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Letzte Änderung: 27.02.2012
Wo immer Papier benötigt wird, sollten Produkte aus 100 Prozent Recyclingpapier verwendet werden, die die Kriterien des Umweltzeichens Blauer Engel erfüllen. Diese sind ökologisch erste Wahl. Das bestätigen aktuelle Untersuchungen des IFEU-Instituts und die umfassenden Ökobilanzen des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2000 (Ökobilanzen für graphische Papiere). Die Verwendung eines Pakets Recyclingpapier (500 Blatt) spart so viel fossile Ressourcen ein, wie eine 15W-Energiesparlampe benötigt um 290 Stunden zu leuchten (IFEU-Institut 2006). Beschaffungsverantwortliche tragen zu stärkerer Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung bei, indem sie:
Insgesamt verbraucht die öffentliche Verwaltung ca. 80.000 Tonnen Papier (Initiative Pro Recyclingpapier 2006, S.16). Diverse Einrichtungen der öffentlichen Hand nutzen bereits ausschließlich Recyclingpapier, wie der Wettbewerb Papieratlas der Initiative Pro Recyclingpapier belegt. In den 68 deutschen Großstädten, die sich am Wettbewerb Papieratlas 2010 beteiligt haben, decken die Verwaltungen, Schulen und Hausdruckereien ihren Papierbedarf, insgesamt betrachtet, zu 65 Prozent aus Recyclingpapier. Das entspricht ca. 11.000 Tonnen Papier (Email-Auskunft der Initiative Pro Recyclingpapier, 21.September 2010).
In Deutschland stagniert seit einigen Jahren der Verbrauch von Papier auf sehr hohem Niveau bei ca. 243 kg pro Person und Jahr. Weltweit wächst er hingegen weiter. Ursache dafür ist die wirtschaftliche Entwicklung insbesondere Chinas aber auch anderer Länder Asiens und Osteuropas sowie Brasiliens. China lag im Jahr 2009 bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von rund 42 kg, Brasilien bei 43 kg, Russland bei 46 kg – vom EU-Durchschnitt von 161 kg sind sie damit noch weit entfernt (VDP 2010, Leistungsbericht Papier, S. 93). Als Mindestbedarf zur Befriedigung der Grundbedürfnisse für Bildung, Kommunikation und Hygiene gelten laut Worldwatch Institute jährlich 30 bis 40 kg Papier pro Person (1999). Doch rund drei Viertel der Weltbevölkerung haben im Schnitt nur die Hälfte dieser Mindestmenge zur Verfügung.
Die Produktion einer Tonne Papier benötigt zum Beispiel für die Herstellung eines Frischfaserkopierpapiers genau so viel Energie wie die Herstellung einer Tonne Stahl. Damit ist die Papierindustrie der weltweit fünftgrößte industrielle Energieverbraucher. Hinzu kommen die Transporte von Rohstoffen und Fertigprodukten. Vor diesem Hintergrund wird die Notwendigkeit eines sparsamen Umgangs mit Papier deutlich. Der Verbrauch muss in den westlichen Ländern nahezu halbiert werden, nur so kann eine nachhaltige Papierversorgung gewährleistet werden.
Das Angebot an Papierprodukten aus Sekundärfasern für alle Einsatzzwecke hat sich in den vergangenen Jahren stetig erweitert und die technische Qualität wurde enorm verbessert, so dass es heute für jedes Alltagspapier dem Primärfaserprodukt vergleichbare Papiere in Recyclingqualität gibt. Die Praxis zeigt, dass nur selten negative Erfahrungen mit Recyclingpapier gemacht werden. Insbesondere Recyclingpapiere mit Blauem Engel stehen qualitativ auf gleicher Stufe wie hochwertige Primärfaserpapiere. Sie haben aber auf der Preisebene mit Billigangeboten ohne Herkunftsangabe bzw. Primärfaserpapier aus Eukalyptusplantagen zu kämpfen, das mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Fasern aus Urwaldzerstörung enthält. Wie Primärfaserpapiere hoher Qualität können auch Blauer Engel-Papiere mit solchen „no name-Produkten” preislich nicht mithalten. Dennoch gilt seit langem die Faustformel: Ein Recyclingpapier der 60er Weiße („presseweiß”) kostet in der Regel rund 15 Prozent weniger als ein vergleichbares Primärfaserpapier, die 70er Weiße rund 10 Prozent, die 80er Weiße rund 5 Prozent weniger.
