NowhereShelter. Von Natur- und anderen Katastrophen

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NowhereShelter. Von Natur- und anderen Katastrophen. Reliefs von Martin Schneider
Quelle: Martin Schneider

Reliefs von Martin Schneider

4. Februar bis 4. März 2015

Stürme, Überschwemmungen, Erdbeben – die Natur hält viele Gefahren für die Menschen bereit. Doch wie gehen Gesellschaften mit solchen Risiken um? Martin Schneider, in Hamburg lebender Bildhauer und Maler, greift in seinen Reliefs menschliche Schicksale infolge von Naturkatastrophen auf. Seine Motive entnimmt er den Massenmedien, die bei jeder Katastrophe fast reflexartig eine Bilderflut erzeugen. Schneider schafft Sinnbilder der Isolation und Bedrohung menschlicher Existenz angesichts der Elementargewalten und stellt zugleich die Frage nach der Position des Betrachters und dessen Verantwortung. Etliche Katastrophen sind weniger unberechenbar und naturgegeben denn Folgen menschlichen Handelns – wie etwa die globale Erwärmung, die sich in vielen kleinen Schritten bemerkbar macht. Es ist an der Zeit für eine Debatte über unser Verhältnis zur Natur.
Der bildende Künstler Martin Schneider arbeitet bevorzugt seit Beginn seiner Tätigkeit als Bildhauer mit Holz, in den letzten Jahren mit dem Werkstoff MDF. Anders als gewachsenes Holz hat dieses industriell hergestellte und zumeist für den Möbelbau genutzte Material immer dieselbe Struktur, einen neutralen und nüchternen Charakter. Martin Schneider, geboren 1958 in Bingen am Rhein, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, DAAD Stipendium nach Vancouver/Canada, Graduiertenstipendium des Landes Baden-Württemberg.

Eröffnung der Ausstellung

Mittwoch, den 4. Februar 2014, 18 Uhr
Umweltbundesamt, Wörlitzer Platz 1, 06844 Dessau-Roßlau

Grußwort

Fotini Mavromati, Kunstbeauftragte Umweltbundesamt

Es spricht

Petra Mahrenholz
Leiterin des Kompetenzzentrums Klimafolgen und Anpassung im UBA


Öffnungszeiten

Montag bis Freitag: 9 bis 18 Uhr
Samstag bis Sonntag: 9 bis 16 Uhr
Eintritt frei

Im selben Boot

Das auf dem offenen Meer treibende Zivilisationsschiff, also die moderne Gesellschaft, benutzt „Natur“ oftmals als eine Art Ankerwerk, um den sicheren Hafen oder auch das Riff, auf das es zuläuft, zu beschwören und um die Konditionen seiner Weiterfahrt, seines Weiterdriftens zu verhandeln. Indes: Von unberührter Natur kann kaum noch die Rede sein. Der Mensch schreibt sich zunehmend in die irdischen Ströme und Kreisläufe ein: Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Wasserversorgung, Landwirtschaftsentwicklung und Energieverbrauch. Wir verbrauchen mehr Ressourcen, als nachwachsen können und nutzen die Atmosphäre als Deponie für Treibhausgase. Der kürzlich verstorbene Soziologe Ulrich Beck war sich sicher: „Weil sich Naturzerstörungen in ökonomische, soziale und politische Konflikte verwandeln, müssen wir die Duale national-international, Wir-Die, Freund-Feind neu denken.“

Vous êtes embarqué.
(Blaise Pascal, 1623 – 1662)

  • Mann auf einem Floß
    Wenn von Hab und Gut nur ein paar Bretter übrig bleiben.
    Quelle: Martin Schneider
  • Bretter und Autoreifen
    Den Zyklus „Flöße“ begann Martin Schneider nach der Tsunami-Katastrophe 2011 in Japan.
    Quelle: Martin Schneider
  • Mann auf einem Floß
    Stürme, Überschwemmungen, Erdbeben: Die Natur hält viele Gefahren bereit
    Quelle: Martin Schneider
  • Rettungsweste
    Gefahren unterlaufen den Kontrollanspruch und dem Sicherheitsbedürfnis moderner Gesellschaften.
    Quelle: Martin Schneider
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Schlagworte:
 Kunst und Umwelt