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Umweltfreundliche Beschaffung

Technische Gebäudeausrüstung

Letzte Änderung: 17.03.2009

Beleuchtung

Einführung

Die Zeiten da Kienspäne und Kerzen ausreichten, um Arbeitsplätze (Stichwort "Schusterkugel") und Wohnräume zu erhellen ist zumindest in den hochindustrialisierten Gegenden unserer Erde vorbei. In Deutschland und Europa wird fast alles durch Normen und Vorschriften geregelt. So versteht sich Beleuchtung heute eigentlich nur noch als ein Bereich der elektrischen Energieanwendung, denn Sonderfälle wie etwa Gaslicht zur Straßenbeleuchtung haben heute keine Bedeutung mehr, sondern sind rein historisch begründet. So ist eine der wesentlichen Größen, welche z.B. in der Norm DIN 5035 (Beleuchtung mit künstlichem Licht) oder künftig einheitlich für Europa in der EN 12464 geregelt wird, die Einhaltung von sogenannten Mindestbeleuchtungsstärken. Da Sonnenlicht vor allem in Innenräumen nicht zu allen Zeiten ausreichend verfügbar ist, kommt hier nur noch eine Zusatzbeleuchtung in Betracht, welche aus elektrischer Energie sichtbares Licht erzeugt. Die Erzeugung dieses Lichtes ist verbunden mit vielen Aspekten - vor allem mit Kosten, Energieverbrauch und natürlich mit Umweltbelastungen.

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Umweltbezogene Produkteigenschaften

Bei der Beurteilung der Umweltauswirkungen von Beleuchtungen stehen der Stromverbrauch und einzelne Gefahrstoffe im Vordergrund. Durch die Stromerzeugung in Kraftwerken werden umweltbelastende Schadstoffemissionen verursacht.

Stromverbrauch

Etwa 11 % der elektrischen Energie werden in Deutschland für Beleuchtung verbraucht. Das Thema „Beleuchtung“ steht bisher zu Unrecht kaum im Mittelpunkt umweltfreundlicher Beschaffungsmaßnahmen, obwohl sich gerade bei der elektrischen Beleuchtung jede 20. verbrauchte kWh elektrischer Endenergie in Deutschland wirtschaftlich einsparen ließe.

Gefahrstoffe

Leuchtstoff- bzw. Gas-Entladungslampen enthalten je nach Typ etwa 5 bis 30 Milligramm Quecksilber im Füllgas und sollen daher getrennt entsorgt und möglichst verwertet werden.

Von den Leuchtstofflampen besitzen einige sog. „Glimmzünder“ als Starter, die unbedenkliche Mengen schwach strahlender radioaktiver Substanzen enthalten.

Insektenschutz

Im Bereich der Außenbeleuchtung sterben jährlich Milliarden nachtaktiver Insekten. Hauptursache sind die hohen Anteile von UV (Ultraviolett)-Stahlungen insbesondere von Weißlichtlampen (z.B. Quecksilberdampf-Hochdrucklampe, Kompaktleuchtstofflampe). Untersuchungen zeigen, dass sowohl Arten- als auch Individuendichte in der Umgebung von Beleuchtungsanlagen deutlich zurückgehen. Auch diejenigen Insekten, die nicht direkt an der Lampe verbrennen, können sich im Leuchtengehäuse verfangen und daraus nicht mehr befreien. Besonders gefährdet sind neben Nachtfaltern auch Hirsch-, Mai- und Bockkäfer. Bei Beachtung einiger Grundsätze bei der Planung von Außenbeleuchtungsanlagen und der Auswahl entsprechender Lampen, kann das Problem minimiert werden. Bei der Neuinstallation und Umrüstung von Beleuchtungsanlagen sollten zur Berücksichtigung des Insektenschutzes folgende weitere HinweiseMerkblatt: Insekten als Opfer von Beleuchtungsanlagen, Ministerium für Umwelt und Verkehr des Landes Baden-Württemberg, 1995 beachtet werden:

Allgemeines:

Unter dem Begriff Beleuchtung versteht man im allgemeinen ein System aus zwei Komponenten: Lampen und Leuchten.