Deutschland ist Europas größter Papierproduzent und bedeutendstes Papier-Exportland. Würden wir den gesamten Primärfaserverbrauch von rund 10 Millionen Tonnen im Jahr (inländische Produktion + Papierimporte - Papierexporte) mit heimischem Holz decken wollen, müsste alles derzeit im Jahresschnitt eingeschlagene Holz ausschließlich für die Fasergewinnung zur Verfügung stehen. Zusätzlich würden etwa 10 weitere große Zellstoffwerke benötigt (Kritischer Papierbericht 2004, S. 18-31). Rund 80 Prozent der in Deutschland verarbeiteten Primärfasern stammen aus Importen. Damit ist der umweltbelastendste Teil der Papierherstellung ins Ausland verlagert. Derzeit stammen 40 Prozent des in Deutschland eingesetzten Zellstoffs und fertigen Papiers aus Skandinavien. Finnland, neben Schweden unser Hauptlieferant für Papier, importiert wiederum einen Teil seines Rohholzes aus Russland, wo für die Holzbeschaffung auch Urwälder eingeschlagen werden. 13 Prozent seiner Primärfasern bezieht Deutschland aus Kanada, auch hier sind Urwälder durch Holzeinschlag bedroht. Neben den nordischen, sind von der Zerstörung auch tropische Regionen betroffen, da bspw. Deutschland fast ein Viertel des Zellstoffs aus Brasilien und geringere Mengen aus Chile, Uruguay und Indonesien importiert. In diesen Ländern schwindet der Urwaldbestand weiterhin in dramatischem Ausmaß. Zu großen Teilen wird das Holz illegal eingeschlagen. Unsere hohe Zellstoffnachfrage trägt maßgeblich zur weltweiten Waldzerstörung bei.
Um der wachsenden Holznachfrage bei schwindenden Primärwäldern nachzukommen, werden zunehmend Plantagen angelegt. Teils geschieht dies auf Brachflächen, teils werden Urwälder gerodet, um schnell wachsende Baumarten wie Eukalyptus anzupflanzen, die bei kurzer Umtriebszeit hohe Erträge versprechen. Doch die Monokulturen laugen durch ihren einseitigen Nährstoffbedarf die Böden aus, sind empfindlich gegenüber Schädlingsbefall und Sturmschäden, verlangen hohe Pestizid- und Düngereinsätze und verschmutzen die Wasserressourcen und Böden. Vielfach werden durch die Plantagen Landrechte verletzt: Waldbewohnern und Kleinbauern wird die Lebensgrundlage entzogen, weil wertvolle Flächen, die zur Versorgung mit Grundnahrungsmitteln nötig wären, in artenarme Plantagen umgewandelt werden und kaum Einkommensquellen für die ansässige Bevölkerung bieten.
Die Papierherstellung erfolgt in zwei Schritten: Zunächst wird der Faserrohstoff hergestellt, aus dem dann im zweiten Schritt das Papier produziert wird. Faserrohstoffe sind sowohl Primärfasern aus Holz als auch Sekundärfasern aus Altpapier. Bei Nutzung von Primärfasern erfolgt das Herauslösen der Fasern aus dem stabilen Holzverbund in speziellen Produktionsstätten, den Holzschliff- oder Zellstoffwerken und verbraucht große Mengen an Holz, Energie, Chemikalien und Wasser. Erst nach diesem Fasergewinnungsprozess kommt der Primärfaserstoff als Rohstoff in die eigentliche Papierfabrik. Beide Prozesse können auch in einer integrierten Fabrik stattfinden. Dann entfallen Arbeitsschritte wie die Trocknung der gewonnenen Fasern und der Transport von der Zellstofffabrik zur Papierfabrik. Altpapier hingegen gibt allein durch Auflösen und Reinigung im Wasser seine Fasern zur nächsten Verwendung frei und jede Papierfabrik kann diese Art der Rohstoffgewinnung im eigenen Hause vornehmen.
So erklären sich die besseren Umweltwerte von Recyclingpapier, das im Vergleich mit Primärfaserpapier nur rund ein Siebtel bis ein Drittel der Wassermenge und nur etwa die Hälfte an Energie benötigt.
1. Papierverbrauch und Recyclingquote: Nach Angaben des Verbandes Deutscher Papierfabriken (VDP 2010) sind knapp die Hälfte unseres inländischen Papierverbrauchs von fast 20 Millionen Tonnen pro Jahr Papiere für Presse und Druck, Büro und Kommunikation. Verpackungen machen 8,4 Millionen Tonnen aus. Taschentücher, Toilettenpapier, Küchenrollen & Co. werden im Umfang von 1,5 Millionen Tonnen und Papier für technische und spezielle Verwendungszwecke wie Tapeten, Filter- und Zigarettenpapier im Umfang von 1,2 Millionen Tonnen verbraucht.
2009 wurden 83 Prozent des Papiers nach Gebrauch wieder eingesammelt und überwiegend stofflich verwertet. An der Papier- und Pappe-Produktion machte Altpapier einen Anteil von 71 Prozent aus (VDP 2010, Leistungsbericht Papier, S. 67). Diese Altpapiereinsatz-Quote ließe sich auf 75 bis 80 Prozent steigern, wenn vor allem in den Sorten der Druck- und Büropapiere der Altpapieranteil erhöht würde, der derzeit bei 31 Prozent mit leicht steigender Tendenz liegt.
