Themen

Produkte

Aktuelles

Service

Verwandte Sachgebiete im UBA

 

Logo Umweltfreundliche BeschaffungSie sind hier: Startseite > Produkte - Aktuelles > Umweltfreundliche Beschaffung > Büro / Bürogeräte / Thin Clients

to the English version of this page

Umweltfreundliche Beschaffung

Büro / Bürogeräte

Letzte Änderung: 16.07.2009

Thin Clients

Einführung

Der Markt für stationäre und tragbare Computer ist in beständigem Wachstum begriffen. So erwartete das vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) mitbegründete European Information Technology Observatory (EITO) in seinem Jahrbuch 2007, dass im Jahr 2008 in Deutschland die Menge neu ausgelieferter PC eine Zahl von 11 Mio. Stück überschreiten wird [EITO, 2007]. Mit einem Anteil von ca. 47 Prozent machen stationäre Geräte annähernd die Hälfte aus. Die Mehrzahl der Geräte wird, einer Studie im Auftrag der Europäischen Kommision zu Folge, von privaten Haushalten konsumiert, während geschätzte 40 Prozent der Computer von Unternehmen bezogen werden [IVF, 2007].

Mit der Produktion und dem Inverkehrbringen einer solchen Menge PC ist eine nicht unerhebliche Belastung der Umwelt verbunden. So ist allein der Energiebedarf von IT-Komponenten im laufenden Betrieb nennenswert und beträgt nach Schätzungen in Deutschland 3 Prozent des landesweiten Gesamtstromverbrauchs [Hiebel et al., 2007]. Daneben sind vielfältige ökotoxikologische Auswirkungen der bei der Produktion eingesetzten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und der daraus resultierenden Emissionen zu nennen. Folglich vergrößert sich durch die immer intensivere Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnik (IuK-Technik) deren „ökologischer“ Fußabdruck stetig [Greenpeace, 2007].

Auch die beständig wachsende Abfallmenge aus der IT-Nutzung – verursacht durch kürzere Innovationszyklen und damit einhergehend verkürzte Nutzungsdauern der Elektrogeräte – und der Umgang damit stellen ein Problem dar. Oft findet eine Wiederverwertung von Altgeräten in weniger entwickelten Ländern mit niedrigen Umweltstandards unter gesundheits- und umweltschädlichen Bedingungen statt [Greenpeace, 2005]. Dieser Problematik kann mit den Konzepten des Design for EnvironmentZiel des Design for Environment ist es, ein Produkt bereits bei der Planung und Konzeption auf niedrigen Energieverbrauch und gute Recyclingeingenschaften hin zu optimieren. und der Dematerialisierung begegnet werden. Bei diesem Ansatz steht nicht ein materielles Produkt, z. B. ein bestimmter Computer, sondern die Funktion oder zu erfüllende Aufgabe im Vordergrund. Im Fall der IuK-Technik bedeutet dies, alternative Systeme und Infrastrukturen in Erwägung zu ziehen, die in der Lage sind, bei deutlich verringerten Umweltauswirkungen die gleichen Funktionen in der gleichen Qualität zu erfüllen (Nutzenäquivalenz).

Vor diesem Hintergrund können sogenannte Thin Clients (frei übersetzt „dünner Klient“) in Verbindung mit Terminalservern eine Alternative zu herkömmlichen PC darstellen. Das grundsätzliche Funktionsprinzip ist den Großrechner-Umgebungen der 1950er und 1960er Jahre verwandt. Der Computer am Arbeitsplatz diente ausschließlich der Übertragung der Benutzereingaben zum Server und der Darstellung der textbasierten Rückgabe am Arbeitsplatz. Die eigentliche Datenverarbeitung und –speicherung geschah zentral am Großrechner (Abb. 1).

Zentralisiertes Betriebsmodell bestehend aus Großrechner und Terminals

Abbildung 1: Zentralisiertes Betriebsmodell bestehend aus
Großrechner und Terminals

Thin Clients und Terminalserver stellen eine moderne Variante dieses Betriebsmodells dar. Die Clients sind deutlich kleiner als PC-Systeme und beinhalten in der Regel keine beweglichen Teile wie Festplatten oder Lüfter. Über das Netzwerk werden wie beim historischen Vorbild wiederum nicht die eigentlichen Anwendungsdaten (z. B. Dokumente, Grafiken, Datenbanken), sondern nur Benutzereingaben und Video- sowie Audioausgaben zwischen Thin Client und Terminalserver ausgetauscht. Die Datenverarbeitung und Rechenleistung wird zentral auf dem Server erbracht (Abb. 2). Dabei bieten die Thin Clients den Anwendern die gewohnte grafische Benutzeroberfläche verbunden mit einem wartungsfreundlichen zentralen Serverkonzept. Dies setzt voraus, dass die Thin Clients dauerhaft über eine Netzwerkverbindung zum Terminal Server verfügen. Im Sinne der Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit sollten mehrere Terminal Server zum Einsatz kommen (weitere Informationen zur nötigen Infrastruktur im Rechenzentrum in [UMSICHT, 2008-1], S. 9ff. und 25ff.).