Als Lampen werden die direkten Lichtquellen bzw. Leuchtmittel (z.B. Glühlampen, Quecksilberdampflampen) bezeichnet.

Leuchten hingegen sind die Gestelle bzw. Vorrichtungen (z.B. Schirm, Strahler), in denen die Lampen eingeschraubt bzw. befestigt werden.

Für die Beleuchtung in Verwaltungsgebäuden im gewerblichen und industriellen Bereich steht heute eine Vielzahl von lichttechnisch hochwertigen Leuchten zur Verfügung. Für die unterschiedlichen Anwendungen ist die Auswahl der richtigen Beleuchtung von entscheidener Bedeutung. Als wichtige Faktoren, nach denen Beleuchtung beurteilt werden kann, gelten dabei:

Neben diesen Faktoren sind die unter dem Stichwort Umweltschutz genannten Aspekte wie geringer Energieverbrauch, lange Lebensdauer und geringer Wartungsaufwand der Lampen und deren Entsorgung zu berücksichtigen.

Bei entsprechender Planung durch Fachfirmen kann davon ausgegangen werden, dass sowohl energiesparende als auch wirtschaftliche Lösungen zur Anwendung kommen können.

Einsparpotentiale ergeben sich nicht nur bei der Auswahl der Lampen, sondern auch durch die Installation von technischen Einrichtungen zur Steuerung und Regelung der Beleuchtungsanlagen. Steuerungseinrichtungen z.B. mit Bewegungsmelder, Tageslichtsensoren, Dimmern und kurzen, getakteten Einschaltzeiten, z.B. für Nebenräume und im Außenbereich, ermöglichen eine bedarfs- und nutzungsorientierte Regulierung.

Grundsätzlich sollte für jede Anwendung von Fachfirmen ein individuell abgestimmtes Beleuchtungskonzept erstellt werden. Dabei sollte in Innenräumen auf einen möglichst hohen Tageslichtanteil Wert gelegt werden.

Lampenarten

Bei den Lampen wird je nach Art, wie elektrische Energie in Licht umgewandelt wird, zwischen Temperaturstrahlern und Entladungslampen unterschieden.

Gebrauchseigenschaften verschiedener Lampen mit nennenswertem Anteil an der Nutzlichterzeugung
Temperaturstrahler

Zu den Temperaturstrahlern zählen die bekannte Glühlampe sowie die Halogen-Glühlampe (und natürlich auch Gaslicht etc.). Sie erzeugen Licht, indem elektrischer Strom einen Metallfaden zum Glühen bringt.

Glühlampen

Glühlampen produzieren hauptsächlich Wärme. Nur etwa 5 Prozent der eingesetzten elektrischen Energie wird in sichtbare Lichtstrahlung umgewandelt. Sie hat eine Lichtausbeute von nur ca. 12 Lumen pro Watt und verbraucht daher relativ viel Energie. Ihre Lebensdauer ist mit etwa 1.000 h gering im Vergleich z.B. zu Leuchtstofflampen. Glühlampen haben im Vergleich zum Sonnenlicht einen sehr hohen Orange-Rot-Anteil. Ihr Licht wird deswegen als angenehm warmes Licht empfunden. Glühlampen können über den Hausmüll entsorgt werden. Sie sollten normalerweise nur in den Fällen eingesetzt werden, wo relativ selten eine Beleuchtung benötigt wird, zum Beispiel im Keller von Mehrfamilienhäusern.

