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Umweltfreundliche Beschaffung

Technische Gebäudeausrüstung

Letzte Änderung: 17.03.2009

Sonnenschutzvorrichtungen

Einführung

Dieser Sommer hatte viele heiße Tage und wir konnten alle spüren, wie hohe Temperaturen im Büro uns, vor allem unserer Konzentration und unserem Leistungsvermögen, zu schaffen gemacht haben. Der Sommer 2003 war einer der heißesten in den letzten hundert Jahren. Mit Temperaturen auch über 30 °C in den Büroräumen auszukommen, ließ sich nicht vermeiden – wenn das Gebäude nicht mit einer Klima- oder Kühlanlage ausgestattet war.
Klima- und Kühlanlagen sind kostspielig und müssen technisch aufwändig gereinigt und gewartet werden, um unangenehme Nebeneffekte, wie Schimmelkeime in der Luft, und unspezifischen Beschwerden, wie Kopfschmerzen und Konzentrationsman-gel bei den Mitarbeitern, zu vermeiden. Außerdem kostet Kühlen Energie.
Daher bleibt es nicht ausgeschlossen, dass uns nichts anderes übrig bleibt, als an den ganz heißen Tagen des nächsten Sommers wieder zu schwitzen.

Jedoch ist an den meisten Tagen im Jahr dafür zu sorgen, dass im Büro angenehme Temperaturen herrschen. Dabei spielen neben der richtigen Bauweise des Gebäudes mit wärmedämmenden Materialien und nicht zu großen Glasflächen die richtigen Sonnenschutzvorrichtungen eine wichtige Rolle. Ihre richtige Auswahl und Bedienung tragen zu angenehmen Klima- und auch Sehbedingungen im Büro bei.

Fast jeder Büroarbeitsplatz ist heute auch ein Bildschirmarbeitsplatz. Langes Arbeiten am Bildschirm ist für unseren Körper und unsere Psyche eine Herausforderung, die nur mit ergonomischen Arbeitsbedingungen zu meistern ist. Die Vermeidung von Blendung, die uns nicht nur unbewusst stört, sondern auch zu Kopfschmerzen, Flimmern vor den Augen und ähnlichen Beschwerden führt, ist ein Bestandteil der Ergonomie.
Sonnenschutzvorrichtungen bewirken, dass Blendung durch Sonne und zu viel Tageslicht vermieden wird. Ihre richtige Auswahl ist auch für die Blendschutzwirkung wichtig.

Sie erhalten im Folgenden einen Überblick zur Wirkung der Sonne, über ergonomische Anforderungen in Büros hinsichtlich Raumtemperaturen und Helligkeit und wie Sonnenschutzvorrichtungen dazu beitragen können.
Ausführliche Informationen zu Sonnenschutzvorrichtungen können sie der Informationsschrift BGI 827 „Sonnenschutz im Büro“ der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft entnehmen. Sie enthält auch Formblätter zur Ermittlung von Kennwerten für die Sonnenschutzvorrichtungen.
Sie können diese Informationsschrift über www.vbg.de/publikation unter dem Thema „Bildschirm- und Büroarbeitsplätze“ als PDF-Datei herunterladen oder bestellen über
C.L. Rautenberg-Druck
Königstraße 41
25348 Glückstadt

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Umweltbezogene Produkteigenschaften