Terminal Server führen Programme aus und übermitteln die Bildschirmausgabe an Thin Clients und Desktop Computer

Abbildung 2: Terminal Server führen Programme aus und
übermitteln die Bildschirmausgabe an
Thin Clients und Desktop Computer

Auch wenn Thin Clients vom Terminalserver weitestgehend funktional abhängig sind, stellen sie selbst unter anteiliger Berücksichtigung der Anschaffungs- und Betriebskosten der Terminalserver eine wirtschaftliche Alternative zu herkömmlichen Computern dar [Knermann, 2008]. Auch unter ökologischen Gesichtspunkten bieten die Thin Clients wesentliche Vorteile. So ergab eine Studie einer Lebenszyklusbetrachtung von Thin Clients (Produktion, Herstellung, Distribution/Logistik, Betrieb sowie Recycling/Entsorgung), ein Einsparpotential von 54 Prozent der CO2eq EmissionenCO2eq = CO2-Äquivalente. Es werden neben CO2 fünf weitere Treibhausgase berücksichtigt (z. B. Methan und Lachgas). Die einzelnen Gase werden dabei gemäß ihrer Relevanz für den Treibhauseffekt beurteilt und in zu CO2 äquivalente Emissionen umgerechnet. gegenüber einer PC-gestützten Versorgung eines Anwenders [UMSICHT, 2008-1].

Vor diesem Hintergrund sollte vor der Beschaffung neuer Computer entsprechend geprüft werden, ob alternativ Thin Clients für den gewünschten Einsatzzweck in Frage kommen. Bei deren Beschaffung sollten Umweltaspekte unbedingt beachtet werden. Dabei spielt insbesondere der Stromverbrauch während der Betriebsphase eine wesentliche Rolle. Die nachstehenden Ausführungen beziehen sich auf die Systemeinheit, den eigentlichen Thin Client, der am Arbeitsplatz eingesetzt wird. In der Regel sind neben der Systemeinheit selbst nur Netzkabel und ggf. externes Netzteil im Lieferumfang enthalten. Falls doch Tastatur und andere Peripheriegeräte mit der Systemeinheit ausgeliefert werden sollten, werden diese nur in den Ausschreibungsempfehlungen berücksichtigt. Anzeigeeinheiten/Bildschirme sind separat zu betrachten. Weiterhin sind Material- und Energieeffizienz auf Seiten der Terminalserver zu berücksichtigen. Einsparpotenziale bieten hier die Virtualisierung von ServernBei der Servervirtualisierung kommt eine als Hypervisor bezeichnete Softwarekomponente zum Einsatz, die als Zwischenschicht zwischen der Hardware und dem eigentlichen Betriebssystem von der Hardware abstrahiert. Es wird so möglich, mehrere Betriebssysteme parallel auf einem System auszuführen, somit mehrere physikalische Server auf eine leistungsfähigere Hardware zu konsolidieren und die Hardware effizienter auszulasten. und DesktopsDie Desktopvirtualisierung folgt dem gleichen technischen Funktionsprinzip wie die Virtualisierung von Servern, zielt dabei aber insbesondere darauf, die Betriebssysteme einzelner Arbeitsplatz-PC zentral im Rechenzentrum auszuführen. Es soll so ermöglicht werden, individuelle Software zentral an Thin Clients bereitzustellen, die auf einem Terminalserver aus Gründen der Kompatibilität oder Leistungsanforderungen bislang nicht betrieben werden konnte..

zurück zum Seitenanfang

Umweltbezogene Produkteigenschaften

Energieverbrauch

Die Umweltauswirkungen der IuK-Technik resultieren zu einem nicht unerheblichen Teil aus der Material- und Energieintensität der Rohstoffgewinnung, Produktion und Logistik. Hinzu kommen immer kürzere Innovationszyklen der angebotenen Produktpalette und somit eine ebenso kürzere Nutzungsdauer der Geräte. Im Hinblick auf die Umweltaspekte ist jedoch ein möglichst langer und effektiver Nutzungszeitraum anzustreben. Dieses Ansinnen unterstützt der Einsatz von Thin Clients, da die Geräte weitestgehend unabhängig vom Leistungsbedarf der Betriebssysteme und Anwendungsprogramme sind [UMSICHT, 2008-1].