Halogen-Glühlampen

Halogenglühlampen sind mit Edelgasen und einer geringen Menge eines Halogens, meistens Brom oder Jod, gefüllt. Dadurch halten diese Lampen etwa doppelt so lange wie normale Glühlampen; sie sind jedoch nur wenig energiesparender. Halogenglühlampen werden meist mit Gleichstrom bei 12 Volt betrieben. Daher müssen auch Transformatoren und entsprechende dicke Kupferkabel verlegt werden. Aufgrund des stark gebündelten Lichtstroms ist eine gleichmäßige Raumausleuchtung erschwert und daher im Arbeitsbereich Büro selten einsetzbar. Es gibt auch Halogenglühlampen für Netzspannung mit 25 bis zu 1000 Watt. Nach Gebrauch sollen Halogenglühlampen wie normale Glühlampen mit dem Restmüll entsorgt werden. Transformatoren sollen jedoch mit dem Elektroschrott separat entsorgt/verwertet werden.

Entladungslampen

Entladungslampen erzeugen Licht mit Hilfe von elektrisch angeregten Gasen und Metalldämpfen. Im Gegensatz zum Tageslicht oder Glühlampen besteht das Licht meist aus einem ungleichmäßig verteilten Lichtspektrum. Durch verschiedene Leuchtstoffschichten können jedoch gezielt Lichtfarben, sogar annähernd Tageslicht, produziert werden. Da die Lichtausbeute von Entladungslampen 5-8 -fach höher ist als bei Temperaturstrahlern, sind diese energiesparender und sollten alternativ zur Glühlampe verstärkt eingesetzt werden, zumal für jeden Anwendungsbereich in der Innen- und Außenbeleuchtung eine breite Auswahl von Lampen angeboten wird.

Leuchtstofflampen

Die gebräuchlichste Form der Entladungslampen sind die häufig als „Neonröhren“ bezeichneten stabförmigen Leuchtstofflampen. Sie sind in den Ausführungen Standard-, Dreibanden sowie 5-Banden-Lampe mit unterschiedlichen Rohrdurchmessern (38 mm, 26 mm, 16 mm, 14 mm, und 7 mm) erhältlich. Die 5-Banden-Leuchtstofflampe hat die besten Farbwiedergabeeigenschaften (bis hin zu Vollspektrumlampen), jedoch eine etwa 20% geringere Lichtausbeute. Am energetisch günstigsten bei einer immer noch sehr guten Farbwiedergabe ist die Dreibandenlampe.Man erkennt sie am Stempelaufdruck: 3-Bandenlampen haben als erste Stelle in der dreistelligen Lichtfarbenangabe eine 8, 5-Bandenlampen eine 9. Eine 3-Banden Lampe in Extra-Warmton, wie sie für den Wohnbereich angemessen ist, trägt die Nummer 827, also 3-Banden mit 2700K Farbtemperatur. Fehlt der Stempelaufdruck zeigt der Blick durchs Spektroskop die Zahl der Banden (Linien).

Im Gegensatz zu Glühlampen ist die Lichtausbeute von Kompaktleuchtstofflampen etwa fünfmal höher. So kann eine übliche 100-Watt-Glühlampe durch eine Leuchtstofflampe mit 20 Watt bei gleicher Leuchtstärke ersetzt werden. Wie das Beispiel in nachstehender Tabelle zeigt, können dadurch 75 Prozent der Kosten eingespart werden. Die Amortisationszeiten im gewerblichen Einsatz liegen im Bereich von Monaten.

Bei Verwendung von Leuchtstofflampen mit Vorschaltgeräten, die einen Warmstart und somit eine hohe Lebensdauer bis 20.000 Stunden ermöglichen, erhöhen sich die Einsparungen um ein Vielfaches.

