HUE-1 Beherrschbarkeit von Klimawandelfolgen

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Die Klimawandelfolgen im Griff zu behalten, ist eine Herausforderung.
Quelle: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Monitoringbericht 2015 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

HUE-1: Beherrschbarkeit von Klimawandelfolgen

Seit dem Jahr 2008 ist mehr als die Hälfte der im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage befragten Bürgerinnen und Bürger der Meinung, dass die Klimawandelfolgen in Deutschland zu bewältigen sind. Der Optimismus ist seit 2002 eher gestiegen, wobei eine statistisch abgesicherte Trendaussage noch nicht möglich ist.

Grafik zeigt den Anteil der Befragten in % mit der Überzeugung, dass in Deutschland die Probleme, die aus dem Klimawandel resultieren, bewältigbar sind, von 2002 bis 2013.
HUE-1 Grafik
Quelle: Umweltbundesamt
 

Bekommen wir die Klimawandelfolgen in den Griff?

Die Verfügbarkeit und der Zugang zu möglichst belastbaren Abschätzungen der künftigen Klimaänderungen und der damit verbundenen Folgen sind eine wesentliche Voraussetzung, für angemessene politische, administrative, betriebliche und private Entscheidungen und entsprechendes Handeln.

Die Bundesregierung sieht es als eine ihrer zentralen Aufgaben, für eine solche ausreichende Informationsbereitstellung zu sorgen und Betroffenheiten und Entscheidungshilfen überzeugend darzustellen. Ob die bereitgestellten Informationen letztendlich aber auf das Interesse der relevanten gesellschaftlichen Akteure stoßen und diese motivieren, rational und zielführend tätig zu werden, hängt in erheblichem Umfang von deren Problemwahrnehmung ab. Nur wenn ein breiter gesellschaftlicher Konsens besteht, dass der Klimawandel eine ernst zu nehmende Herausforderung darstellt, wird es auch in Deutschland flächendeckend zur Konzeption und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen kommen.

Das Wissen, wie der Klimawandel und seine Folgen in der Gesellschaft wahrgenommen und bewertet werden, ist für den Bund eine wichtige Grundlage, um seine Informationspolitik angemessen ausgestalten und seine Förderaktivitäten zielführend ausrichten zu können. Diese gesellschaftliche Bewertung der Problematik ist dabei Resultat vieler und mitunter komplex zusammenwirkender Faktoren. Entscheidend sind unter anderem die persönliche Risikoeinschätzung, der individuelle Informationsstand über Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten, das Vertrauen in die staatliche Handlungsfähigkeit sowie die von der privaten und beruflichen Lebenssituation abhängigen Handlungsspielräume des Einzelnen.

In der im Auftrag des Umweltbundesamts zweijährlich durchgeführten repräsentativen Bevölkerungsumfrage „Umweltbewusstsein in Deutschland“ sind mehrere Fragen enthalten, die Rückschlüsse zu den Einschätzungen der befragten Bürgerinnen und Bürger bezüglich der Klimawandelfolgen zulassen. Dabei zeigt sich unter anderem, dass eine deutliche Mehrheit der deutschen Bevölkerung die möglichen zukünftigen Folgen des  Klimawandels nicht als Bedrohung und Beeinträchtigung des eigenen Lebens ansieht. Vor allem die Jüngeren bis 29 Jahre fühlten sich in der Umfrage im Jahr 2012 nicht oder nur sehr wenig von den Folgen des Klimawandels betroffen. Gleichzeitig fühlte sich mit fast 60 % die Mehrheit der Befragten bereits heute ausreichend über die Folgen des Klimawandels informiert und meinte, dass sie selbst genügend Vorsorgemaßnahmen ergreift.

Seit dem Jahr 2002 ist im Fragenkatalog der Umweltbewusstseinsstudie auch die Frage enthalten, inwieweit die Befragten davon überzeugt sind, dass wir in Deutschland die Probleme, die aus dem Klimawandel resultieren, bewältigen können. Die Ergebnisse zu dieser Frage sind der nebenstehenden Grafik zugrunde gelegt. Für die zurückliegenden Jahre lässt sich zwar noch keine Trendaussage treffen. Trotzdem ist festzustellen, dass bis zum Jahr 2006 die Mehrheit der Befragten noch wenig bis überhaupt nicht von der Bewältigbarkeit der Klimawandelfolgen überzeugt war, während sich ab 2008 ein anderes Mehrheitsverhältnis eingestellt hat und die Einschätzungen optimistischer sind. Im Jahr 2012 waren immerhin 53,1 % der Überzeugung, dass sich die Klimawandelfolgen in Deutschland bewältigen lassen.

Möglicherweise liegt ein Grund für diese nun positivereEinschätzung darin, dass der Stellenwert der Klimawandelanpassung in der politischen und gesellschaftlichen Debatte höher ist als in früheren Jahren, in denen der Klimaschutz und die Minderung von Treibhausgasen im fast alleinigen Fokus der Diskussionen stand. Mit der stärkeren Wahrnehmung von Anpassung hat sich auch die Auseinandersetzung mit Anpassungsmaßnahmen intensiviert, und vor allem der Staat wird ggf. stärker als Handelnder wahrgenommen. Gleichzeitig kann eine Rolle spielen, dass die Auswirkungen des Klimawandels für Deutschland angesichts der katastrophalen Unwetterereignisse in anderen Kontinenten relativiert werden.
Nicht auszuschließen sind jedoch auch Effekte psychologischer Verdrängungsprozesse. Letztendlich ist eine eindeutige Interpretation der veränderten Einschätzungen derzeit nicht möglich.

 

Schnittstellen

FiW-­I­-3: Betroffenheit durch Stürme und Hochwasser

BS-R-2: Vorsorge in der Bevölkerung

 

Ziele

Verbesserung der Wissensbasis, um Chancen und Risiken besser benennen und vermitteln sowie Handlungsmöglichkeiten aufzeigen zu können
(DAS, Kap. 3.2.4)