Eine Aufrüstung von Komponenten wie Prozessoren, Arbeitsspeicher und Festplattenkapazität wird im Bedarfsfall nur auf Seiten des Terminalservers erforderlich. Da ein Terminalserver aber zahlreiche Thin Clients bedienen und somit besser ausgelastet werden kann, ist dies ressourcen- und energieeffizienter als Betrieb und Aufrüstung vieler einzelner Arbeitsplatz-PC. Die Möglichkeit zur Aufrüstung des Thin Clients selbst ist entsprechend von untergeordneter Bedeutung und kann sich darauf beschränken, im Bedarfsfall, z. B. bei Defekt, den lokalen Arbeitsspeicher, die Speicherkarte mit dem lokalen Betriebssystem oder das Netzteil des Clients wechseln zu können. Da Thin Clients in der Regel auf bewegliche Teile wie Festplatten und Lüfter verzichten, kann die Systemeinheit darüber hinaus als weniger wartungsintensiv betrachtet werden (Abb 3.).

Ein Thin Client (links) ist kleiner und verfügt über weniger Bauteile als ein PC

Abbildung 3: Ein Thin Client (links) ist kleiner und verfügt über
weniger Bauteile als ein PC (rechts).

Ein Thin Client verbraucht zudem wesentlich weniger Strom als ein stationärer Computer, was insbesondere für ältere PC gilt, deren Netzteile weniger effizient arbeiten als die aktueller Geräte [UMSICHT, 2006]. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, einen PC als Terminalserver-Client weiterzunutzen. In diesem Fall reduziert sich der Stromverbrauch in der Nutzungsphase, der sich in den laufenden Kosten des Anwenders niederschlägt, indes kaum. Unter der Voraussetzung, dass die Altgeräte ordnungsgemäß einer stofflichen Wiederverwertung zugeführt werden, kann die Beschaffung von Thin Clients unter Umweltgesichtspunkten entsprechend günstiger sein, als die Aufrüstung vorhandener PC oder deren Einsatz als Terminalserver-Client.

Die Systemeinheit sollte über einen leicht erkennbaren und zugänglichen Ausschalter verfügen, nach dessen Betätigung zumindest der Schein-Aus-Zustand erreicht wird. Sofern der Systemeinheit ein externes Netzteil zur Stromversorgung dient, sollte dieses der Leitlinie der EU-KommissionCode of Conduct on Efficiency of External Power Supplies – Version 3Code of Conduct on Energy Efficiency of External Power Supplies Version 3 vom 28.11.2007, gültig ab 01.01.2009“ entsprechen und möglichst auch die für die Geräte vorgegebenen Materialanforderungen erfüllen.

Für verwendete Batterien bei externer Stromversorgung gilt die EU-Batterierichtlinie [2006/66/EG, 2006]. Demnach dürfen Batterien und Akkumulatoren nicht mehr als 0,0005 Gew.-% Quecksilber und 0,002 Gew.-% Cadmium enthalten, unabhängig davon, ob sie in Geräte eingebaut sind oder nicht. Es muss sichergestellt werden, dass Batterien und Akkumulatoren problemlos aus Geräten entfernt bzw. ausgetauscht werden können. Es müssen Anweisungen beigefügt sein, wie die Batterien und Akkumulatoren sicher entnommen werden können, und die die Verbraucher über den Typ der eingebauten Batterien und Akkumulatoren informieren.

Geräuschemissionen

In Büros, in denen konzentriert gearbeitet werden muss, werden das „Klappern“ der Eingabetastatur und die von der Systemeinheit ausgehenden Geräusche leicht als störend empfunden – ganz besonders dann, wenn sich mehrere Computer-Arbeitsplätze in einem Raum befinden. In der Hauptsache werden die PC-Geräusche durch die Lüfter zur Kühlung des Prozessors, der Grafikkarte und des Netzteiles sowie durch Festplatten- und optische Laufwerke verursacht.

Da weitestgehend alle am Markt verfügbaren Thin Client-Modelle ohne aktive Komponenten im Sinne mechanisch beweglicher Teile, wie Festplatten und Lüfter, auskommen, tragen sie kaum zur Geräuschkulisse bei.