Grundlegendes

Die Sonnenstrahlung und das Tageslicht spiegeln durch ihre sich ändernde Intensität, Einfallsrichtung, Lichtfarbe und Schattigkeit die Tageszeit, Jahreszeit, das Wetter und den Ort wider. Das Tageslicht stellt daher für den Menschen ein wichtiges Bindeglied zu seiner Umwelt dar.
Der Mensch hat sich im Laufe der Evolution an den Tageslichtverlauf angepasst. Je nach Intensität des Tageslichtes werden beim Menschen physiologische Prozesse aktiviert oder gedämpft. Dadurch wird maßgeblich der biologische Rhythmus gesteuert und die Psyche des Menschen beeinflusst.
Ein ausreichender Tageslichteinfall im Zusammenhang mit einer möglichst ungehinderten Sichtverbindung nach außen, durch die die äußere Umgebung unverzerrt und unverfälscht wahrgenommen werden kann, wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden und somit auf die Motivation und Produktivität bei der Arbeit aus.
Sonnenschutzvorrichtungen sollen daher nicht unnötig oder in ungeeigneter Weise den Tageslichteinfall einschränken oder verhindern.
Physikalisch betrachtet umfasst die Sonnenstrahlung ein breites Spektrum elektro-magnetischer Wellen von der kurzwelligen kosmischen Strahlung über die optische Strahlung bis zu den langwelligen Radiowellen. Durch die Sonne erhalten wir auf der Erde das zum Leben notwendige Licht und die Wärme.
Die UV-Strahlung wird zum einen Teil von der Erdatmosphäre und der verbleibende Teil fast vollständig vom Fensterglas zurückgehalten. Sie spielt deshalb für die Be-trachtung von Sonnenschutzvorrichtungen kaum eine Rolle. Wichtig sind die Wärme- und die Lichtstrahlung.

Wärme

Mit der Infrarotstrahlung gelangt direkt Wärmestrahlung auf die Erde. Aber auch in anderen Spektralbereichen trägt die Strahlung der Sonne zur Erwärmung bei. Dabei wird die Strahlung von der Atmosphäre, der Erde und von Körpern aufgenommen und in Wärme umgewandelt.
Aufgrund des niedrigeren Einfallswinkels der Sonne und der geringen Besonnungsdauer ist es im Winter kälter als im Sommer.
Räume erwärmen sich besonders dann, wenn die Sonne ungehindert durch die Fenster einstrahlt. Bei starker direkter Sonneneinstrahlung führt der Energieeintrag durch das Fenster zu dem sogenannten Treibhauseffekt. Hierbei trifft die Strahlung der Sonne auf Gegenstände und heizt diese auf. Diese Gegenstände geben einer-seits direkt Wärme an die Raumluft ab, andererseits geben sie Infrarotstrahlung ab, die für das Fenster undurchdringlich ist. Somit verbleibt fast die gesamte eingebrachte Sonnenenergie im Raum.
Der Anteil der Fensterfläche ist für die Erwärmung des Raumes von Bedeutung. Je größer die Fensterfläche, um so höher ist der Wärmeenergieeintrag durch die Sonnenstrahlung. Andererseits sind genügend Licht und eine gute Sichtverbindung nach außen wichtig für das Wohlbefinden der Menschen in den Räumen. Daher sollten die in der Arbeitsstättenverordnung und –Richtlinie sowie in Normen vorgeschriebene Mindestgrößen für die Fensterflächen nicht unterschritten werden.
Über die Art der Verglasung wird weiterhin der Eintrag von Wärme in Räume beeinflusst. Am weitesten verbreitet sind herkömmliche 2-Scheiben-Isolierverglasungen. Eine Sonnenschutzverglasung soll noch möglichst viel Licht aber weniger Wärme-strahlung in den Raum lassen. Mit einer Wärmeschutzverglasung soll bewirkt werden, dass möglichst wenig Wärme in den kalten Jahreszeiten von innen nach außen abgegeben wird.
Weiterhin wirkt sich die Gebäudebauart aus. Bei leichter Bauart mit z. B. Holzständerkonstruktion, leichten Trennwänden oder untergehängten Decken gelangt ein höherer
Anteil an Wärmeenergie in das Gebäude. Kann das Gebäude im Sommer nachts gelüftet werden, wird Wärmeenergie abgeführt.
Wie warm es in den Büroräumen wird, hängt auch davon ab, welche Temperaturen im Mittel im Sommer in der Region auftreten, in der sich das Gebäude befindet. Man unterscheidet „sommerheiße“ Gebiete (z. B. die Rhein-Main-Region), „durchschnittli-che“ Gebiete und „sommerkühle“ Gebiete (z. B. an der Nordsee oder im Gebirge).
Bei der Auswahl der Sonnenschutzvorrichtungen müssen daher der geografische Standort, die Bauart, die Nachtlüftung sowie die Größen und Verglasungen der Fenster des Bürogebäudes berücksichtigt werden.

