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PFC-haltige Feuerlöschmittel: Häufige Fragen

Letzte Änderung: 19.10.2012


Wie viel PFOS (Perfluoroktansulfonsäure) darf noch in Feuerlöschmitteln vorhanden sein?
PFOS darf weder als Stoff noch als Bestandteil von Zubereitungen in einer Konzentration von ≥ 10 mg/kg (0,001 Gew.-%) in Verkehr gebracht oder verwendet werden (Verordnung (EU) Nr. 757/2010 der Kommission PDF / 745 KB).
Sind alle PFC-haltigen Feuerlöschmittel verboten?
Dieses Verbot betrifft derzeit nur PFOS- haltige Feuerlöschmittel. Jedoch sollten PFC-haltige Feuerlöschmittel nur dann verwendet werden, wenn es notwendig ist (siehe Merkblatt). Bei Übungen sollten grundsätzlich keine PFC-haltigen Schäume verwendet werden. Für verschiedene Anwendungsgebiete können herkömmliche Protein- oder Mehrbereichschaummittel erfolgreich zur Brandbekämpfung eingesetzt werden, z. B.
  • bei Bränden der Brandklasse A, Papierlager, holzverarbeitende-und Textilindustrie;
  • bei Bränden von Altreifen, Heizöl, Hausmülldeponien, -sortier- oder -verbrennungsanlagen,
  • wenn Erfahrungen oder Nachweise über eine wirkungsvolle Brandbekämpfung mit diesen Schaummitteln vorliegen,
  • wenn stationäre Anlagen dafür ausgelegt sind oder das Brandschutzkonzept es vorsieht.
Welche fluorhaltigen Verbindungen sind in Schaumlöschmitteln enthalten?
PFOS wird seit mehreren Jahren nicht mehr in Löschmitteln verwendet, kann jedoch in älteren Schaummitteln in höheren Konzentrationen enthalten sein. Anstelle von PFOS werden in fluorhaltigen Schaumlöschmitteln andere PFC eingesetzt, die häufig auch als Fluortelomeralkohole bezeichnet werden.
Welche Schaumlöschmittel enthalten PFC?
Fluorhaltige und fluorfreie Löschmittel sind an ihrer Kennzeichnung zu unterscheiden:
Fluorhaltige Schaumlöschmittel*> Fluorfreie Schaumlöschmittel*
AFFF – wasserfilmbildende Schaummittel


AFFF (AR) -alkoholbeständig
P - Proteinschaummittel
P (AR) -alkoholbeständig

FP - Fluor-Proteinschaummittel
FP (AR) -alkoholbeständig

S - Synthetische oder Mehrbereichschaummittel
S (AR) -alkoholbeständig

FFFP – wasserfilmbildende Fluor-Proteinschaummittel

FFFP (AR) -alkoholbeständig

 

*siehe DIN EN 1568 Teil 1 - 4

Sind Schaumlöschmittel, die auf Fluortelomeralkoholen basieren ungefährlich für Mensch und Umwelt?
PFOS-freie Schaummittel, die Fluortelomeralkohole oder andere per- und polyfluorierte Chemikalien enthalten, werden in der Umwelt zu stabilen kaum abbaubaren PFC umgewandelt und sind daher genauso kritisch zu bewerten.
Was ist bei einem unvermeidlichen Einsatz von PFC-haltigen Löschmitteln zu beachten?
Es gilt zuerst abzuwägen, ob PFC-haltige Löschmittel zur erfolgreichen Brandbekämpfung notwendig sind. Für bestimmte Anwendungsgebiete können herkömmliche Protein- oder Mehrbereichschaummittel  erfolgreich eingesetzt werden. Hier muss die Aufklärung der Verantwortlichen noch gestärkt werden. Bei Übungen und Tests muss auf den Einsatz PFC-haltiger Löschmittel verzichtet werden. Kommt es jedoch zum unvermeidlichen Einsatz von PFC-haltigen Löschmitteln, ist auf die sachgerechte Entsorgung zu achten. In Werken und in stationären betrieblichen Anlagen sind geeignete Löschwasserrückhalteinrichtungen vorzusehen und anzuwenden. Im mobilen Einsatz sind die Löschwässer, soweit möglich, einzudämmen, aufzunehmen und zu entsorgen. In Zweifelsfällen sind die notwendigen Maßnahmen mit den zuständigen Umweltämtern abzustimmen.
Warum sind PFC so besorgniserregend für die Umwelt?
PFC bestehen aus Kohlenstoffketten verschiedener Länge, bei denen die Wasserstoffatome vollständig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt sind. Diese sehr stabile Bindung zwischen Kohlenstoff und Fluor lässt sich nur unter sehr hohem Energieaufwand lösen. Weder biotische Prozesse (Bakterien) noch abiotische Prozesse (Wasser, Luft, Licht) können zum Abbau der PFC beitragen. Somit verbleiben diese Chemikalien sehr lange in der Umwelt und werden über Flüsse und Meere sowie über die Luft global verteilt. Sogar in Organismen der Arktis wurden PFC gefunden (u.a. Eisbären, Robben, Fische). PFOS reichert sich zudem in Organismen an und ist giftig. Deshalb wurde es in die Liste der persistenten organischen Schadstoffe (POPs) der Stockholmer Konvention aufgenommen. 

Beim unkontrollierten Einsatz von PFC-haltigen Feuerlöschmitteln gelangen PFC ins Oberflächenwasser oder durch Versickerung im Boden ins Grundwasser. Ebenfalls ins Grundwasser können PFC über Uferfiltration (über Gewässersohle und Gewässerufer) aus belasteten Gewässern gelangen. Durch die Verlagerung  von PFC aus dem Boden in Pflanzen bzw. über aquatische Organismen gelangen PFC dann in die Nahrungskette des Menschen. Langzeitwirkungen von PFOS-Ersatzstoffen in der Umwelt liegen noch nicht vor.

Sind PFC gefährlich für den Menschen?
Im Menschen binden PFC wie z. B. PFOS an Proteine in Blut, Leber und Niere. Besonders kritisch zu bewerten sind die Weitergabe der PFC von der Mutter zum Kind während der Schwangerschaft und Stillzeit und die langsame Ausscheidung mittellanger bis langkettiger PFC aus dem menschlichen Körper.

In Tierversuchen erwiesen sich die bekanntesten PFC-Vertreter (Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) und Perfluoroktansäure (PFOA)) nach kurzzeitiger Belastung über die Nahrung, die Luft und die Haut als mäßig toxisch. In Langzeitstudien mit Ratten und Mäusen förderten beide Verbindungen die Entstehung von Leberkrebs und anderen Tumoren. Des Weiteren besteht der Verdacht, dass einige PFC die Fruchtbarkeit von Frauen und die männliche Spermatogenese negativ beeinflussen können. Langzeitwirkungen von PFOS-Ersatzstoffen hinsichtlich der menschlichen Gesundheit liegen noch nicht vor.

 

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