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Umweltfreundliche Beschaffung

Garten- und Landschaftsbau / Öffentliche Grünanlagen

Letzte Änderung: 17.03.2009

Bewässerungssysteme

Einführung

In vielen Regionen der Erde sind Wasserknappheit und Wassermanagement bereits heute bedeutende Themen auf der politischen Agenda. Dies betrifft nicht nur Entwicklungs- und Schwellenländer, sondern auch die Industrieländer. In den USA z.B. geht eine jüngst erstellte Studie davon aus, dass der Trinkwasserverbrauch weiter ansteigen wird und bis zum Jahr 2013 mindestens 36 Bundesstaaten mit lokalen bzw. regionalen Wasserknappheiten konfrontiert werden. Als eine der wichtigsten Ursachen für den hohen Trinkwasserverbrauch wird die Bewässerung im Garten- und Landschaftsbau genannt. Folglich haben in den USA zahlreiche Kommunen begonnen, sich mit den Herausforderungen im Hinblick auf die Versorgungssicherheit und die Wasserinfrastruktur auseinanderzusetzen. Darüber hinaus wurden seitens der EPA (Environmental Protection Agency) innerhalb des Programms „WaterSense“ bereits landesweite Maßnahmen zu Einsparung und effizienteren Nutzung von Trinkwasser initiiert.

Bewässerungsmaßnahmen werden angesichts des drohenden Klimawandels voraussichtlich auch in den gemäßigten Breiten Europas immer mehr an Bedeutung gewinnen. Dies gilt nicht nur für die Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen, sondern auch für die Bewässerung im Landschaftsbau. Untersuchungen des Umweltbundesamtes zeigen, dass es in Deutschland bei den Niederschlägen zu einer Verstärkung regionaler Engpässe kommen wird. Voraussichtlich ist mit einer deutschlandweiten Abnahme der Niederschlagsmengen in den Sommermonaten sowie das ganze Jahr über in den östlichen Bundesländern zu rechnen. Für Brandenburg zeigen beispielsweise die Szenarien zur regionalen Klimaentwicklung ein Sinken der jährlichen Niederschläge auf unter 400 Millimeter. Eine Beeinträchtigung der Trinkwassergewinnung wegen häufiger Niedrigwasserstände und fallender Grundwasserspiegel ist nicht auszuschließen.

Vor diesem Hintergrund gewinnen effiziente Bewässerungssysteme besondere Bedeutung. Die öffentliche Beschaffung kann hier ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und mit der Beschaffung von effizienten Anlagen die Entwicklung und den Einsatz umweltfreundlicher Lösungen auch im privaten Sektor befördern.

Die nachfolgenden Analysen, Ergebnisse und Empfehlungen beziehen sich auf ausgewählte Objekte, deren Betrieb und Unterhaltung typischerweise in der Obhut der öffentlichen Hand liegt. Bei diesen Objekten handelt es sich in erster Linie um

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Umweltbezogene Produkteigenschaften

Im Landschaftsbau existieren im Wesentlichen zwei Bewässerungsverfahren. Dabei handelt es sich um die Verfahren der Überkopf-Beregnung und der Tropfbewässerung, die im Folgenden jeweils kurz erläutert werden.

Die Überkopf-Beregnung ist ein Verfahren, beim dem das Wasser nicht direkt auf oder in den Boden gebracht wird, sondern mittels Sprinkleranlagen über dem Bestand verregnet wird.
Konstruktiv bestehen Beregnungsanlagen in erster Linie aus den Komponenten Zufuhrleitung, Pumpe und Beregnungsleitung. Bei den auf dem Markt verfügbaren Systemen wird unterschieden in vollbewegliche Anlagen, teilortsfeste Anlagen und ortsfeste Anlagen.

Bei den vollbeweglichen Anlagen sind alle Anlagenkomponenten, d.h. auch das Pumpwerk und die Zufuhrleitungen, flexibel einsetzbar. Typisches Beispiel für eine vollbewegliche Anlage ist ein Viereck-Regner, mit dem eine zumeist stufenlos einstellbare viereckige Grundfläche beregnet werden kann.