2. In Bezug auf Qualität, Gebrauchstauglichkeit und Sortimentsvielfalt bieten Recyclingpapiere beste Werte für nahezu alle Anwendungen.
Einige der führenden Kopiergerätehersteller vertreiben seit Jahren Recyclingpapiere mit Blauem Engel unter eigenem Namen im Eigeneinschlag und demonstrieren damit, dass ihre Maschinen diese Papierqualität einwandfrei verarbeiten. Die Firma Xerox hat im Jahr 2002 durch Belastungstests nachgewiesen, dass sich beim Einsatz von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel keinerlei Unterschiede zum Einsatz von vergleichbarem Primärfaserpapier ergeben und dieses Ergebnis in einem Zertifikat bestätigt.
Das Marktforschungsinstitut TNS Emnid wies Ende 2005 in einer bundesweiten repräsentativen Umfrage nach, dass bei identischem Inhalt ein auf Recyclingpapier gedrucktes Magazin als dem weißen Primärfaserpapier gleichwertig empfunden wurde. Etliche Großunternehmen arbeiten seit Jahrzehnten mit Recyclingpapier und bestätigen dessen hervorragende Farbwiedergabe und Bildqualität bei Drucken und Kopien.
Für die Aufbewahrung von Papier in Stadt-, Landes- und Bundesarchiven spielt die Alterungsbeständigkeit eine entscheidende Rolle. Alle Büropapiere mit Blauem Engel erfüllen die DIN-Norm 6738 und entsprechen der höchsten Lebensdauerklasse LDK 24-85. Damit erfüllen sie bei schonender Behandlung und Lagerung höchste Ansprüche und sind mehrere 100 Jahre alterungsbeständig.
Ökologisch betrachtet, gilt die Devise: Nur so weiß wie nötig. Für viele Anwendungen ist eine 60er Weiße völlig ausreichend, zumal geringere Kontraste die Augen entlasten. Wollen Institutionen nicht auf hohe Weiße verzichten, sind 70er und 80er Weiße empfehlenswerte Alternativen. Inzwischen gibt es sogar Recyclingpapiere der 100er Weiße mit Blauem Engel. Zu bedenken ist allerdings, dass sehr helle Sekundärfaserqualitäten nur durch einen erhöhten Einsatz besserer Altpapiersorten zu erzielen sind. Laut Vorgaben des Blauen Engels dürfen bis zu maximal 35 Prozent besserer Altpapiere eingesetzt werden. Diese Sorten sind jedoch knapp auf dem Markt, denn den Großteil des anfallenden Altpapiers machen die sogenannten unteren und mittleren Sorten mit über 80 Prozent aus. Außerdem ist für eine höhere Weiße eine aufwändigere Faserreinigung mit zum Teil höheren Energie- und Wassereinsätzen nötig.
3. Doch auch Recyclingpapier ist ein energieintensives, wertvolles Produkt, bei dem die größten Umweltentlastungspotenziale in der sparsamen Verwendung bestehen. Nur durch konsequentes Papiersparen werden weitere Abholzung verhindert und weltweite Zellstofftransporte minimiert. Papier vermeiden oder einsparen ist in öffentlichen Einrichtungen allerdings immer ein Zusammenspiel mehrerer Abteilungen und Personen. Deshalb ist es für den Erfolg sehr wichtig, dass das gemeinsame Vorhaben formuliert, kommuniziert und von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitgetragen wird. Konsequentes Papiersparen bedeutet im Büroalltag und für die Veranstaltungsorganisation immer:
Genau besehen stehen sich Primär- und Sekundärfasern nicht als Konkurrenten gegenüber, sondern als unterschiedliche Generationen in der gleichen „Materialfamilie”: Jede Sekundärfaser war einmal eine Primärfaser und ist nach mindestens sechsmaligem Gebrauch stofflich „am Ende”. Der ökologische Vorsprung der Sekundärfaser besteht darin, dass zu ihrer Gewinnung kein Holz eingeschlagen, dieses nicht mit Hilfe von Hitze (Kochung) und Chemikalien aufgeschlossen und das Fasermaterial nicht aufwändig gebleicht werden muss, wie es zur Gewinnung der Primärfaser geschieht.