Licht

Licht ist der Bereich der elektromagnetischen Strahlung, den der Mensch sieht. Aus dem Physikunterricht ist sicherlich noch bekannt, dass das „gemischte“ Licht einfar-big ist. Fällt es z. B. durch ein Prisma oder durch Wassertröpfchen, wird es zerlegt und das farbige Spektrum mit den verschieden Farben des Lichts wird sichtbar. Die Far-ben reichen von Violett (der Bereich, der sich an der ultravioletten (UV-) Strahlung anschließt) über Indigo, Blau, Grün, Gelb, Orange und bis zu Rot (hier schließt sich der Infrarot-(IR-)Bereich an.
Die Sonne selbst ist extrem hell und auch das Tageslicht erzeugt hohe Beleuchtungs-stärken. Sonnenschutzvorrichtungen sollen dafür sorgen, dass das Sonnenlicht nicht stört.

Ergonomie und Blendung
Grundlegendes

Eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung trägt dazu bei, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter und damit ihre Leistungsfähigkeit nicht beeinträch-tigt werden.
Die Vermeidung von zu hohen Raumtemperaturen und störender Blendung sowie eine Sichtverbindung nach außen sind an Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen wichtige Kriterien einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung. Sonnenschutzvorrichtungen können dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Temperaturen

Am behaglichsten fühlen sich die meisten Mitarbeiter im Büro bei Raumtemperaturen zwischen 20 °C und 22 °C. Bei höheren Außentemperaturen sind auch 26 °C noch angenehm. Die genaue „Wohlfühltemperatur“ ist von der Luftfeuchtigkeit und der Luftgeschwindigkeit abhängig. Aber auch individuelle Faktoren der Mitarbeiter, wie Bekleidung, Geschlecht und Tagesform, spielen eine Rolle. Höhere Temperaturen führen dazu, dass das Wohlbefinden der Mitarbeiter gestört wird, ihre Konzentration und Leistungsfähigkeit nachlassen.Der Wärmeeintrag durch die Sonnenstrahlung sollte daher durch bautechnische Maßnahmen am Gebäude, z. B. durch die Auswahl entsprechender Baumaterialien, Isoliermaßnahmen sowie Fenster und letztendlich durch geeignete Sonnenschutzvorrichtungen begrenzt werden.

Sichtverbindung nach außen

Nach der Arbeitsstättenverordnung muss den Mitarbeitern eine Sicht nach außen möglich sein. Jedoch kann diese Sichtverbindung auch vorübergehend eingeschränkt werden oder nicht mehr bestehen, z. B. wenn das Tageslicht blendet. Die Bildschirmarbeitsverordnung fordert einen verstellbaren Sonnenschutz. Durch die Ver-stellbarkeit kann eine Sichtverbindung nach außen zumindest für die meiste Zeit der Nutzung aufrechterhalten werden.
Je nach den Verstellmöglichkeiten der Sonnenschutzvorrichtung kann man auf unterschiedliche Sonnenstände sowie Bewölkungs- und Wetterverhältnisse reagieren.

Blendung

Am Bildschirm- und Büroarbeitsplatz kann es besonders dann zu Blendungen kommen, wenn die Sonne tief steht und in den Raum scheint. Wenn die Sonne sich im Sichtbereich der Mitarbeiter befindet, führt sie zur Blendung, bei der das Sehvermögen stark eingeschränkt wird (physische Blendung). Wie weit die Sonne in den Raum scheint, hängt davon ab, wie die Sonne zur Fassade des Gebäudes steht. Dies ist je nach Tages- und Jahreszeit sowie nach der Ausrichtung der Fassade zur Himmelsrichtung unterschiedlich.
Durch das Sonnenlicht können außerdem hohe Beleuchtungsstärken entstehen, die die Sichtbarkeit der Bildschirmanzeige mindern. Überdies können Flächen im Raum angestrahlt werden und dort hohe Helligkeiten auftreten.
Ebenso ist die Helligkeit des Himmels von Bedeutung. Sie ist vom jeweiligen Bewölkungsgrad abhängig. Besonders hohe Helligkeiten treten zum einen in Richtung der Sonne auf, wenn der Himmel relativ gleichmäßig mit einer nur dünnen Wolkenschicht bedeckt ist (wolkenfrei, aber leicht dunstig). Zum anderen können bei klarem Himmel einzelne Wolken von der Sonne angestrahlt werden und dadurch hohe Helligkeiten entstehen.
Wenn sich solch hohe Helligkeiten im Sichtbereich der Mitarbeiter befinden oder sich im Bildschirm spiegeln, stören sie, auch wenn man sie nicht unmittelbar wahr nimmt (psychologische Blendung). Visuelle Fehlbeanspruchungen mit Auswirkungen, wie Kopfschmerzen, Flimmern vor den Augen und ähnlichen Beschwerden, können die Folge sein.

