: Für die umweltrelevanten Bereiche (Bauen/Wohnen, Landwirtschaft/Ernährung, Information/Kommunikation, Mobilität) sollen Ziele und Instrumente mit den notwendigen Maßnahmen formuliert werden.
Strategien zum ressourcenschonenden Umgang mit problematischen Stoffen und Stoffgruppen entwickelt werden.
ökologisch kontraproduktive Subventionen abgebaut werden.
geeignete Indikatoren zur Erfolgskontrolle von Maßnahmen verwendet werden.