Als ökologische Pluspunkte von Sekundärfaserpapier gegenüber Primärfaserpapier können zusammenfassend folgende Aspekte angeführt werden:
Diese Umweltvorteile wurden in Ökobilanzierungen seit den 1990er Jahren immer wieder nachgewiesen, am umfassendsten mit den „Ökobilanzen für graphische Papier” des Umweltbundesamtes im Jahre 2000 mit klaren Empfehlungen:
Eine Untersuchung des IFEU-Instituts im Auftrag des Umweltbundesamtes zu Kopierpapier aus dem Mai 2008 (unveröffentlicht) bestätigt diese Empfehlungen.
| Cluster | Anteil % | Menge in t |
| Nicht integriert hergestellte Papiere Mitteleuropa | ca. 50% | 400.000 |
| Annahme zur Faserstoffherkunft: | ||
| Zellstoff aus NORD, Skandinavien: 80% | ||
| Zellstoff aus Übersee, Südhemisphere: 20% | ||
| Integriert hergestellte Papiere NORD | ca. 20% | 160.000 |
| Annahme zur Faserstoffart: | ||
| Sulfat-Zellstoff aus NORD: 70% | ||
| Sulfit-Zellstoff aus NORD: 30% | ||
| Integriert hergestellte Papiere SÜD, Portugal | ca. 20% | 160.000 |
| Recycling-Kopierpapier | ca.10% | 80.000 |
| Gesamt | 100% | 800.000 |
Verglichen wurden die Umweltbelastungen von sechs für den deutschen Markt typischen Kopierpapiergruppen (Clustern):
Kürzel: „ZS NORD“
Kürzel: „ZS SÜD“
Kürzel: „PAP NORD (Sulfat)“
Kürzel: „PAP NORD (Sulfit)“
Kürzel: „PAP SÜD“
Dabei wurden die Prozessschritte der Fasergewinnung und der Papierherstellung betrachtet einschließlich der eingesetzten Energie, aller Hilfsmittel wie Chemikalien und Wasser sowie der Transportwege. Bei fast allen untersuchten Indikatoren, wie dem Energie- und Wasser-verbrauch sowie zum Teil auch den Auswirkungen auf den Treibhauseffekt, liegen die Umweltlasten bei der Herstellung von Recyclingpapier am niedrigsten.
Die IFEU-Studie und das Umweltbundesamt kommen zum Ergebnis:

Beim Wasser kommt die Recyclingvariante mit 40 Prozent gegenüber dem Primärfaserpapier aus, belastet das Wasser nur mit ca. 25 Prozent der Schmutzfracht (angegeben in CSB = Chemischer Sauerstoffbedarf, der zum vollständigen Abbau der organischen Abwasserinhaltsstoffe nötig ist) und trägt im Vergleich zum Primärfaserpapier mit weniger als 50 Prozent% zur Überdüngung („Aquatische Eutrophierung”) bei.
Holz ist der wesentliche Rohstoff der Primärfaserpapiere, während er bei den Recyclingpapieren null ist, da diese keine primären Holzfasern benötigen. Der in der Abbildung ersichtliche Unterschied zwischen den Primärfaserpapieren und dem Recyclingpapier ist daher als solcher natürlich eine Trivialität. Der Holzbedarf sollte vielmehr als ein Indikator für die Flächen- bzw. Naturraumbeanspruchung und den damit verbundenen möglichen Druck auf die Umwelt angesehen werden. Zudem gibt es Aufschluss über die Holzmengen bzw. Waldflächen, die als Ressource geschont würden bzw. für andere Zwecke nutzbar wäre, wenn Recyclingpapier anstelle von Primärfaserpapier verwendet wird.

Die Ergebnisse zum Energieverbrauch zeigen, dass die Herstellung von Primärfaser-Kopierpapier nach wie vor ein energieintensiver Prozess ist. Je Tonne Primärfaser-Papier werden zwischen 40-58 GJ Primärenergie benötigt. Dabei ist allerdings die in der Holzfaser (und somit im Papier) gespeicherte Energie (etwa 15 GJ je Tonne) mitgerechnet. Auch bei Abzug dieser Feedstock-Energie ist der Primärenergiebedarf der Primärfaser-Kopierpapiere (27-43 GJ) deutlich höher als der des Recycling-Kopierpapiers.
Das Bild ändert sich allerdings, wenn man nur den Primärenergiebedarf betrachtet, der mit nicht erneuerbaren Energieressourcen gedeckt wird. Hier sind die 2 Varianten integrierter Primärfaser-Kopierpapiere aus nordischer Herstellung günstiger als das Recycling-Kopierpapier. Dies ist auf den hohen Anteil an biogener Energie (Energierückgewinnung aus der Schwarzlauge sowie zusätzliche Nutzung von Rinde und zugekauften Hackschnitzeln) zurückzuführen und deren Nutzbarkeit sowohl für die Zellstoffaufbereitung als auch die Papierherstellung.
Das Recycling-Kopierpapier zeigt jedoch Vorteile gegenüber den nicht integrierten Primärfaser- und dem integrierten Primärfaser-Papier aus Portugal. Der Vorteil gegenüber dem Papier aus nordischem Zellstoff (die Papierherstellung selbst wird in Deutschland angenommen) ist nur knapp, da auch bei diesem Szenario ein hoher Anteil von biogener Energie im Zellstoffprozess zum Tragen kommt. Im Vergleich zum Papier aus Übersee-Zellstoff ist der Vorteil deutlicher, da der Überseetransport nicht unerheblich zu Buche schlägt.