Bei den teilortsfesten Anlagen sind Pumpwerk und Zufuhrleitungen fest installiert, die Regnerleitungen lassen sich aber flexibel im Bestand bewegen. Hierzu zählen auch Verfahren wie die Kreisberegnung oder Systeme, bei denen ein Regnerwagen an Seilen oder ein Regnerschlitten am Wasserschlauch durch den Bestand gezogen werden.

Bei den ortsfesten Anlagen sind sowohl das Pumpwerk, als auch die Zufuhr- und Regnerleitungen fest installiert. Häufig sind die Zuleitungsrohre unterirdisch verlegt. Die Beregnung erfolgt entweder durch feststehende Sprinkler bzw. Düsen oder durch im Boden versenkbare Sprinkler, so genannte Versenkregner.

Bei der Tropfbewässerung werden die Bewässerungsschläuche entweder ober- oder unterirdisch im Bestand verlegt und an jeder Pflanze ein Tropfer installiert. Das führt dazu, dass immer nur der direkte Wurzelraum einer Pflanze befeuchtet wird und kein Wasser aus dem übrigen Boden versickern oder verdunsten kann. Entsprechend der unterschiedlichen Verlegung der Bewässerungsschläuche wird in Oberflächen-Tropfbewässerung und Unterflur-Tropfbewässerung unterschieden.

Bei der Oberflächen-Tropfbewässerung werden die Bewässerungsleitungen oberirdisch verlegt. Die Wasserabgabe erfolgt durch Tropfstellen in den Leitungen bzw. spezielle Tropfer gezielt bei den zu bewässernden Pflanzen. Einsatzbereiche der Oberflächen-Tropfbewässerung sind v.a. Pflanzenbeete, Büsche, Stauden, Blumenkästen und Pflanztröge.

Bei der Unterflur-Tropfbewässerung wird das Wasser durch ein unterirdisches Netzwerk von Tropfschläuchen verteilt. Da durch die unterirdische Wasserzufuhr sowohl Vandalismus und externe Umwelteinflüsse wie starker Wind ausgeschlossen werden können, eignet sich die Unterflur-Tropfbewässerung besonders für öffentliche Rasenflächen. Darüber hinaus können aber auch Blumen, Sträucher und Hecken zielgerichtet bewässert werden. Die optimale Lösung ist die Unterflur-Tropfbewässerung, wenn

Da die unterirdischen Rohrleitungen nicht nur mit Wasser, sondern beispielsweise auch mit Luft, Dünger und anderen Flüssigkeiten beschickt werden können, können mittels Unterflur-Tropfbewässerung prinzipiell auch folgende Zusatzfunktionen realisiert werden:

Die wichtigste Umweltauswirkung durch Bewässerung bzw. Bewässerungsanlagen ist der Wasserverbrauch. Da Bewässerungsanlagen üblicherweise an das öffentliche Leitungsnetz (z.B. Hydranten) angeschlossen werden, handelt es sich bei dem verwendeten Wasser um Trinkwasser, das zuvor z.T. aufwändig aufbereitet werden muss.
Darüber hinaus sind bei Bewässerungsanlagen auf weitere Umweltaspekte zu berücksichtigen, die im Folgenden aufgeführt werden:

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Ausschreibungsempfehlungen

Die Verdingungsunterlagen dienen als Muster für eine umweltfreundliche Beschaffung von Bewässerungssystemen.

Quelle: Öko-Institut

Die Optimierungspotenziale beziehen sich in erster Linie auf den Umweltaspekt „Wasserverbrauch“ . Vor diesem Hintergrund wurden verschiedene mögliche Maßnahmen zur umweltfreundlichen Beschaffung von Bewässerungssystemen in Hinblick auf ihre Wirksamkeit, Praktikabilität und Kompatibilität mit dem öffentlichen Beschaffungsprozess hin untersucht. Dies führte zu dem Ergebnis, dass drei Maßnahmen bzw. Kriterien in besonderem Maße dazu geeignet sind. Diese lassen sich in drei unterschiedliche Niveaus unterteilen und werden im Anschluss näher beschrieben.

