BS-R-2 Vorsorge in der Bevölkerung

Vorratsregal mit Lebensmitteln.zum Vergrößern anklicken
In die Vorratshaltung gehören Lebensmittel, Wasser, Medikamente, Batterien, Kerzen und vieles mehr.
Quelle: Konstanze Schönthaler / Bosch & Partner GmbH

Monitoringbericht 2015 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

BS-R-2: Vorsorge in der Bevölkerung

Eine Mehrheit der Befragten (59 Prozent) fühlt sich bereits heute ausreichend über die sie betreffenden Folgen des Klimawandels informiert. 58 Prozent meinen, dass sie selbst genügend Vorsorgemaßnahmen ergreifen.

Ein Tortendiagramm zeigt die Auswertung zu der Aussage: Ich denke, dass ich in ausreichendem Umfang persönliche Vorsorgemaßnahmen treffe." 13,4% antworten ja, 44,7% eher, 30,2% eher nicht, 11,5% überhaupt nicht.
BS-R-2 Grafik
Quelle: Umweltbundesamt
 

Eigenvorsorge für Notfallsituationen

Für den Selbstschutz ist nicht nur die Fähigkeit wichtig, sich und anderen schnell und zielgerichtet helfen zu können. Die Bürgerinnen und Bürger können durch geeignete Maßnahmen in ihrem persönlichen Umfeld auch in vielfältiger Weise Vorsorge gegen die Folgen von Wetter- und Witterungssituationen wie Hitzeperioden, Stürmen oder Starkregen treffen und dadurch Schlimmerem vorbeugen. Manche dieser Maßnahmen erfolgen mehr oder weniger unbewusst als Teil der täglichen Lebensführung. Hierzu gehören u. a., sportliche Anstrengungen bei übermäßiger Hitze zu vermeiden, temperaturangepasste Kleidung am Arbeitsplatz und zu Hause zu tragen, ausreichend Flüssigkeit an heißen Tagen zu sich zu nehmen oder auch unnötige Fahrten bei Risikowetterlagen zu vermeiden.

Sind diese Maßnahmen noch sehr selbstverständlich, ist es die Vorsorge für Notlagen in deutlich geringerem Maße. In Deutschland funktioniert die Versorgung mit den grundlegenden Gütern und Dienstleistungen wie Lebensmitteln, Wasser, Strom und Telekommunikation auf  einem hohen Niveau. Die Bürgerinnen und Bürger können sich in aller Regel auf die zugrunde liegende Logistik und Infrastruktur verlassen. Die Kehrseite der Medaille: Da schlechte Erfahrungen mit der Versorgung in Deutschland glücklicherweise selten sind, ist die Bevölkerung insgesamt weniger auf Ausnahmesituationen vorbereitet. Notvorräte von Wasser, Lebensmitteln, Kerzen oder Batterien, die vor wenigen Jahrzehnten noch selbstverständlich waren, legen heute nur noch vergleichsweise wenige Haushalte an.

Schon durch diese zumeist einfachen Vorsorgemaßnahmen können Bürgerinnen und Bürger aber dazu beitragen, dass extreme Situationen für sie persönlich keinen katastrophalen Verlauf nehmen. Hauseigentümer können zudem bauliche Maßnahmen zum Schutz der eigenen vier Wände vor wetter- und witterungsbedingten Risiken wie Hochwasser und Sturzfluten, Sturm, Hagel oder auch Hitze ergreifen.

Für den Bevölkerungsschutz spielt die Vorsorge von Bürgerinnen und Bürger mit ihren verschiedenen Facetten eine wichtige Rolle. Wer Vorsorge getroffen hat, benötigt weniger Hilfeleistung, kann möglicherweise die Einsatzkräfte bei deren Arbeit entlasten und selbst Hilfe leisten. Nach den Ergebnissen der Umweltbewusstseinsstudie 2012 fühlt sich eine Mehrheit der Befragten (59 %) bereits heute ausreichend über die sie betreffenden Folgen des Klimawandels informiert und meint, dass sie selbst in ausreichendem Maß Vorsorgemaßnahmen treffen (58 %). Einschränkend ist dabei zu berücksichtigen, dass diesem Ergebnis ein subjektives Verständnis von Risikoinformation und Vorsorge zugrunde liegt und nicht eingeschätzt werden kann, ob die Befragten tatsächlich im notwendigen Maß für Notlagen vorsorgen.

Das Ergebnis bedeutet im Übrigen auch, dass über 40 % der Befragten ihren Informationsstand und die eigenen Vorsorgemaßnahmen als nicht ausreichend erachten. Das gestiegene Risikobewusstsein in Folge der Flutkatastrophe des Frühsommers 2013 kann hier eine Gelegenheit eröffnen, durch Öffentlichkeitsarbeit und gezielte Informationsverbreitung den Selbstschutz der Bevölkerung weiter zu verbessern.

 

Schnittstellen

BS-R-1: Information zum Verhalten im Katastrophenfall

 

Ziele

Weitgehende Reduzierung der Folgen von gravierenden Störungen und Ausfällen Kritischer Infrastrukturen durch (…) eine wirkungsvolle Selbsthilfekapazität der unmittelbar Betroffenen (Nationale Strategie zum Schutz Kritischer Infrastrukturen, Kap. 5)