Die Treibhausgasbilanz zeigt, dass Primärfaserpapier, dank seiner typischen Produktionseigenschaften in bestimmten Fällen CO2-Werte erreicht, die teilweise bei oder sogar unter denen von Recyclingpapier liegen. Folgende Faktoren tragen dazu bei:
Die angesprochenen Fälle, in denen Frischfaserpapiere niedrigere CO2-Werte als Recyclingpapiere erreichen, betreffen 20 Prozent des deutschen Kopierpapiermarktes. Diese Papiere stammen aus den integrierten Papier- und Zellstoffwerken Skandinaviens.
Wenn auch moderne Zellstoffwerke den Primärfaserstoff für Papier ohne fossile Energie herstellen, weil sie das Holz zur Hälfte stofflich als Fasergrundlage und zur anderen Hälfte energetisch für den Zellstoffkochprozess nutzen, so ist die Papierindustrie dennoch alles andere als „klimaneutral”:
Denn für die Papier- und Zellstoffindustrie von Jahr zu Jahr mehr Frischholz benötigt. Auch wenn dieses Holz nachhaltig erwirtschaftet wird, steht die Fläche, auf der es wächst, anderen Nutzungen (Landwirtschaft) nicht mehr zur Verfügung. Auf diesen Flächen könnten bei verstärkter Nutzung von Recyclingpapier alternativ z.B. Energiepflanzen zur Erzeugung biogener Kraftstoffe angebaut werden.
Hierzu wurde beispielhaft folgende Rechnung aufgestellt:
1. Ausgangswert: Holzbedarf pro t Papier:
2,3 t (Eukalyptus mit 12% Wassergehalt)
2. Umrechnung von Holzmenge in Flächenbedarf:
1 t Eukalyptus-Holz benötigt 1,3 ha*a
Bezogen auf die t Papier: 2,3 t * 1,3 (m2*a)/t = 3 ha*a
Alternativnutzung: Anbau von Energiepflanzen zur Herstellung von Bioethanol zur Substitution von Ottokraftstoff
Einsparpotential liegt bei mindestens 3,4 t CO2-Äquiv./(ha*a)
3. integrierter Frischfaserpapierproduktion in Skandinavien spart 550 kg CO2 im Vergleich zur Recyclingpapier
550 kg – 3.400 kg CO2-Äquiv./(ha*a) Einsparpotential aus alternativer Holznutzung = 2.850 kg CO2-Äquiv./(ha*a)
Die Nutzung von 1 t Recyclingpapier spart mindestens 2.850 kg CO2-Äquiv./(ha*a), wenn die für das Holzwachstum benötigte Fläche - als alternativer Nutzung – zum Anbau von Energiepflanzen verwendet wird, und mit dem erzeugten Bioethanol Ottokraftstoff ersetzt wird.
Darüber hinaus ist der Verlust von Naturwald eines der größten ökologischen Probleme auf der Erde und bewirkt massive Beeinträchtigungen des globalen Klimahaushalts. Dieser Faktor sollte in die Bewertung der Ressourcen- und Klimarelevanz der Papierindustrie mit einfließen, da bereits die Hälfte des industriell eingeschlagenen Holzes in der Papier- und Zellstoffherstellung verarbeitet werden. Dieser Effekt ist aber derzeit auf der Produktebene nur schwer quantifizierbar.
In den nächsten Jahren wird erwartet, dass sich die Faserrohstoffquellen von den skandinavischen Ländern mehr und mehr in die äquatorialen Gebiete verlagern, da dort erheblich höhere Zuwachsraten erzielt werden können. Für die Papier- und Zellstoffherstellung wird bisher in den meisten Fällen Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern verarbeitet. Jedoch steht dieses Holz für andere Nutzungen nicht mehr zur Verfügung. Für diese Nutzungen (Brennstoff, Baumaterial) wird dann eventuell auch vermehrt Holz nicht legaler Herkunft eingesetzt.
Auch Plantagen liefern ihr Holz nicht klimaneutral: Für das Anlegen, die Düngung, Bewässerung und Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln, für die Abholzung und auch den Transport zum Zellstoffwerk sind erhebliche Mengen an fossiler Energie nötig. Diese Informationen werden in den Ökobilanzen bisher nur teilweise berücksichtigt.
Die eigentliche Papierproduktion in der Papierfabrik erfordert zusätzlich fossile Energien ebenso wie alle nachgelagerten Schritte wie Druck und Verarbeitung, Distribution und Rückholung des Papiers nach Gebrauch.
Blauer EngelDer Blaue Engel zeichnet Produkte aus, die innerhalb der gleichen Produktgruppe besonders umweltfreundlich sind und zudem hohe Ansprüche an Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie die Gebrauchstauglichkeit erfüllen. 1978 wurde der Blaue Engel zum ersten Mal vergeben und ist damit das älteste Umweltzeichen weltweit.
