Sie sind hier: Startseite > Produkte - Aktuelles > Umweltfreundliche Beschaffung > Reinigung / Hygiene - Händetrocknung
Letzte Änderung: 13.08.2009
Nach der Arbeitsstätten-Verordnung ist in der öffentlichen Verwaltung, in Gaststätten, Hotels und Betrieben die Verwendung von Gemeinschaftshandtüchern aus hygienischen Gründen seit 1975 verboten. Als Alternative bieten sich verschiedene Händetrocknungssysteme an, die unter Umweltschutzgesichtspunkten unterschiedlich beurteilt werden.
Folgende Systeme genügen den hygienischen Anforderungen:
Unter Umweltschutzaspekten sind die genannten Systeme unterschiedlich zu bewerten. Die Umweltbelastungen aus Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Abfallaufkommen, Rohstoffeinsatz, Abwasserbelastung, Luftbelastung und Transporten sind durch das Umweltbundesamt im Rahmen einer vergleichenden ökologischen Betrachtung der Systeme zur Händetrocknung untersucht worden.
Als vergleichsweise ökologisch nachteilig wird auf der Grundlage der ermittelten Daten das System der Zellstoff-Papierhandtücher bewertet (siehe Umweltbundesamt Texte 26/93). Die Gründe liegen im Verbrauch von Frischfasern, im vergleichsweise hohen Verbrauch von Energie und Wasser sowie der Luftbelastung aus dem Produktionsprozess (siehe dazu die Produktgruppe „Hygienepapiere").
Für die übrigen drei der genannten Händetrocknungssysteme – Handtuchspender mit Papierhandtüchern aus Altpapier, Handtuchspender mit Baumwolltuchrollen sowie Warmlufthändetrockner – hat das Umweltbundesamt keine „ökologische Rangfolge" entwickelt.
Die Frage, welches Händetrocknungssystem in öffentlichen Einrichtungen ausgewählt werden sollte, gehört zu den am häufigsten diskutierten Themen. Von Seiten des Bundesgesundheitsamtes wurde die hygienische Unbedenklichkeit der oben genannten vier Systeme zur Händetrocknung in öffentlichen Einrichtungen bestätigt.
Als gleichermaßen effektiv aus hygienischer Sicht werden alle Methoden zum Händeabtrocknen in öffentlichen Toiletten im Rahmen einer Studie der Abteilung Klinische Mikrobiologie der amerikanischen Mayo-Klinik bewertet. Dies betrifft sowohl Stoffhandtücher, Warmlufttrocknung und Papierhandtücher. Entscheidend ist, dass die Hände vorher gründlich mit Seife gewaschen wurden (Stiftung Warentest, test 10/2001). Die Funktion des Trocknens der Hände nach der Nassreinigung erfüllen alle genannten Systeme.
Das Umweltbundesamt weist auf die Möglichkeit einer Nachreinigung der Hände beim Einsatz von Papierhandtüchern oder Baumwollhandtüchern hin. Die Beobachtung, dass die Nutzer von Papierhandtüchern oftmals gleich drei oder vier Tücher benutzen, kann nicht nur als eine Schwachstelle im Verbraucherverhalten interpretiert werden. Die Entnahme mehrerer Tücher aus den Spendern kann auch mit der mangelnden Trenngenauigkeit des Gerätes zusammenhängen, das gleichzeitig mehrere Tücher freigibt.
Ein Grundsatz an die Bewirtschaftung der Toilettenräume besteht darin, diese mit relativ geringem Aufwand vorzunehmen. Vor diesem Hintergrund macht es für Toilettenräume im öffentlichen Besucherbereich Sinn, diese mit Warmlufthändetrocknern (kein Nachfüllen von Papier o.ä.) auszustatten. Für den nicht öffentlichen Bereich empfiehlt das Umweltbundesamt die Ausstattung mit Stoffhandtuchsystemen, da u.a. die zusätzliche Entsorgung von Papierhandtüchern entfällt.
Für alle drei Systeme wurden im Rahmen der Vergabe des Blauen Engels Kriterien entwickelt, die eine ökologische Optimierung des jeweiligen Systems beinhalten.
Untersuchungen belegen (Studie der European Textile Service Association sowie der ETH Zürich), dass Stoffhandtuchrollen Papierhandtuchsystemen vorzuziehen sind. Dies ist jedoch nicht für alle Fälle klar ableitbar, zumal Warmlufthändetrockner in den genannten Untersuchungen nicht berücksichtigt wurden. Auch werden die Ergebnisse durch das jeweilige Nutzerverhalten vor Ort entscheidend beeinflusst: Bei einer angenommenen Anzahl von durchschnittlich 2 Papierhandtüchern für einen Abtrocknungsvorgang verändert jede Mehr- oder Minderentnahme das Gesamtergebnis entscheidend.
Angesichts der ökologischen Forderung nach einer möglichst häufigen Nutzung der Papierfaser im Sinne der Ressourcenschonung, können im Falle von Papierhandtüchern nur solche aus Sekundärfasern empfohlen werden.