Verfügt ein Thin Client-Modell in begründeten Ausnahmefällen doch über aktive Komponenten, sollten aus Gründen der Arbeitsergonomie mindestens die gleichen Anforderungen hinsichtlich der Geräuschemissionen gestellt werden wie an Arbeitsplatzcomputer: Beispielsweise sind für das Umweltzeichen Blauer Engel die Geräuschemissionen als garantierter Schallleistungspegel anzugeben. Zulässige Höchstwerte dürfen nicht überschritten werden:

Materialeinsatz

Computer bestehen aus einer Vielzahl von Einzelkomponenten und hunderten verschiedenen Stoffen. Es handelt sich u. a. um Eisen- und Buntmetalle, Aluminium und Edelmetalle, Kunststoffe, Halbleitermaterialien und Baugruppen mit einer Materialmischung wie bestückte Leiterplatten, Flüssigkristallanzeigen, Kondensatoren, Batterien und Kabel. Gemäß EU-Verordnung 2002/95/EC ist der Einsatz von Schwermetallen, PBDE und PBB verboten [RohSG, 2003]. Diese EU-Verordnung wurde mit dem Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (Elektro- und Elektronikgerätegesetz – ElektroG) in deutsches Recht umgesetzt [ElektroG, 2005]. Demnach sind „Elektro- und Elektronikgeräte sind möglichst so zu gestalten, dass die Demontage und die Verwertung, insbesondere die Wiederverwendung und die stoffliche Verwertung von Altgeräten, ihren Bauteilen und Werkstoffen, berücksichtigt und erleichtert werden“ [ElektroG, 2005]. Für Geräte gelten bezogen auf homogenen Werkstoff Grenzwerte von 0,1 Gew.-% Blei, Quecksilber, Chrom VI, Polybromiertes Biphenyl (PBB) oder Polybromiertem Diphenylether (PBDE) und 0,01 Gew.-% Cadmium [ElektroG, 2005].

Für eine umweltschonende Entsorgung der Geräte nach der Nutzung und die Chance, möglichst viele verschiedene Teile wiederzuverwerten oder sogar nochmals zu verwenden, müssen die einzelnen Bauteile leicht trennbar sein.

Metallisierungen von Kunststoffteilen belasten die Umwelt bei Herstellung und meist auch beim Recycling zusätzlich. Sie sollten weitgehend unterbleiben, keinesfalls jedoch galvanisch erzeugt werden.

Um die fachgerechte Entsorgung nach der Nutzungsphase sicherzustellen, sollten Hersteller oder Vertreiber (oder ein beauftragtes Unternehmen) das gebrauchte Gerät zurücknehmen und die sachgerechte Entsorgung garantieren. Bei der Entsorgung von Altgeräten sind grundsätzlich die Vorgaben des Kreislaufwirtschaft- und Abfallgesetztes (KrW-/AbfGDie Entsorgung von Abfällen ist grundsätzlich im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW/AbfG) geregelt. Demnach liegt die höchste Priorität in der Vermeidung von Abfällen vor der Verwertung und umweltgerechten Beseitigung, was dem Gedanken der Mehrfachnutzung entspricht (siehe auch Abschnitt Beschaffungsvarianten). Das KrW-/AbfG regelt ebenfalls die Entsorgungspflichten; demnach sind Besitzer von Abfällen grundsätzlich verpflichtet, diese zur Entsorgung verpflichteten bzw. berechtigten juristischen Personen zu überlassen [KrW-/AbfG, 1994]. Die Entsorgung von Elektrogeräten ist speziell im Elektronik- und Elektrogesetz geregelt [ElektroG, 2005]. ) zu beachten. IuK-Geräte sind gemäß ElektroG so zu behandeln, dass der Anteil der Verwertung mindestens 75 % des durchschnittlichen Gewichts des Gerätes beträgt und der Anteil der Wiederverwertung und der stofflichen Verwertung bei Bauteilen, Werkstoffen und Stoffen mindestens 65 % des durchschnittlichen Gewichts je Gerät beträgt [ElekroG-2007].

Tastaturen

Die ergonomischen Eigenschaften von Tastaturen für Thin Clients sollten ebenso wie bei Arbeitsplatzcomputern nach dem Standard EN ISO 9241-4Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten : Teil 1: Allgmeine Einführung (ISO 9241-1:1997) (enthält Änderung AMD 1:2001): DIN EN ISO 9241-1 Normnr. DIN EN ISO 9241-1 geprüft sein und die dort geforderten Parameter einhalten. Diese international geltende Norm regelt alle ergonomischen Anforderungen zur Benutzung von Bildschirmgeräten bei Bürotätigkeiten einschließlich ähnlicher Aufgaben in Kontrollräumen, Medizin, Wissenschaft, Telekommunikation und öffentlichen Einrichtungen sowie entsprechenden Prüfverfahren und Usability-Kriterien [EN ISO 9241-4, 1997].