Im Papierbereich bietet der Blaue Engel optimale Orientierung für eine umweltverträgliche Beschaffung technisch hochwertiger Papiere mit minimaler Schadstoffbelastung. Es werden vier Produktgruppen unterschieden:
Büropapiere entsprechend dem RAL-UZ 14 bestehen zu 100 Prozent aus Altpapier. Für ihre Herstellung müssen mindestens 65 Prozent Altpapier der unteren, mittleren und krafthaltigen Sorten eingesetzt werden – bezogen auf den gesamten Faserstoffeinsatz. Diese Sorten machen als Haushaltssammelware einen Großteil des Altpapieraufkommens aus. Fertigungsausschuss aus der Papierfabrik gilt nicht als Altpapier, es sei denn er fällt bei der Papierherstellung aus 100 Prozent Altfaserstoff an. Der Blaue Engel für Recyclingpapier verbietet den Einsatz von Chlor, optischen Aufhellern, halogenierten Bleichmitteln und weiteren Chemikalien.
Kopierpapiere mit dem Engel sind nach DIN EN 12281:2003 geprüft und erfüllen die gleichen Anforderungen an ihre technische Eignung wie normgerechte Primärfaserpapiere. Die Emission von flüchtigen organischen Verbindungen beim Bedrucken von Papier mittels Laserdrucker oder Kopierer wird in den Kriterien des RAL-UZ 14 begrenzt. Die Lebensdauer der Recyclingpapiere erfüllt höchste Ansprüche an die Archivierbarkeit (LDK 24-85 nach DIN 6738:1999).
Fazit: Der Blaue Engel stellt die höchsten Anforderungen an Recyclingpapiere und ist so ein verlässlicher Wegweiser auf der Suche nach umweltgerechten Papierprodukten, die zugleich höchsten ökologischen wie technischen Ansprüchen genügen.
Die Kriterien werden vom Umweltbundesamt in Kooperation mit Herstellern, Prüfinstituten, weiteren Fachleuten und Verbrauchervertretern erarbeitet. Die unabhängige Jury Umweltzeichen prüft und beschließt die Vergabegrundlagen. Die Vergabe erfolgt durch die RAL gGmbH im Auftrag des Umweltbundesamtes.
EU-Umweltzeichen "EU-Blume"Das Europäische Umweltzeichen „EU-Blume“ ist ein freiwilliges, anerkanntes System, das Konsumenten bei ihrer Kaufentscheidung unterstützt, umweltgerechte Produkte und Dienstleistungen zu berücksichtigen. Die EU-Blume kennzeichnet Waren, die im Vergleich zu herkömmlichen Produkten mit dem gleichen Gebrauchswert über alle Lebenszyklusphasen in der Summe geringere Umweltauswirkungen haben.
Für die Kennzeichnung von ökologischem Papier legt das Umweltzeichen der Europäischen Union Grenzwerte für Energieverbrauch, Abwasserbelastung und Luftemissionen fest. Es zielt darauf, die durch den Einsatz gefährlicher Chemikalien bedingten Umweltschäden und –risiken zu reduzieren. Deshalb ist der Einsatz von elementarem Chlor zur Bleiche verboten.
Im Gegensatz zum Blauen Engel für Recyclingpapier stellt das EU-Umweltzeichen bisher keine Anforderungen an den Einsatz von Altpapier. Die EU-Blume ist – im Unterschied zum Blauen Engel – keine Zertifizierung, die einen Beitrag zur Förderung der Kreislaufwirtschaft leistet. Für Primärfasern wird die „Gewährleistung einer nachhaltigen Forstwirtschaft” verlangt - nur 15 Prozent müssen zertifiziert sein, ohne Vorgabe bestimmter Zertifizierungssysteme. Damit ist die Europäische Blume unter dem Aspekt der Waldschonung kein ausreichendes Kennzeichen für eine ökologische Papierbeschaffung.
Die Vergabe erfolgt durch die nationalen Umweltzeichen-Vergabestellen, in Deutschland durch die RAL gGmbH, RAL. Die Vergabe des Labels erfolgt für einen begrenzten Zeitraum, danach wird das Produkt einer erneuten Überprüfung unterzogen. Die Bewertungskriterien werden regelmäßig überprüft und angepasst.
Forest Stewardship Council (FSC)Der Forest Stewardship Council (FSC) ist eine internationale Non-Profit-Organisation. Der FSC setzt sich für eine ökologische und sozial verantwortliche Nutzung der Wälder ein. Er schuf das erste System zur Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft, betreibt es und entwickelt es weiter. Der Ausdruck „FSC“ wird auch benutzt
Das FSC-Logo kennzeichnet Holz-Produkte als Erzeugnisse von Forstbetrieben, die nach FSC-Kriterien zertifiziert sind. Speziell für Papier gibt es drei Zeichen:
Das bedeutsamste und praxisrelevanteste Zeichen ist „FSC-Pure”, dieses verlangt den Nachweis, dass die Primärfasern aus FSC-zertifiziertem Holz hergestellt sind. Es steht für ein reines Primärfaserprodukt und hat gegenüber allen anderen Papieren aus Holz den einzigen Vorteil, dass die Holzquelle zertifiziert ist.
