FW-I-6 Waldbrandgefährdung und Waldbrand

Feuerschein vor Nachthimmel im Vordergrund Umrisse von Laubbäumen.zum Vergrößern anklicken
Mit dem Klimawandel steigen die Waldbrandgefahr und die Anforderungen an Prävention und Bekämpfung.
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Monitoringbericht 2015 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

FW-I-6: Waldbrandgefährdung und Waldbrand

In den letzten knapp zwanzig Jahren haben sowohl die Anzahl als auch die Fläche von Waldbränden signifikant abgenommen, und dies bei gleichbleibender bzw. sogar in einzelnen Gebieten steigender witterungsbedingter Waldbrandgefährdung. Die Bemühungen um eine Verbesserung der Prävention und eine effektive Waldbrandbekämpfung waren bisher erfolgreich.

In Form von zwei Kurven werden die Waldbrandfläche (Hektar) und die Mittlere Anzahl der Meldetage der Gefährdungsklassen (FWI 4 + 5) an Stationen in Gebieten mit sehr hoher bis mittlerer Waldbrandgefährdung dargestellt, von 1985 bis 2013.
FW-I-6 Grafik
Quelle: Umweltbundesamt
 

Trotz zunehmender Waldbrandgefahr nicht mehr Waldbrände

Gegenüber Schäden durch Sturmwurf, Bruch und Schädlinge spielen jene durch Waldbrände in den meisten Regionen Deutschlands bislang eine eher untergeordnete Rolle. In Brandenburg sowie den klimatisch eher kontinental geprägten Regionen Mecklenburg-Vorpommerns, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Niedersachsens, die zu den klassischen Anbaugebieten der Kiefer gehören und vor allem bei längeren sommerlichen Trockenperioden zu hoher Brandgefährdung neigen können, sind Waldbrände allerdings relevante Gefährdungsfaktoren.

Für die Entstehung von Waldbränden sind zahlreiche Faktoren verantwortlich. Wichtige Zündursachen sind vor allem fahrlässiges Handeln und Brandstiftung. Ob es nach erfolgter Anfangszündung zu einem Waldbrand kommt, hängt im Wesentlichen von der Menge trockenen, brennbaren Materials und damit von der Witterung und Bestandsstruktur ab. Für die Feuerausbreitung sind dagegen die Windgeschwindigkeit sowie die  Feuerüberwachungs- und Feuerlöschkapazitäten entscheidend. Mit Ausnahme der Witterung verändern sich alle genannten Ursachenfaktoren i. d. R. eher kontinuierlich. Kommt es dagegen in einzelnen Jahren zu sprunghaften Veränderungen, wie z. B. im Jahr 2003, in dem es besonders häufig auch großflächig zu Waldbränden kam, dann lässt sich das i. d. R. auf extreme Witterungsverhältnisse mit starker Trockenheit in den Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmonaten und großer Hitze zurückführen.

In Deutschland nehmen gemäß Bundesstatistik seit 1991 sowohl die Anzahl der Waldbrände als auch die von Bränden betroffene Fläche signifikant ab. Die Tatsache, dass die Brandfläche stärker zurückgeht als die Anzahl der Brände, deutet darauf hin, dass es zunehmend besser gelingt, Waldbrände bereits in einem frühen Stadium zu erkennen und erfolgreich einzudämmen. In der Tat haben die Bundesländer in den zurückliegenden Jahren mit finanzieller Unterstützung der EU in erheblichem Umfang in die Waldbrandverhütung und die Verbesserung der Infrastruktur zur Früherkennung und Bekämpfung von Waldbränden investiert. So sind beispielsweise die alten Feuerwachtürme in den besonders waldbrandgefährdeten östlichen Bundesländern und im waldbrandgefährdeten Osten Niedersachsens durch digitale und funkgesteuerte optische Sensoren ersetzt worden, die eine unmittelbare Informationsweiterleitung an die Waldbrandzentralen ermöglichen. Ferner wurden klassische Vorsorgemaßnahmen wie die Anlage von Wundstreifen und Wasserentnahmestellen weiter vorangetrieben sowie die Information der Öffentlichkeit verbessert. Letztere ist nicht nur mit Blick auf fahrlässiges Handeln von Bedeutung, sondern unterstützt auch die Bereitschaft von Waldbesuchern, im Brandfall frühzeitig (i. d. R. über das eigene Mobiltelefon) die Feuerwehr zu alarmieren und damit ein schnelles Eingreifen zu ermöglichen.

Im Zusammenhang mit dem Klimawandel wird eine Erhöhung der Waldbrandgefährdung diskutiert, denn in den kritischen Monaten wird es wärmer und trockener. Die witterungsbedingte Waldbrandgefährdung wird mit einem Indexwert ausgedrückt. Je höher dieser Wert auf der 5­stufigen Skala ist, desto höher ist die Waldbrandgefährdung. Die Zeitreihe zur Anzahl jener Tage, für die in den letzten Jahren hohe Indexwerte der Stufen 4 und 5 gemeldet wurden, zeigt signifikant steigende Werte.

Die witterungsbedingte Waldbrandgefährdung und das Auftreten von Waldbränden entwickelten sich in den letzten Jahren nicht immer richtungsgleich. So lässt sich das umfangreiche Waldbrandgeschehen im Jahr 1992 nicht allein mit den extrem trockenen, wenn auch nicht ganz so heißen Witterungsbedingungen begründen. Vielmehr waren die Waldbrände auch die Folge eines gewissen Zuständigkeitsvakuums, das durch Umstrukturierungsprozesse in der Waldbrandprävention und -bekämpfung in den östlichen Bundesländern zustande gekommen war. Allein in Brandenburg sind in diesem Jahr 2.000 Hektar Wald des Bundesforstes verbrannt. In den Jahren 2003 und 2006 traf der heiße und trockene Sommer dagegen auf fortentwickelte und gut funktionierende Strukturen, sodass deutlich geringere Schäden durch Waldbrand zu beklagen waren.

Mit der Zunahme heißer und trockener Witterungen werden die Herausforderungen in der Waldbrandprävention und -bekämpfung eher zu- als abnehmen. Die kontinuierliche Verbesserung der Systeme ist daher eine Daueraufgabe.

 

Schnittstellen

BS-I-1: Einsatzstunden bei wetter- und witterungsbedingten Schadenereignissen

 

Ziele

Verhütung von Waldbränden, ihrer Ursachen und Folgen (Verordnung (EG) Nr. 2152/2003 für das Monitoring von Wäldern und der Umweltwechselwirkungen in der Gemeinschaft – Forest Focus, Art. 1)

Vorbeugung von Waldbränden (Waldgesetze der Länder)