Für alle drei Händetrocknungssysteme wurden im Rahmen des Blauen Engels Kriterien entwickelt, die eine ökologische Optimierung des jeweiligen Systems beinhalten:
Blauer Engel, RAL-UZ 5Der „Blaue Engel“ ist das älteste offizielle Umweltzeichen in Deutschland. Zeicheninhaber ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Von dem Label geht ein Anreiz aus, umwelt- und gesundheitsverträglichere Produkte zu entwickeln.
Hygienepapiere mit dem Umweltzeichen Blauer Engel (RAL-UZ 5) werden aus 100 % Altpapier gefertigt. Krepp-Toilettenpapiere enthalten ausschließlich Altpapierqualitäten der unteren, mittleren und Sondersorten. Alle anderen Hygieneprodukte müssen zu mindestens 60 % aus unteren, mittleren, krafthaltigen und Sondersorten bestehen. Bei der Herstellung dürfen nur Fabrikationshilfsstoffe eingesetzt werden, die in der XXXVI. Empfehlung für Papiere für Lebensmittelkontakt des Bundesinstituts für Risikobewertung angeführt sind.
Ferner legt der Blaue Engel maximale Schadstoffgehalte fest zum Beispiel für Formaldehyd und Pentachlorphenol. Der Einsatz von Chlor, halogenierten Bleichmitteln, optischen Aufhellern sowie biologisch schwer abbaubaren Komplexbildnern ist verboten. Gleiches gilt für Azofarbstoffe und weitere Farb- und Hilfsmittel, die als krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft sind. Damit werden an Hygienepapiere mit dem Blauen Engel schärfere Maßstäbe angelegt als an solche aus Primärfasern.
Der „Blaue Engel“ ist das älteste offizielle Umweltzeichen in Deutschland. Zeicheninhaber ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Von dem Label geht ein Anreiz aus, umwelt- und gesundheitsverträglichere Produkte zu entwickeln.
System-Stoffhandtuchrollen im Stoffhandtuchspender präsentieren nach dem Händetrocknen dem nächsten Gast wieder ein sauberes und trockenes Stück Stoff zum Abtrocknen. Neben dem Vorteil, dass sie abfallarm sind, zeichnen sie sich durch eine sehr lange Lebensdauer (80 bis 100 Umläufe) und durch verlässliche hygienische Eigenschaften aus. Gleichzeitig wird das Abfallaufkommen verringert. Zudem werden hohe Anforderungen an das Reinigungsverfahren in Wäschereien gestellt. Die Auszeichnung von Stoffhandtuchrollen mit dem Blauen Engel (RAL-UZ 77) garantiert, dass während des gesamten Reinigungs- und Nachbehandlungsverfahrens keine Mittel eingesetzt werden, die biozide Wirkstoffe enthalten.
Der „Blaue Engel“ ist das älteste offizielle Umweltzeichen in Deutschland. Zeicheninhaber ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Von dem Label geht ein Anreiz aus, umwelt- und gesundheitsverträglichere Produkte zu entwickeln.
Energiesparende Warmluft-Händetrockner mit dem Umweltzeichen Blauer Engel (RAL-UZ 87) dürfen – bei einer relativen Trocknungszeit von 30s – maximal 0,017 kWh Energie verbrauchen. Cadmierte oder bromierte Teile dürfen nicht verwendet werden. Der Hersteller muss die Rücknahme und Verwertung der Geräte gewährleisten.
Die Kriterien werden vom Umweltbundesamt in Kooperation mit Herstellern, Prüfinstituten, weiteren Fachleuten und Verbrauchervertretern erarbeitet. Die unabhängige Jury Umweltzeichen prüft und beschließt die Vergabegrundlagen. Die Vergabe erfolgt durch die RAL gGmbH im Auftrag des Umweltbundesamtes.
Die „EU-Blume" ist das EU-Umweltzeichen. Zeicheninhaber ist die Kommission der Europäischen Gemeinschaft.
Das EU-Umweltzeichen auf Hyginepapieren bedeutet die Herstellung unter Verwendung von speziell aufbereitetem Fasermaterial. Rohfasern aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kommen zum Einsatz. Bei der Herstellung werden die Wasserverschmutzung sowie Schwefel- und CO2-Emissionen in die Luft vermindert.
Die EU-Blume wird durch zuständige nationale Einrichtungen verliehen, in Deutschland durch die RAL gGmbH.
Für alle drei der ökologisch optimierten Systeme der Händetrocknung gibt es beim deutschen Umweltzeichen „Blauer Engel"-Vergabegrundlagen. Die Kriterien, Zeichenanwender und Produkte der jeweiligen Systeme finden sich auf der Internetseite www.blauer-engel.de.
Händetrocknungssysteme sind für die Vergabe des EU-Umweltzeichens bisher nicht bewertet worden. Für die Produktgruppe Hygienepapiere (tissue papers) gibt es Vergabekriterien (siehe Hygienepapiere auf diesen Seiten sowie European Union Eco-label Homepage).
Vorschläge:
Source: Renate Havlik, environmental journalist