Beschaffungsvarianten
Neukauf und Umfunktionalisierung von PC zu Thin Clients

Der gängigste Weg der Beschaffung ist der Neukauf. Der Vorteil dieses Weges ist, dass aus der jeweils aktuellen Produktpalette gewählt werden und neueste, auch umweltrelevante Technik berücksichtigt werden kann. Als Alternative zum Kauf setzen einige Unternehmen auch auf die Beschaffung per LeasingDas Leasen oder Mieten von Computern ermöglicht eine bedarfsgerechte Versorgung mit Geräten. Benötigt ein Nutzer neue, leistungsfähigere Geräte, können die älteren funktionstüchtigen Geräte an andere Nutzer mit entsprechend passenden Ansprüchen weitergegeben werden. Die Lebensdauer der Computer kann dadurch verlängert werden. Eine weitere Möglichkeit zur Verlängerung der Lebensdauer von IuK-Geräten ist die Nutzungskaskade. Damit wird die Möglichkeit charakterisiert, gebrauchte Computer unmittelbar weiterzugeben innerbetrieblich an andere Abteilungen oder auch überbetrieblich, indem die Geräte verkauft oder an Bildungseinrichtungen o. ä. weitergegeben werden. .

Dennoch ist es sinnvoll, vor jedem Neukauf weitere Varianten der Beschaffung zu berücksichtigen und damit den Nutzungszyklus vorhandener oder anderer Geräte zu verlängern. So ist es z. B. möglich durch Einbau von Steckkarten oder verschiedene Softwarelösungen ältere PC zu Thin Clients umzufunktionieren. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Stromverbrauch des PC sich nicht signifikant verringern wird, da aktive Komponenten, wie Netzteil- und Prozessorlüfter, im Gerät verbleiben und ein entsprechend dimensioniertes PC-Netzteil auch im Leerlauf wesentlich mehr Leistung aufnimmt als ein Thin Client.

Aufrüsten und Aktualisieren vorhandener Geräte

Häufig ist es möglich, eine gewünschte Leistungssteigerung durch Aufrüstung vorhandener Geräte zu erreichen. Wird bei Neuanschaffungen auf die Möglichkeit der Aufrüstbarkeit geachtet, kann dieses Potenzial später bewusst ausgeschöpft werden. Dieses Ansinnen unterstützen Thin Clients, da sie weitestgehend unabhängig vom Leistungsbedarf der Betriebssysteme und Anwendungsprogramme sind. Eine Aufrüstung von Komponenten wie Prozessoren, Arbeitsspeicher und Festplattenkapazität wird im Bedarfsfall nur auf Seiten des Terminalservers erforderlich.

Auf Seiten des Clients ist lediglich darauf zu achten, dass einzelne Elemente, die ausfallen könnten – wie der lokale Arbeitsspeicher, die Speicherkarte mit dem lokalen Betriebssystem oder das Netzteil des Clients – ausgetauscht werden können. Wichtig ist zudem, dass die Geräte seitens des Herstellers mit neuen Versionen des Thin Client-Betriebssystems bzw. der Firmware versorgt werden, denn das Betriebssystem des Thin Clients enthält auch die Client-Software, die die Verbindung zu Terminalservern herstellt. Ändert sich die eingesetzte Terminalserver-Software, muss gegebenenfalls ein entsprechend neues Client-Programm auf den Thin Client aufgebracht werden, um weiterhin alle Funktionen des Terminalservers nutzen zu können.

Gebrauchtkauf

Unter Umständen lohnt es sich, auf Gebrauchtgeräte zurückzugreifen, die in der Anschaffung günstiger sind und deren Lebensdauer damit verlängert wird. Es gibt eine Reihe von Unternehmen und Vereinen, die solche Geräte anbieten. Beispielhaft sei der Verein ReUse Computer genannt, dessen Ziel es ist, der Allgemeinheit die Nutzung qualitativ hochwertiger und preisgünstiger gebrauchter IT-Technik zu ermöglichen und damit für die Verbreitung des ReUse-Gedankens zu werben. Die Mitgliedsfirmen bieten hohe Qualitätsstandards an [ReUseComputer, 2008].

Entsprechende Angebote erstrecken sich zurzeit allerdings hauptsächlich auf PC sowie Notebooks und finden auf Thin Clients noch keine Anwendung.
Auch manche Hersteller von Markengeräten vermitteln auf Nachfrage gebrauchte bzw. instandgesetzte Geräte (z. B. IGEL Technology GmbH), was allerdings bislang hauptsächlich in Projekten von Schulen und anderen Bildungsträgern genutzt wurde.