Einsteigerniveau

Beim Einsteigerniveau wurde mit der Verwendung von Regen- und Oberflächenwasser ein Kriterium gewählt, welches offensichtlich ist und verwendet werden kann, auch wenn man sich zuvor noch nicht vertieft mit Bewässerungsanlagen beschäftigt hat. Der Umweltnutzen dieses Kriteriums (Einsparung von Trinkwasser, Schonung von kostbarem Grundwasser, Verzicht auf aufwändige Aufbereitung) ist eindeutig, allgemein bekannt und einfach zu kommunizieren. Über den Umweltnutzen hinaus ergibt sich auch der Zusatznutzen, dass v.a. das im Vergleich zu Trinkwasser i.d.R. weichere Regenwasser von vielen Pflanzen deutlich besser vertragen wird. Auch hinsichtlich der Kostenaspekte ist damit zu rechnen, dass sich etwaige Investitionskosten für ein Regen-/Brauchwasserrückhaltesystem (z.B. Behälter, Zisterne) innerhalb kurzer Zeiträume amortisieren. Außerdem zeigen Erfahrungen aus der Praxis, dass alternativ zu dem Bau von Rückhaltesystemen vor Ort ein LKW mit Wassertank verwendet werden kann, der die einzelnen Verbrauchsstellen regelmäßig beliefert. Das dabei zum Einsatz kommende Wasser kann entweder bei zentral errichteten Regen-/Brauchwasserzisternen oder aus Oberflächengewässern (z.B. Seen, Flüssen, Kanälen) aufgenommen werden.

Fortgeschrittenenniveau

Für das Fortgeschrittenenniveau wird die Beschaffung eines vollautomatischen Beregnungssystems mit Bodenfeuchtesensor vorgeschlagen. Da derzeit in Deutschland keine allgemein anerkannten Labels für Bewässerungsanlagen existieren, wurde ein technologiebezogenes Anforderungskriterium gewählt. Die dabei genannten Aspekte „vollautomatisch“ und „Bodenfeuchtesensor“ sind bereits existierenden Empfehlungen bzw. Labellingansätzen aus Österreich und den USA entnommen worden.

Expertenniveau

Auch beim Expertenniveau wurde in Ermangelung allgemein anerkannter Labels auf technologiebezogene Anforderungskriterien rekurriert. Mit dem Vorschlag einer Tropfbewässerung mit Bodenfeuchtesensor wurde ebenfalls ein Technologiekriterium gewählt, das in Labelling-Ansätzen bereits vorhanden ist. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Installation einer Tropfbewässerung mit hohen Investitionskosten verbunden ist, insbesondere wenn es sich um eine unterirdische Anlage handelt. Aus diesem Grund wird die Anwendung des Expertenniveaus vor allem bei der Neuanlage von öffentlichen Grünflächen empfohlen. Außerdem kommen für eine Tropfbewässerung in erster Linie Grünflächen in Frage, die eine hohe mechanische Beanspruchung aufweisen bzw. für die hohe repräsentative Anforderungen bestehen.
Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass sowohl das Fortgeschrittenenniveau als auch das Expertenniveau jeweils mit dem Einsteigerniveau kombiniert werden kann. Durch die zusätzliche Verwendung von Regen- oder Brauchwasser ergibt sich dann jeweils eine weitere Umweltentlastung.

Ergänzenden Empfehlungen

Bei der Recherche nach ökologischen Optimierungspotenzialen wurde auch eine Reihe von verhaltensbezogenen Empfehlungen identifiziert. Obwohl es nicht möglich war, diese in allgemeine Umweltkriterien bei der Beschaffung von Bewässerungssystemen zu transformieren, wird dennoch empfohlen, diese im Einzelfall zu beachten. Zielgruppe für diese Empfehlungen sind in erster Linie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kommunen, die vor Ort für den Betrieb und die Unterhaltung der Bewässerungssysteme zuständig sind. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Empfehlungen:

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