Aufstellung des Bildschirmarbeitsplatzes

Für die Vermeidung von hoher Wärmestrahlung direkt auf den Mitarbeiter und eine gute Erkennbarkeit der Bildschirmanzeige sollte der Bildschirmarbeitsplatz nicht unmittelbar am Fenster aufgestellt werden.
Die Gefahr von störender Blendung ist geringer, wenn die Blickrichtung der Mitarbeiter bei der Bildschirmarbeit parallel zur Fensterfront verläuft. Steht der Bildschirm in Richtung Fenster kommt es unweigerlich zu hohen Helligkeitsunterschieden zwischen Bildschirmanzeige und dem hellen Fenster und damit zu Direktblendung. Befindet sich das Fenster hinter den Mitarbeitern, spiegelt sich das Tageslicht auf der Bildschirmanzeige oder beeinträchtigt durch zu hohe Helligkeit die Lesbarkeit.
Ist es nicht möglich, die Arbeitsplätze entsprechend aufzustellen (z. B. bei Fensterfron-ten, die über Eck verlaufen), müssen Sonnenschutzvorrichtungen ausgewählt werden, die nur wenig Licht durchlassen und einen mittleren oder dunklen Farbton haben.

Übersicht über Sonnenschutzvorrichtungen

Sonnenschutzvorrichtungen werden hinsichtlich ihrer Anbringung in

unterschieden. Diese gibt es jeweils in verschiedenen Bauarten.

Außen liegende Sonnenschutzvorrichtungen

Die gebräuchlichsten außen liegenden Sonnenschutzvorrichtungen sind Außenjalousien und Markisen.

Außenjalousien bestehen aus waagerecht (horizontal) angeordneten Aluminiumlamellen, die über eine Kopfleiste gelenkt werden. Die einzelnen Lamellen weisen eine Wölbung auf, wodurch sie steifer sind. Damit das System nicht zu windanfällig ist, müssen die Lamellen seitlich entweder in einer Schiene oder mit einem Draht geführt werden.
Eine Bauform der Außenjalousie ist der Raffstore. Der Hauptunterschied liegt in den gebördelten Lamellen („umgeschlagene“ Kanten). Durch die Bördelung wird eine höhere Steifigkeit erreicht und sie sind windunanfälliger.
Die Lamellen der Außenjalousien lassen sich um ihre Längsachse drehen und so mit dem Sonnenstand mitführen. Sie können dabei einen Spalt geöffnet bleiben, so dass eine Sichtverbindung nach außen bestehen bleibt. Dadurch wird auch verhindert, dass der Raum verdunkelt wird und künstliches Licht zugeschaltet werden muss.
Außenjalousien werden auch in speziellen Bauarten angeboten, bei der das Tageslicht für die Raumaufhellung bei gleichzeitiger Blendungsbegrenzung genutzt wird. Sie sind in zwei Bereiche unterteilt. Der untere Teil wird geschlossen, wenn das einfallende Licht blendet. Gleichzeitig können die Lamellen im oberen Teil geöffnet werden, so dass noch Tageslicht in den Raum gelangt.
Die Außenjalousien werden über eine Kurbel oder einen Motor bedient. Werden sie motorisch angetrieben, können sie von einer zentralen Stelle aus hoch oder herunter gefahren werden, z. B. um sie vor Beschädigung bei starkem Wind zu schützen.