Rücknahme der Geräte

Die Rücknahme gebrauchter IuK-Geräte ist im Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) geregelt. Demnach sind Besitzer von Altgeräten grundsätzlich zur von unsortiertem Siedlungsabfall getrennten Rückgabe verpflichtet. Die entsprechenden öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sind zur Information privater Haushalte und zur Rücknahme der Geräte in entsprechenden Sammelstellen verpflichtet. Gewerblich genutzte Geräte müssen ebenfalls einer geordneten Entsorgung zugeführt werden. Die Rücknahme gebrauchter Geräte kann durch öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, Vertreiber oder Hersteller erfolgen [ElektroG, 2005]. Bei Anlieferung von mehr als 20 Geräten sollen Anlieferungsort- und Zeit mit dem Entsorgungsträger abgestimmt werden.

Gewerblich genutzte Geräte – also b2b-Geräte – dürfen nicht bei Sammelstellen öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger abgegeben werden, sondern müssen von den Herstellern kostenfrei beim Nutzer abgeholt werden. Hersteller reiner b2b-Geräte sind also nicht zur Abholung bei Sammelstellen öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger verpflichtet [EAR-2007]. Bei diesen Geräten richtet sicht die Verantwortung für die Entsorgung ferner nach dem Datum des Inverkehrbringens der Geräte. Für Geräte, die vor dem 24.03.2006 in Verkehr gebracht wurden, liegt die Pflicht zur Entsorgung beim Besitzer. Für Geräte, die ab dem 24.03.2006 in Verkehr gebracht wurden, muss der Hersteller eine zumutbare Möglichkeit der Rücknahme schaffen [VZHH-2006; BMU-2008].

zurück zum Seitenanfang

Umweltzeichen

Blauer EngelBlauer Engel, RAL-UZ 78

Das Umweltzeichen Blauer Engel RAL-UZ 78 („Computer“) gilt für Arbeitsplatzcomputer, aufgerüstete „Thin Clients“ und tragbare Computer. Für Systemeinheiten, Anzeigeeinheiten und separate Tastaturen wird dieses Umweltzeichen jeweils gesondert vergeben.

Anforderungen

In den Geräten sind potentielle Langlebigkeit der Systeme, Erweiterungsfähigkeit, die Prinzipien recyclinggerechter Konstruktion sowie die Möglichkeiten zur Wiederverwendung und Verwertung gebrauchter Produkte oder Komponenten realisiert. Die Verwendung umwelt- und gesundheitsbelastender Stoffe in den Materialien wird, soweit technisch möglich, vermieden. Das betrifft insbesondere das Verbot von halogenorganischen, krebserzeugenden, erbgutschädi-genden oder fortpflanzungsgefährdenden Stoffen in Gehäusekunststoffen.

Die Geräuschemissionen sind als garantierter Schallleistungspegel anzugeben. Zulässige Höchstwerte dürfen nicht überschritten werden im Leerlauf (40 dB(A)), während des Betriebes mit Festplattenzugriff (44 dB(A)), bei Betrieb eines typischen optischen Laufwerkes (52 dB(A)) und unter hoher CPU-Belastung (48 dB(A)). Die Geräuschprüfung bei hoher CPU-Belastung trägt der Tatsache Rechnung, dass in diesem Betriebszustand alle vorhandenen Lüfter aktiviert werden.

Energiesparzustände müssen aktiviert sein. Die Leistungsaufnahme muss nach maximal 30 Minuten Inaktivität automatisch auf 4,0 Watt bzw. 4,7 Watt bei aktivierter Aufweckfunktion „Wake on LAN“ oder weniger sinken. Im Schein-Aus dürfen 2,0 Watt oder weniger, bei Aufweckfunktion am Netz 2,7 Watt oder weniger aufgenommen werden.

Der Anbieter verpflichtet sich zur kostenlosen Rücknahme der Geräte.

Verbraucherinformationen über Energiesparmöglichkeiten, mögliche Geräuschentwicklung, ggf. über Besonderheiten der Aufstellung der Geräte und über Entsorgungswege müssen zur Verfügung stehen.

Der Blaue Engel, RAL-UZ 78 bezieht sich auf „Arbeitsplatzcomputer, die unabhängig von Datennetzen arbeiten können, aber an ein Stromnetz angeschlossen sein müssen.“ Thin Clients sind in diese Definition nur eingeschlossen sofern es sich um „vergleichbar aufgerüstete Datenendgeräte“ handelt, die entsprechend ebenso unabhängig arbeiten können. Letzteres ist im Regelbetrieb eines Thin Clients aber nicht gegeben, da der Client vom Terminalserver funktional abhängig ist.