Lampenvergleich

Bei den z.B. in Großraumbüros am häufigsten eingesetzten stabförmigen Leuchtstofflampen, kommen als geeignete Leuchtenbauformen solche mit tiefstrahlender Lichtstärkeverteilung wegen ihrer geringeren Blendung in Frage: Raster-, Spiegelraster- und Spiegelreflektorleuchten. Die beiden letztgenannten erzielen die höchsten Leuchtenwirkungsgrade, wobei Spiegelreflektorleuchten mit EVG (elektronischem Vorschaltgerät) die ökonomisch und energetisch günstigste Lösung darstellen.
Durch den Einsatz von Spiegelraster- oder Spiegelreflektorleuchten mit Dreibandenleuchtstofflampen (16 und 26 mm Durchmesser) anstelle von veralteten Opal-Kunststoffwannen oder weißen Reflektoren kann der Energieverbrauch einer Beleuchtungsquelle erheblich gesenkt werden.

Die Kompaktleuchtstofflampe, sog. Energiesparlampe, ist eine platzsparende Weiterentwicklung herkömmlicher Leuchtstofflampen. Bei Kompakt-Leuchststofflampen bietet der Markt seit ein paar Jahren auch glühbirnenförmige Lampen für ein ansprechendes Äußeres an. Die Birnenform hat jedoch auch Nachteile. Bei diesen Lampen ist über die „unschöne“ Leuchtstofflampe ein zusätzlicher Glaskolben gestülpt. Das macht die Lampe schwerer und reduziert die Helligkeit um etwa 15 Prozent. Die Hersteller von Kompakt-Leuchtstofflampen hoffen mit diesem Zugeständnis an die Wünsche der Kunden den Durchbruch am Markt zu schaffen. Denn in Deutschland werden immer noch drastisch mehr Glühlampen verkauft als Energiesparlampen - etwa eine Million Stück am Tag . Haushaltsenergiesparlampen mit Schraubsockel wurden 2002 gerade mal 27.000 Stück pro Tag verkauft.

Von der Europäischen Kommission wurden zwei Europäische Umweltzeichen-Richtlinien für Leuchtstoff-Lampen geschaffen. Die Richtlinie 95/365/EG gilt für Lampen mit einseitigem Anschluß und die Richtlinie 96/337/EG gilt für Lampen mit zweiseitigem Anschluß. Die Produkte dürfen nicht mehr als 10 mg Quecksilber enthalten, müssen eine Regelbrenndauer von 8.000 bzw. 10.000 Stunden und in Abhängigkeit von der Wattzahl bestimmte Lichtausbeuten gewährleisten. Für diese Produktgruppen gibt es bisher jedoch keine Zeichennehmer, deren Produkte in Deutschland erhältlich wären.

Sowohl für die Innen- als auch für Straßenbeleuchtung gibt es Firmen welche sich auf Umrüstung vorhandener Beleuchtungsanlagen spezialisiert haben und sogar die Finanzierung dieser Maßnahmen über sogenanntes Contracting anbieten können. Letztlich dienen hier die Einsparungen beim Strom und/oder bei der Wartung der Refinanzierung. Oft sind diese Vertrage allerdings auch als Leasing-Verträge formuliert.

Der Bereich der Außenbeleuchtung, der im Vergleich zur Innenraumbeleuchtung durch hohe Betriebszeiten gekennzeichnet ist, umfaßt nicht nur die Straßen- und Wegebeleuchtung, sondern auch die Beleuchtung von Parkplätzen, Gebäuden, Werbeträgern, Tunneln etc. sowie die allgemeine Industriebeleuchtung. In diesem Kapitel kann nur beispielhaft auf einige Anwendungsbereiche eingegangen werde. Es ist auch hier zu empfehlen, dass zusammen mit Fachfirmen die jeweils optimale Lösung für die Umrüstung bestehender oder die Neuinstallation von Beleuchtungsanlagen erarbeitet wird.
Prinzipiell sind Leuchtmittel mit geringerem Blau- und/oder UV-Anteil hinsichtlich der Insekten vorteilhaft.So enthalten z.B. Natriumdampfniederdrucklampen überhaupt keinen Blauanteil.