Das Zeichen „FSC-recycled” schreibt 100 Prozent Altpapier vor - ohne jede weitere Vorgabe hinsichtlich Chemikalieneinsatz wie dies der Blaue Engel verlangt.
Das dritte Zeichen „FSC-mixed” erlaubt in festgelegten Anteilen die Mischung von Primärfasern und Sekundärfasern.
Im Gegensatz zum Blauen Engel bleiben weitere wichtige Kriterien, wie Chemikalieneinsatz oder die Erfüllung von technischen Normen, bei allen FSC-Papierzertifikaten unberücksichtigt. Daher ist das FSC-Zeichen nur für die Auswahl bei Primärfaserpapieren geeignet und kein dem Blauen Engel vergleichbares, umfassendes Umweltzeichen. Dies ist auch in einer gemeinsamen öffentlichen Erklärung von Bundesumweltministerium, Umweltbundesamt, Initiative „Pro Recyclingpapier”, FSC Deutschland und „Jury Umweltzeichen" vom 12. Dezember 2006 festgehalten PDF / 55 KB: Der Blaue Engel ist das qualitativ anspruchsvollste Umweltzeichen für Papier in Deutschland. FSC ist in Staaten sinnvoll, in denen die Verwendung von Recycling-Papier voran gebracht werden soll und hierfür noch keine spezifischen Standards existieren. Bei der Vergabe des FSC-Labels für Recycling-Papier wird allein die Wiederverwendung der Fasern berücksichtigt, nicht jedoch die Gesamtbelastung der Umwelt im Produktionsverfahren. FSC Deutschland setzt sich daher dafür ein, dass Umweltanforderungen im Produktionsprozess auch in die weltweiten Regelungen des FSC aufgenommen werden. Maßstab für diese wichtige Pionierarbeit sollen die Standards des Blauen Engels sein.
Der FSC zertifiziert nicht selbst, sondern bevollmächtigt unabhängige Zertifizierungsorganisationen, die kontrollieren, ob die FSC-Prinzipien eingehalten werden. Der FSC überprüft einmal jährlich die Zertifizierungsorganisationen darauf, ob sie die Arbeit im Sinne des FSC ausführen. Holzprodukte durchlaufen vom Wald bis zum Endverbraucher mehrere Stationen und damit verbunden mehrere Eigentumsverhältnisse. Entscheidend für die FSC-Zertifizierung ist, dass alle Eigentümer innerhalb der Produktkette ("COC - Chain of Custody") zertifiziert sind. Wichtige Elemente der Prüfung sind der Nachweis der Holzherkunft, eine Mengenplausibilität und die Sicherstellung, dass zertifiziertes Holz nicht unzulässig mit unzertifiziertem Holz vermischt wird.
PEFCDas Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC) wurde 1999 als „Pan European Forest Certification Council”, der ursprünglichen Bedeutung des Akronyms, hauptsächlich von europäischen Waldbesitzern initiiert. Seit 2003 bildet PEFC den internationalen Rahmen für die Anerkennung nationaler Zertifizierungssysteme.
In Deutschland wird der PEFC Zertifizierungsprozess durch den PEFC-Deutschland e.V. repräsentiert. Er ist auch für die Entwicklung und Umsetzung eines nationalen Standards für die Waldbewirtschaftung, der alle 5 Jahre einer Revision zu unterziehen ist, zuständig.
Mit Hilfe der Produktkettenzertifizierung (Chain-of Custudy) kann „PEFC-Holz” lückenlos bis zum Endverbraucher nachverfolgt werden. Hierzu müssen sich alle Betriebe einer Produktkette zertifizieren lassen.
Mit dem PEFC-Zeichen werden hauptsächlich Primärfaserprodukte (Produkte aus Frischfasern) ausgezeichnet. Aber auch Produkte mit einem Altpapieranteil können das PEFC-Zeichen tragen. Die Umweltanforderungen beziehen sich bei PEFC auf die Waldbewirtschaftung. Darin besteht der wesentliche Unterschied zum Blauen Engel, der strenge Umweltanforderungen an den Produktionsprozess des Papiers stellt.
Das PEFC-Zertifikat garantiert, dass Holz und Holzprodukte aus legaler und nachhaltiger Waldwirtschaft stammen. Der Standard für die Waldbewirtschaftung beinhaltet ökonomische, ökologische und soziale Anforderungen. Hierzu zählen unter anderem:
Von den Mitgliedern des PEFC e.V. wird der Deutsche Forstzertifizierungsrat (DFZR) gewählt. In diesem Gremium werden Entscheidungen in Hinblick auf Kriterien und das Zertifzierungssystem getroffen.