Vergabe

Die Kriterien werden vom Umweltbundesamt in Kooperation mit Herstellern, Prüfinstituten, weiteren Fachleuten und Verbrauchervertretern und erarbeitet. Die unabhängige Jury Umweltzeichen prüft und beschließt die Vergabegrundlagen. Da die Kriterien in Abständen von 2 bis 4 Jahren überarbeitet werden, kündigt der RAL die Zeichennutzungsverträge zum Ende der Gültigkeitsdauer der Vergabegrundlage jeweils zum Ende des betreffenden Kalenderjahres. Erfahrungsgemäß dauert es einige Monate, bis wieder neue Anträge gestellt und bearbeitet und Verträge abgeschlossen werden. Dadurch kann am Jahresanfang gelegentlich die Situation eintreten, dass nur wenige Computer (und Tastaturen) mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind. Die aktuelle Vergabegrundlage RAL-UZ 78 vom März 2008 ist bis zum 31.12.2010 gültig. Die Vergabe erfolgt durch die RAL gGmbH im Auftrag des Umweltbundesamtes.

Weitere Informationen
EnergyStarEnergyStar

Die meisten heutigen Geräte tragen den Energy Star. Die Kriterien für Computer wurden überarbeitet und sind nach den im Oktober 2006 veröffentlichten Dokumenten (www.energystar.gov/index.cfm?c=revisions.computer_spec ) deutlich anspruchsvoller geworden. Die neuen Anforderungen gelten seit Juli 2007.

Anforderungen

Im Schein-Aus („Off-Mode“) maximal 2 Watt, im „Sleep-Mode“ 4 Watt und im „Idle State“ (Betriebssystem und Software sind geladen, das System startet auf ein entsprechendes Signal hin) drei verschiedene Werte für drei nach Leistungsfähigkeit gestaffelte Kategorien.

Die Anwendung auf Thin Clients gestaltet sich aktuell eher schwierig, da die derzeit gültige Version 4.0 des Energy Star keine separate Produktkategorie für Thin Clients bietet. Erst mit der Version 5.0, die voraussichtlich ab Juli 2009 in Kraft treten wird, werden Anforderungen an Thin Clients formuliert. Diese liegen aber gegenwärtig nur im Entwurfsstadium [EnergyStar, 2008] vor und können daher noch nicht als Ausschreibungsgrundlage herangezogen werden. Mit Inkrafttreten des Energy Star für Thin Clients kann zusätzlich empfohlen werden, dass zu beschaffende Geräte die in der jeweils gültigen Fassung formulierten Anforderungen erfüllen sollten.

Vergabe

Der Energy Star wurde von der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) für stromsparende Bürogeräte entwickelt. Der Energy Star bedarf keiner externen Überprüfung. Jeder Hersteller, der meint, dass er die geforderten Grenzwerte einhält, darf das Symbol verwenden. Es ist lediglich eine Mitteilung an die EPA erforderlich. Produkte mit dem Energy-Star werden stichprobenartig von EPA kontrolliert.

Weitere Informationen

Logo EU-UmweltzeichenEU-Umweltzeichen "EU-Blume"
Anforderungen

Die Systemeinheit muss einen leicht zugänglichen Ein-Aus-Schalter besitzen. Sie muss den Energy Star-Konfigurationsanforderungen entsprechen und eine Leistungsaufnahme von maximal 4 Watt im energiesparenden Ruhezustand ermöglichen. Im Aus-Zustand ist 1 Watt oder weniger erlaubt. Die wesentlichsten Komponenten der Systemeinheit müssen leicht austauschbar sein. Die Geräuschentwicklung im Leerlauf und beim Zugriff auf das Festplattenlaufwerk ist streng begrenzt. Anforderungen an die Zerlegbarkeit und die technische Verwertbarkeit werden gestellt. Bestimmte halogenierte oder gesundheitsgefährdende Flammschutzmittel dürfen in Kunststoffteilen nicht enthalten sein.

Das EU-Umweltzeichen bietet in seiner aktuellen Fassung Produktkategorien für Computer und tragbare Computer, aber noch keine separate Kategorie für Thin Clients.

Vergabe

Die Vergabe erfolgt durch die nationalen Umweltzeichen-Vergabestellen, in Deutschland durch die RAL gGmbH.

Weitere Informationen
Nordischer SchwanNordischer Schwan
Anforderungen

Die Kriterien ähneln denen des EU-Umweltzeichens. Die Anforderungen an die Geräuschemissionen sind etwas weniger strikt, beziehen sich jedoch ebenfalls nur auf Leerlauf und Festplattenzugriff. Es wird Wert gelegt auf Langlebigkeit, Erweiterungs- und Recyclingfähigkeit, Schadstoffarmut und außerdem auf die ergonomischen Eigenschaften von Tastaturen sowie detaillierte Nutzerinformation.

Auch der Nordische Schwan bezieht sich in seiner aktuellen Fassung auf Computer und tragbare Computer, bietet aber noch keine separate Kategorie für Thin Clients.