Straßenbeleuchtung

Als Beleuchtungsanlagen für Straßen und Wege werden meist Quecksilberdampf-Hochdrucklampen verwendet. Die Lichtausbeute und Lebensdauer dieser Lampen ist jedoch im Vergleich zu den Natriumdampflampen und den anderen Entladungslampen deutlich schlechter(siehe Tabelle).

Gebrauchseigenschaften verschiedener Lampen mit nennenswertem Anteil an Nutzlichterzeugung

Lampenarten

Quelle: Umweltbundesamt

Der Stromverbrauch, die Wechsel- und Wartungsintervalle sind deshalb relativ hoch. Viele Betreiber von Beleuchtungsanlagen beklagen oft die hohen Investitionskosten für die Umrüstung oder Neuinstallation von Beleuchtungsanlagen. Es ist jedoch erwiesen, dass die Energie- und Wartungskosten ca. zwei Drittel der Gesamtkosten bei Straßenbeleuchtungen ausmachen. Sie sind damit entscheidend für die Wirtschaftlichkeit.

So senkt z.B. eine Natriumdampf-Hochdrucklampe mit 150 Watt den Energieverbrauch im Vergleich zur Quecksilberdampf-Hochdrucklampe mit 250 Watt um 40 Prozent und erzielt einen um fast 20 Prozent höheren Lichtstrom.
An den Hauptverkehrspunkten und -bereichen sollten die Quecksilberdampf-Hochdrucklampen (250, 400 oder 700 Watt) daher gegen Natriumdampf-Hochdrucklampen (75 bis 150 W) ausgetauscht werden.
Natriumdampf-Niederdrucklampen enthalten kein Quecksilber. Ferner ist das Lichtspektrum wesentlich insektenfreundlicher als das von Quecksilber-Hochdrucklampen. Obwohl Natriumdampf-Niederdrucklampen durch ihren hohen Gelblichtanteil am wenigsten Nachtinsekten irritieren, sollte aufgrund ihrer schlechten Farbwiedergabe dennoch auf deren Einsatz verzichtet werden.
Neben dem Austausch der Lampen sollten die Leuchten zusätzlich mit einer Facetten-Spiegeloptik versehen werden.

In Wohnstraßen wird ein geringerer Stromverbrauch allein schon durch eine Verringerung der Durchmesser der Leuchtstofflampen, z.B. von 0/ 38 cm auf 0/ 26 cm, erreicht. Dieser Austausch ist allerdings nur bei ausreichend wärmeisoloerten Leuchtengehäusen sinnvoll, da sonst bei Temperaturen unter 0°C ein erheblicher (!) Lichtstromabfall auftritt.

Eine weitere Entwicklung in Richtung Insektenschutz stellt eine neue Art von Straßenleuchten dar, die in Lenzen/Elbe erfolgreich eingesetzt werden. Die Lampen als Leuchtkörper sind bei dieser Laterne im Fuß untergebracht, von wo aus das Licht über ein Prismenrohr im Pfahl, mit Linsen und Reflektoren so gelenkt wird, dass es aus dem Leuchtgehäuse unter einem Winkel austritt, der die Lampe auf größere Entfernung für Insekten fast unsichtbar macht. Zudem sorgt eine Interferenzscheibe dafür, dass die für Insekten besonders anlockenden UV-Anteile des Lichtstroms herausgefiltert werden. Leider ist der Leuchtenbetriebswirkungsgrad konstruktionsbedingt etwas geringer als bei herkömmlichen Leuchten.

