HUE-2 Nutzung von Warn- und Informationsdiensten

Nahaufnahme von Mobiltelefon auf dem Deutschlandkarte abgebildet ist.zum Vergrößern anklicken
Viele Warn- und Informationsdienste sind mit internetfähigen Mobiltelefonen von unterwegs zugänglich
Quelle: Stefan v. Andrian-Werburg / Bosch & Partner GmbH

Monitoringbericht 2015 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

HUE-2: Nutzung von Warn- und Informationsdiensten

Warn- und Informationsdienste des Bundes und der Länder wurden 2012 von fast der Hälfte der Bevölkerung in Anspruch genommen. Nicht einmal jeder Siebente aller bisherigen Nicht-Nutzer hat in der repräsentativen Umfrage die Absicht bekundet, die Dienste künftig zu nutzen.

Die Grafik zeigt den Anteil der Nutzung von Warn- und Informationssystemen im Jahr 2012.
HUE-2 Grafik
Quelle: Umweltbundesamt
 

Öffentlichkeitsinformation – wichtige Aufgabe des Bundes

Ein zentrales Instrument der Öffentlichkeitsinformation des Bundes sind Warn- und Informationssysteme, die die Bevölkerung über grundlegende Risiken informieren und bevorstehende kritische Ereignisse ankündigen. Es liegt im Interesse des Bundes, dass diese Systeme so intensiv wie möglich von der Bevölkerung genutzt werden und dass ihr Bekanntheitsgrad steigt.

Auf Bundesebene sind verschiedene Warn- und Informationssysteme verfügbar, die im Zusammenhang mit klimabedingten Veränderungen der Risiken und Belastungssituation stehen. Der Hitzewarndienst wurde vom Deutschen Wetterdienst (DWD) im Jahr 2005 eingerichtet und spricht auf Land- bzw. Warnkreisebene täglich bei Erreichen definierter Schwellenwerte Hitzewarnungen für den aktuellen und den folgenden Tag aus. Die allgemeine Öffentlichkeit kann die Warnungen über das Internet abrufen. Über dieses Portal warnt der DWD außerdem vor weiteren markanten und extremen Wetterereignissen wie u. a. Stürmen, Starkregen oder Gewittern. Der DWD betreibt darüber hinaus mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) den Polleninformationsdienst. Er bietet Vorhersagen des Flugs der allergologisch wichtigsten Blütenpollen: Die Informationen zum aktuellen und vorhersehbaren Belastungsrisiko sind über das Internet zugänglich. Alternativ kann auch ein Newsletter abonniert werden, durch den die Abonnenten im Falle einer Belastung eine direkte Warnung erfahren.

Nur indirekt mit dem Klimawandel verbunden sind die gesundheitlichen Gefahren durch Ozon und UV-Strahlung. Es könnten im Zuge der Klimaveränderungen vermehrt Witterungskonstellationen auftreten, die die Bildung bodennahen Ozons fördern. Im globalen Kontext werden auch Folgen für die stratosphärische Ozonschicht diskutiert, die Auswirkungen auf die Intensität der UV-Strahlung auch in unseren Breiten haben können. Prognosen zum bodennnahen Ozon liefert das Internetangebot des Umweltbundesamtes (UBA). Aus dem deutschlandweiten solaren UV-Monitoring Messnetz generiert das Bundesamt für Strahlenschutz in Kooperation mit dem UBA Informationen zur tagesaktuellen UV-Strahlenbelastung. UV-Warnungen sind darüber hinaus auch Warngegenstand des DWD.

Die bereits seit vielen Jahren betriebenen Hochwasserwarn­ oder ­informationsdienste der Wasser­ und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, die aktuelle Pegeldaten für die Bundeswasserstraßen zur Verfügung stellen, genießen bei extremen Wasserstandentwicklungen eine stark erhöhte Aufmerksamkeit. Gleiches gilt für das von den Ländern betriebene gemeinsame Hochwasserportal, über das die Länder für die Gewässer in ihrem Zuständigkeitsbereich tagesaktuelle Daten zu Hochwasserwarnungen bereitstellen. Einen kleineren Adressatenkreis hat der Sturmflutwarndienst, der vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie betrieben wird und über Wasserstände an Pegeln der Nord- und Ostseeküste berichtet.

Weitere existierende Warn- und Informationsdienste, die auf Ereignisse gerichtet sind, die sich mit dem Klimawandel in Zusammenhang bringen lassen, sind vor allem für ausgewählte Berufsgruppen, Unternehmen oder Verwaltungen von Interesse. Hierzu gehören beispielweise die Pflanzenschutzdienste der Länder, die das Auftreten von Schadorganismen prognostizieren und integrierte Pflanzenschutzmaßnahmen empfehlen, oder auch die Niedrigwasser-Informationsdienste.

In der repräsentativen Bevölkerungsumfrage „Umweltbewusstsein in Deutschland“ wird seit 2012 auch nach der Nutzung von Warn- und Informationsdiensten gefragt. Beispielhaft wird dabei auf den Polleninformationsdienst, die Hitzewarndienste sowie die Hochwasserwarn- oder -informationsdienste hingewiesen. In der Umfrage 2012 gaben 41 % aller Befragten an, dass sie Warn- und Informationsdienste nutzen. 56 % nutzten diese Dienste bisher nicht. Aussagen zur Entwicklung des Nutzungsinteresses werden sich erst nach weiteren Wiederholungen der Befragung treffen lassen. Zu erwarten ist jedoch, dass mit der zunehmenden Nutzung von Smartphones auch die Nutzung von Warndiensten zunimmt, da diese dann auch spontan und unterwegs abrufbar sind. Außerdem werden inzwischen auch vermehrt Apps angeboten.

 

Schnittstellen

GE-R-1: Hitzewarndienst

GE-R-2: Erfolge des Hitzewarnsystems

GE-R-3: Information zu Pollen

 

Ziele

Gut funktionierende Frühwarnsysteme vermindern die Gefahren für gesundheitliche Folgen.
(DAS, Kap. 3.2.1)

Prüfung, ob aus den klimabedingten Veränderungen Anpassungen der Vorhersage- und Warndienste in der Seeschifffahrt notwendig werden (DAS, Kap. 3.2.11)