Markisen werden als Fassadenmarkise, Markisolette oder Senkrechtmarkise angeboten.
Markisen bestehen aus einem wasserabweisenden Stoff, der von einer Walze abgerollt wird. Die Stoffe sind in der Regel blickdicht und gewähren im geschlossenen Zustand keinen Ausblick. Vereinzelt werden auch Screen-Stoffe eingesetzt, welche kleine Löcher im Stoff haben, wodurch auch im geschlossenen Zustand ein Durchblick, aber auch eine Blendung bei direkter Sonneneinstrahlung möglich ist.
Die Verstellbarkeit der Markisen reduziert sich auf das teilweise und vollständige Auf- und Zufahren. Auf unterschiedlich einfallende Sonne kann man daher nur im geringen Maße reagieren.
Auch die Markisen können über eine Kurbel oder einen Motor bedient werden. We-gen ihrer Windanfälligkeit sollten sie jedoch angeregt über einen Windsensor motorisch hochgefahren werden.
Markisen werden oft dann eingesetzt, wenn über ihr Stoffdekor auch eine Gestaltung der Außenfassade erzielt werden soll.

Zwischen den Fensterscheiben liegende Sonnenschutzvorrichtungen
Sonnenschutzvorrichtungen können auch zwischen den Fensterscheiben angebracht sein. Diese Sonnenschutzvorrichtungen müssen möglichst schon bei der Auswahl der Fenster berücksichtigt werden, da sie vom Fensterhersteller eingebaut werden.
Als zwischenliegende Sonnenschutzvorrichtungen werden die meisten Bauarten der innen liegenden Sonnenschutzvorrichtungen angeboten. Die einzelnen Bauarten werden im anschließenden Abschnitt beschrieben.

Innen liegende Sonnenschutzvorrichtungen
Die gängigsten innen liegenden Sonnenschutzvorrichtungen sind die Vertikaljalousie, Innenjalousie, Rollo und Faltstore. Vertikaljalousien, Rollos und Faltstore bestehen in der Regel aus Stoffen oder Folien.
Als Folien werden metallbeschichtete Folien insbesondere für Rollos, aber auch Vertikaljalousien, eingesetzt. Diese Folien haben den Vorteil, dass sie, auch wenn sie das Fenster vollständig bedecken, eine Sichtverbindung nach außen möglich ist. Dem gegenüber steht jedoch ein gravierender Nachteil. Die hohe Helligkeit der tiefstehenden Sonne kann durch Metallfolien ggf. nicht ausreichend begrenzt werden.
Vertikaljalousien bestehen aus einer Schiene, an der die ca. 12 cm breiten Stofflamellen (ggf. auch Metallfolienlamellen) senkrecht (vertikal) herunterhängen. Die Lamellen lassen sich zentral von einer Seite aus um die Längsachse drehen sowie auch komplett auf- und zufahren.
Die Bedienung erfolgt meist manuell von einer Seite aus mit einer Zugschnur. Die Lamellen werden über eine Kugelkette gedreht. Alternativ wird ein elektrischer Antrieb angeboten, welcher fernbedient werden kann
Die Innenjalousien sind ähnlich wie die Außenjalousien aus waagerecht (horizontal) angeordneten meist schmaleren Lamellen aufgebaut. Sie werden mit z. B. Alumini-um- oder Plastiklamellen in einer großen Farbauswahl angeboten. Die Innenjalousien können über eine Kurbel, eine Endlosschnur, -kette oder einen Elektromotor bedient werden.

Bei den Rollos wird ähnlich wie bei der Markise ein Stoff bzw. eine Metallfolie von einer Rolle abgewickelt, in der sich eine Feder befindet. In der Regel zieht man den Behang von oben herunter. Es gibt auch Bauarten, bei dem das Rollo von unten aufgezogen wird. Dadurch kann im oberen Bereich des Fensters noch das Tageslicht einfallen und den Raum beleuchten, während im unteren Bereich für Blendschutz gesorgt wird. Das Rollo wird mit einer Schnur oder einem Griff oder über eine Endloskette auf- und zugezogen.
Faltstores bestehen aus plissiertem Stoff, der zwischen zwei kleinen Schienen aufgespannt wird. Die Bedienung erfolgt entweder über eine Zugschnur oder bei vorge-spannten Faltstores durch das Bewegen der unteren bzw. oberen Schiene. Es gibt viele Sonderbauformen, wodurch sich auch Fenster in Sonderbauformen beschatten lassen (Kreis, Halbkreis, Dreieck etc.)