Vergabe

Durch die nationalen Umweltzeichenstellen in Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und Island.

Weitere Informationen
TCO`05TCO`05

TCO setzt Standards für energie-, gesundheits- und umweltschonende elektronische Bürogeräte. Begonnen wurde 1992 mit TCO’92, danach folgten TCO’95, TCO’99, TCO’03 für Anzeigeeinheiten und TCO’05 für Arbeitsplatzcomputer als Weiterentwicklung von TCO’99. Besonders bekannt und allgemein akzeptiert ist in Deutschland das TCO-Label für strahlungsarme Bildschirme.

TCO’05 bietet in seiner aktuellen Fassung Produktkategorien für Computer und tragbare Computer, aber noch keine separate Kategorie für Thin Clients.

Anforderungen

Es wird der Nachweis gefordert, dass der Hersteller ein Umweltmanagementsystem in seinem Unternehmen installiert hat. Bedingungen für elektrische und magnetische Wechselfelder sowie die elektrische Sicherheit für Geräte und Netzteile werden aufgestellt. Vermeidung von Quecksilber, Blei und Cadmium und weiterer umweltgefährdender Stoffe sowie chlorierter oder bromierter Kunststoffe für Gehäuseteile wird gefordert.

Die verwendeten Flammschutzmittel sind mit ihrer chemischen Kennzeichnung anzugeben. Der garantierte Schallleistungspegel soll nicht höher sein als 4,7 B(A) im „operating mode“ bzw. 4,2 B(A) im Leerlauf. Die Leistungsaufnahme im automatischen Ruhezustand darf maximal 5 Watt betragen, im Schein-Aus 2 Watt. Die Harmonisierung der Energieanforderungen mit der überarbeiteten Version des Energy-Star für Computer ist vorgesehen.

Vergabe

Durch TCO-Development, ein Unternehmen, das aus TCO (dem Dachverband der schwedischen Gewerkschaft der Büroangestellten) hervorgegangen und ihm untergeordnet ist.

Weitere Informationen

zurück zum Seitenanfang

Ausschreibungsempfehlungen

Die hier als pdf-Datei beigefügte Liste mit Empfehlungen für umweltbezogene Ausschreibungskriterien bezieht sich vorrangig auf Thin Clients für den gewerblichen Einsatz. Wegen der rasanten Entwicklung dieser Produktgruppe werden konkrete Testberichte zu einzelnen Geräten hier nicht vorgestellt. Bei der Anschaffung neuer Bürogeräte ist es ratsam, nicht nur den Anschaffungspreis zu betrachten, sondern auch die Lebenszykluskosten einschließlich der Energieeffizienz, sowie Garantie- und Serviceangebote.

Die Einhaltung der in der Liste aufgeführten Kriterien kann zum großen Teil ohne weitere Prüfung als erfüllt angesehen werden, wenn das Gerät den Energy Star oder den Blauen Engel trägt. Noch sind aber weitestgehend keine Thin Clients verfügbar, die eines dieser Umweltzeichen tragen, da die Zeichen in der aktuellen Version keine separate Produktkategorie für Thin Clients führen. Der Energy Star wird Thin Clients voraussichtlich erst mit der Version 5.0 berücksichtigen, die erst in 2009 in Kraft treten wird [EnergyStar, 2008]. Der Blaue Engel, RAL-UZ 78 bezieht sich auf „Arbeitsplatzcomputer, die unabhängig von Datennetzen arbeiten können, aber an ein Stromnetz angeschlossen sein müssen“ [RAL-UZ 78, 2008]. Thin Clients sind in diese Definition nur eingeschlossen, sofern es sich um „vergleichbar aufgerüstete Datenendgeräte“ handelt, die entsprechend ebenso unabhängig arbeiten können. Letzteres ist im Regelbetrieb eines Thin Clients aber nicht gegeben, da der Client vom Terminalserver funktional abhängig ist.

Es bleibt aktuell nur, die Konformität bezüglich elektrischer und magnetischer Felder gemäß den EU-Standards an Hand der CE-Kennzeichnung zu prüfen und die übrigen Kriterien im Einzelfall vom Anbieter bestätigen zu lassen, bis der Energy Star 5.0 für Thin Clients verabschiedet und gültig ist sowie entsprechende Regelungen von anderen Umweltzeichen adaptiert werden.

zurück zum Seitenanfang

Beispiele aus der Praxis

Literatur

zurück zum Seitenanfang

Weitere Informationsquellen

zurück zum Seitenanfang

 

 

 

Startseite | Presse | Publikationen | Das Umweltbundesamt | Service & Kontakt | Daten | Sitemap | Impressum | English