Nicht-Straßen-Bereiche

In Wohnbereichen, an Fußwegen, Treppen und Parkanlagen sollten die Quecksilberdampf-Hochdrucklampen (80 bis 125 Watt) gegen Natriumdampf-Hochdrucklampen (50 Watt) oder gegen Leuchtstofflampen bzw. Kompaktleuchtstofflampen (18 bis 70 W) ausgewechselt werden. Die Stadtwerke Heidelberg AG haben im Stadtteil Ziegelhausen 631 Straßenleuchten umgerüstet und die 80 Watt Quecksilberdampf-Hochdrucklampen gegen jeweils zwei 32 Watt Kompaktleuchtstofflampen ausgetauscht. Bislang schaltete die Stadt ab 23.00 Uhr jeweils eine Leuchte aus, wodurch unbeleuchtete Zonen entstanden. Nach der Umrüstung betreibt der Versorger nachts jeweils eine Lampe der Leuchten. Zum Erreichen einer gleichen Lebensdauer der Lampen sorgt ein Umschaltgerät dafür, dass die beiden Lampen nachts wechselweise brennen. Es sind in Ziegelhausen nun keine unbeleuchteten Zonen mehr vorhanden und der Jahresstromverbrauch wurde von ca. 220.000 kWh auf 73.000 kWh gesenkt. Hinzu kommt die Einsparung an Wartungskosten, da die neu installierten Kompaktleuchtstofflampen eine höhere Lebensdauer als die zuvor eingesetzten Quecksilberdampf-Hochdrucklampen aufweisen.

Dauerbeleuchtung:

Für die Anwendung in Bereichen, die dauerbeleuchtet werden müssen, wie z.B. Tunneln aller Art, Innenräume mit hohen Decken in Museen, Hotels und Flughäfen, wurden Induktionslampen auf den Markt gebracht, die eine beachtliche Lebensdauer bis zu 60.000 Stunden aufweisen. Die zur Lichterzeugung erforderliche Entladung findet nicht - wie bei konventionellen Leuchtstofflampen - zwischen zwei Elektroden, sondern elektrodenlos in Form einer Sendeantenne oder eines geschlossenen Ringes statt. Die Energie wird elektromagnetisch in das Füllgas eingekoppelt bzw. induziert. Damit enthält die Lampe kaum noch Verschleißteile, was die hohe Lebensdauer bezeugt.

Jede Entladungslampe benötigt zur Strombegrenzung ein Vorschaltgerät zur Stromregulierung. Man unterscheidet zwischen konventionellen (KVG), verlustarmen (VVG) und elektronischen Vorschaltgeräten (EVG). Letztere kommen im Gegensatz zu KVG und VVG ohne zusätzlichen Starter (Glimmzünder die in geringen Mengen radioaktive Stoffe enthalten) aus und ermöglichen einen Hochfrequenzbetrieb (ca. 25 - 40 kHz) der Leuchtstofflampen. EVG haben eine wesentlich geringere Verlustleistung als konventionelle Vorschaltgeräte, erhöhen gleichzeitig die Lichtausbeute (um ca. 12 %) und senken so den Energieverbrauch der Lampen.

Lampen mit elektronischen Vorschaltgerätenstarten sofort (Kaltstart) oder erst nach 0,4-2 Sekunden Verzögerung (kathodenschonender Warmstart). Sie sind flacker- und flimmerfrei. Ferner halten sie auch bei häufigem An- und Ausschalten bis zu 1,5 mal länger als beim Betrieb mit konventionellen Geräten. Häufiges Ein- und Ausschalten mit Kaltstart-EVGs sorgt jedoch für schnellen Verschleiß, da durch die hohen Zündspannungen die Elektroden schneller abbauen. Bei Kaltstarter hält eine Lampe 10.000-20.000 Schaltvorgänge, während bei Warmstart, bei dem die Elektroden vorgeheizt werden, etwa eine halbe Million Schaltvorgänge möglich sind.

Weiterhin bieten spezielle EVG die Möglichkeit des Dimmens; die Raumbeleuchtung kann dann z.B. in Verbindung mit einer tageslichtabhängigen Steuerung stufenlos bis zum Erreichen der gewünschten Beleuchtungsstärke geregelt werden. Da dimmbare EVG derzeit noch teuer sind, bietet sich alternativ bei vorhandenen KVG- oder VVG-Lichtbändern nachträglich der Einbau eines elektronischen Stellers in Verbindung mit einer zentralen Blindleistungskompensation zur tageslichtabhängigen Regelung an.