Quelle: Sylke Neumann, Verwaltungsberufsgenossenschaft, sylke.neumann@vbg.de

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Ausschreibungsempfehlungen

Vermeidung von Aufheizung

Im Allgemeinen gilt, dass außen liegende Sonnenschutzvorrichtungen den besten Wärmeschutz bieten, da sie die Wärmestrahlung bereits abschirmen, bevor sie durch die Fenster in den Raum gelangen und von dort aus nur zu einem kleineren Teil wieder durch die Glasscheiben der Fenster nach außen zurückgestrahlt werden können. Gegenüber innen liegenden Sonnenschutzvorrichtungen schützen zwischen den Fensterscheiben liegende Sonnenschutzvorrichtungen in der Regel besser vor der Aufheizung der Räume. Der Kennwert für den Wärmeschutz ist der Gesamtenergiedurchlassgrad (gtot), der für die Sonnenschutzvorrichtungen zusammen mit verschiedenen Fenster- und Verglasungsarten ermittelt wird. Je niedriger er ist, umso weniger Wärmeenergie gelangt in den Raum. Durch die Sonnenschutzvorrichtungen wird dieser Wert insbesondere durch die verwendeten Materialien (z. B. der Materialdicke der Aluminiumlamellen, Reflektionseigenschaften), die Vollständigkeit, mit der das Fenster abgedeckt wird und wie gut die Lamellen schließen, beeinflusst. Die Notwendigkeit, durch Sonnenschutzvorrichtungen einen Wärmeschutz zu bewir-ken, hängt von verschiedenen Kriterien ab. Durch die Sonnenschutzvorrichtungen sollte umso mehr Wärme abgehalten werden

Die Informationsschrift BGI 827 „Sonnenschutz im Büro“ enthält Formblätter, mit deren Hilfe Sie überschlägig den notwendigen Gesamtenergiedurchlassgrad ermitteln und auch über Anhaltswerte die Einbaulage für die Sonnenschutzvorrichtungen bestimmen können. Sie können sich zum Gesamtenergiedurchlassgrad und damit Wärmeschutz, den die jeweilige Sonnenschutzvorrichtung bietet, vom Händler oder auch Hersteller beraten lassen.

Sicherstellung der Sichtverbindung nach außen

Insbesondere Jalousien bieten durch die Verstellbarkeit der Lamellen eine gute Mög-lichkeit, die Sichtverbindung nach außen aufrecht zu halten. Die Lamellen können mit der Sonneneinfallsrichtung mitgeführt werden. Dabei kann man mit vertikal angeordnete Lamellen (innen liegende Vertikaljalousien) besser auf seitlichen Lichteinfall, der häufiger in nach Osten oder Westen ausgerichteten Räumen auftritt, und mit horizontal angeordneten Lamellen (Außenjalousien, Innenjalousien) besser auf den Lichteinfall der hochstehenden Sonne, die häufiger in nach Süden ausgerichteten Räumen auftritt, reagieren, um Blendung zu vermeiden. Durch Metallfolien kann auch bei geschlossenen Sonnenschutzvorrichtungen die Außenwelt wahrgenommen werden. Jedoch wirkt sie von der Farbgebung her verfälscht (Gewitterstimmung). Wie schon erwähnt, schirmen Metallfolien in der Regel die tiefstehende Sonne nicht ausreichend ab, um Blendung vollständig zu vermeiden. Dort, wo dies keine Rolle spielt, z. B. in nach Norden ausgerichteten Räumen oder für Gebäude mit naher Nachbarbebauung, können sie geeignet sein.