Das PEFC verfolgt in Deutschland den Ansatz einer regionalen Zertifzierung auf der Ebene der Bundesländer. Waldbesitzer einer Region beantragen die Begutachtung der Wälder in der Region. Auf der Grundlage des Standards (Kriterien und Indikatoren) wird ein regionaler Waldbericht erstellt. Dieser wird durch die Zertifizierungsstellen auf Übereinstimmungen mit den Anforderungen des PEFC Systems geprüft (Konformitätsprüfung). Bei positiver Begutachtung können alle Forstbetriebe der Region die Ausstellung eines Zertifikats und die Berechtigung zur Zeichennutzung beantragen. Nach der Unterzeichnung einer freiwilligen Selbstverpflichtung, in der sich die Forstbetriebe zur Einhaltung der PEFC Standards bekennen, erfolgt die Zertifikat- und Zeichenvergabe durch die Zertifzierungsstellen.
Jährliche Kontrollen finden in Form von flächengerichteten Kontrollstichproben statt.
Nordischer SchwanDer nordische Schwan wurde 1989 vom nordischen Ministerrat ins Leben gerufen und 1991 erstmals vergeben. Ziel des Ministerrats war es, ein einheitliches nordisches Umweltzeichensystem für Produkte und Dienstleistungen zu etablieren. Das nordische Umweltzeichen ist für rund 60 Produktgruppen verfügbar.
Das skandinavische Umweltzeichen kennzeichnet Papiere, die niedrigere Umweltbelastungen beim Energie-, Wasser- und Chemikalieneinsatz verursachen als durchschnittlich bei der Papierherstellung. Der ausschließliche Einsatz von Altpapier (Sekundärfasern) wird nicht verlangt. Der Faserrohstoff Holz muss zu mindestens 20 Prozent aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammen – wobei unterschiedliche Zertifizierungssysteme akzeptiert sind. Kann dieser Anteil an zertifizierten Faserrohstoffen nicht erbracht werden, wird das Papier dennoch zertifiziert, wenn es zu 75 Prozent aus Altpapier, Durchforstungs- oder Sägerestholz hergestellt wird. Das übrige, zur Herstellung eingesetzte Holz darf aus Primärwäldern stammen.
Fazit: Der Nordische Schwan leistet keinen ausreichenden Beitrag zum Waldschutz. Er bietet in erster Linie eine Orientierung hinsichtlich der Umweltverträglichkeit unterschiedlicher Primärfaserpapiere.
Die Vergabe erfolgt durch die nationalen Umweltzeichenstellen in Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und Island.
EugropaDer EUropäische Verband für GROsshändler in PApier (EUGROPA) ist ein Zusammenschluss von 22 nationalen Papiergroßhandelsverbänden. EUGROPA repräsentiert damit fast 200 Unternehmen des europäischen Papierhandels.
Das EUGROPA-Zeichen tragen Papiere, die mindestens 75 Prozent Altpapier aus bereits gebrauchtem Altpapier und Remittentenware (Reklamationen, Überschuss) enthalten. Fabrikabfälle sind nicht eingeschlossen. Für die restlichen 25 Prozent ist der Einsatz von Primärfasern erlaubt – ohne weitere Spezifizierung.
Die Vergabe erfolgt durch den Europäischen Verband der Papiergroßhändler.
Alle Gründe sprechen für den Einsatz von Recyclingpapier. Die vielfältigen Umweltbelastungen in der Papierkette zeigen aber deutlich, dass nachhaltiges Wirtschaften nicht allein durch den Ersatz von Primär- durch Sekundärfaserpapier erreicht werden kann. Wir brauchen dringend einen bewussteren Umgang mit dem Material, das jedem von uns so selbstverständlich Tag für Tag in unbegrenzter Menge zur Verfügung steht! Papiersparen muss klare Priorität eingeräumt werden.
Papier vermeiden oder einsparen ist in öffentlichen Einrichtungen immer ein Zusammenspiel mehrerer Abteilungen und Personen. Deshalb ist es für den Erfolg sehr wichtig, dass das gemeinsame Vorhaben formuliert, kommuniziert und von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitgetragen wird. Wir empfehlen deshalb folgendes Vorgehen: 1. Feststellen des Ist-Zustandes: Wo wird zu welchem Zweck wie viel von welchem Papier verbraucht? 2. Festlegen konkreter Einsparziele 3. Konkrete Vorgaben für jede Abteilung samt ausführlicher Informationsphase für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Quelle: Jupp Trauth, Evelyn Schönheit, forum ökologie und papier, hunsrueckvelo@gmx.de, 2007
Überarbeitung: Umweltbundesamt und Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), September 2011