Vorschaltgeräte sind in der Regel integraler Bestandteil der Leuchte. Eine Ausnahme bilden Kompaktleuchtstofflampen. Sie sind mit integriertem Vorschaltgerät (bis maximal 25 Watt) und als zweiteiliges System mit Lampe und Adapter (Steckverbindung) erhältlich. Da der Adapter, der das Vorschaltgerät enthält, wesentlich länger als die Lampe hält (Faktor 3 - 5), kann er nach einem Defekt der Lampe weiter genutzt werden. Wiederverwendbare elektronische Vorschaltgeräte in Form von Adaptern, die bestimmte Anforderungen erfüllen (u.a. mindestens 50.000 Stunden Lebensdauer, hohe Resistenz bei erhöhter Schalthäufigkeit, konstanter Lichtstrom, hohe Systemleistung, recyclinggerechte Konstrukion, Rücknahmegarantie des Herstellers), können das Umweltzeichen erhalten. Für elektronische Vorschaltgeräte existiert ein Blauer Engel (RAL-UZ 81). Einige Produkte sind mit diesem Umweltzeichen bereits gekennzeichnet.

Der Stromverbrauch von Beleuchtungsanlagenkann auch durch andere technische Maßnahmen reduziert werden, u.a. durch die Verwendung von Leistungsreduzierschaltungen bei Außenbeleuchtungsanlagen, z.B. mit einer Halbnachtschaltung. Eine zusätzliche Wechselschaltung sorgt dafür, dass alle Lampen gleichmäßig beansprucht werden. Dies ermöglicht einen gemeinsamen Austausch der Lampen nach Ablauf ihrer Lebensdauer und hat eine Verringerung des Wartungsaufwandes zur Folge. Ist eine nachträgliche Installation einer Halbnachtschaltung nicht möglich, sollte ein elektronischer Steller pro Schaltkreis eingebaut werden, welcher je nach Leuchtmittel eine Reduktion des Lichtstromes und damit des Energieverbrauches um 50 bis 80 Prozent ermöglicht.

Schon aufgrund ihres Quecksilbergehalts im Füllgas sollen Leuchtstoff- bzw. Gas-Entladungslampen getrennt gesammelt und mit dem Ziel der Verwertung entsorgt werden. Es fallen ca. 13.700 Tonnen Abfälle aus Lampen und Beleuchtungen und ca. 1.000 Tonnen Kompaktleuchtstofflampen pro Jahr in Deutschland an. Der Fachverband Elektrischer Lampen im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) hat im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung ein Recyclingkonzept zur Entsorgung der quecksilberhaltigen Leuchtstofflampen erarbeitet. Qualifizierte Speditionen transportieren die ausgebrannten Lampenkörper zu zugelassenen Entsorgungsfirmen, die Quecksilber auffangen und die Metallteile und zumeist auch das Glas der Verwertung zuführen. Beim Fachverband Elektrischer Lampen ist eine Liste von Entsorgungsunternehmen erhältlich www.zvei.org/lampen/aglv.htm, die gebrauchte Leuchtstoff- und Entladungslampen entsorgen/verwerten. In den Städten und Gemeinden nehmen auch die öffentlichen Sammelstellen wie die sog. Recyclinghöfe Leuchtstofflampen kostenlos entgegen. Leuchtstofflampen sollen wegen des Gehaltes an dampfförmigem Quecksilber und der Verletzungsgefahr unzerstört der Entsorgung zugeführt werden.

Quelle: Sylke Neumann, Verwaltungsberufsgenossenschaft, sylke.neumann@vbg.de

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Ausschreibungsempfehlungen

Quelle: Sylke Neumann, Verwaltungsberufsgenossenschaft, sylke.neumann@vbg.de

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Beispiele aus der Praxis

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Downloads

Quelle: Europäische Kommission

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