Vermeidung von Blendung

Um hohe Helligkeit auf den Sonnenschutzvorrichtungen selbst und im Raum zu vermeiden müssen ihre Materialien entweder lichtundurchlässig sein (z. B. Aluminiumlamellen) oder das Licht nur im geringen Maße hindurchscheinen lassen und möglichst noch streuen (z. B. Stoffe). Ein Kennwert für die Lichtdurchlässigkeit von Geweben und Folien ist der Lichttransmissionsgrad. Er gibt an, welcher prozentuale Anteil des Lichtes noch durch das Ma-terial der Sonnenschutzvorrichtungen fällt. Dabei wird unterschieden, ob dieser Lichtanteil gerichtet oder gestreut ist. Überall dort, wo die tiefstehende Sonne im Sichtbereich bei der Arbeit auftauchen kann – im Osten, wo die Sonne aufgeht, im Westen wo die Sonne untergeht und im gesamten Südbereich, wo im Winter die Sonne flach über dem Horizont steht – muss das direkte Sonnenlicht ausgeschlossen werden. Das Material der Sonnenschutzvorrichtungen sollte einen gerichteten Transmissionsgrad von Null aufweisen. Günstig ist es, wenn noch ein wenig Licht gestreut durch das Material fällt und zur Raumbeleuchtung beiträgt. Jedoch dürfen dabei die Sonnenschutzvorrichtungen selbst nicht so stark hinterleuchtet werden, dass sie sehr hell erscheinen und selbst blenden. Die BGI 827 „Sonnenschutz im Büro“ bietet zur Ermittlung der Lichttransmissionsgrade Formblätter an.

Beleuchtung

Sinnvoll ist es, wenn durch die Sonnenschutzvorrichtung das Tageslicht noch in den Raum fällt, ohne zu blenden. Das Tageslicht trägt zum Wohlbefinden bei der Arbeit bei und die künstliche Beleuchtung muss nicht eingeschaltet werden bzw. nur fehlendes Tageslicht ergänzen. Letzteres trägt zur Energieeinsparung bei. Die Lamellen von Sonnenschutzvorrichtungen sollten daher mit der Sonneneinstrahlrichtung mitgeführt werden, Rollos und Faltstores sollten nur soweit wie nötig geschlossen werden. Auf dem Markt werden auch Jalousien angeboten, die trotzdem sie vor Wärme und Blendung schützen, noch Tageslicht in den Raum lenken. Die Sonnenschutzvorrichtungen sollen die Lichtfarbe des Tageslichtes so gering wie möglich verändern. Auch die Wiedergabe von Farben in den Räumen soll nicht verfälscht wirken. Eine gute Bedienbarkeit der Sonnenschutzvorrichtungen ist wichtig, damit sie richtig genutzt werden. Ihre Bedienteile sollten gut zugänglich sein, z. B. über einen Gang, der vor den Fenstern verläuft, und eine Breite von 0,50 m aufweist. In Einzelbüros ist es vorteilhaft, wenn die Sonnenschutzvorrichtungen an mehreren Fenstern zusammenbedient werden können. In Büros mit mehreren Mitarbeitern ist es zweckmäßig, dass die Bedienung der Vorrichtungen für den Blendschutz an den einzelnen Fenstern getrennt vorgesehen ist, damit die Mitarbeiter die Anlagen individuell auf ihre Bedürfnisse einstellen können. Werden Sonnenschutzvorrichtungen zentral über Lichtsensoren gesteuert, muss es den Mitarbeitern möglich sein, die Sonnenschutzvorrichtungen auch selbst noch verstellen zu können. Um hohe Wärmeeinstrahlung an heißen Tagen im Sommer zu verhindern, sollten die Sonnenschutzvorrichtungen schon morgens heruntergefahren werden. Hierbei ist es von Vorteil, wenn die Sonnenschutzvorrichtungen von einer zentralen Stelle aus motorisch bedient werden können. Sie sollten möglichst den ganzen Tag weit geschlossen bleiben, auch wenn die Sonne noch nicht direkt in das Büro scheint. Die Fenster sollten nur solange geöffnet werden, wie die Temperatur im Freien noch niedriger ist als im Raum. Wenn ein Lüften bei hoher Außentemperatur erforderlich ist, sollte kurz aber intensiv gelüftet werden. Um die Räume abzukühlen, sollte über Nacht gelüftet werden. Bei der Auswahl der Sonnenschutzvorrichtungen ist auf folgendes zu achten:

Quelle: Sylke Neumann, Verwaltungsberufsgenossenschaft, sylke.neumann@vbg.de

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