LW-R-1 Anpassung von Bewirtschaftungsrhythmen

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Landwirte passen sich mit ihrer Bewirtschaftungsplanung an veränderte Klimabedingungen an.
Quelle: Ingo Bartussek / Fotolia.com

Monitoringbericht 2015 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

LW-R-1: Anpassung von Bewirtschaftungsrhythmen

Die Landwirte reagieren mit der Terminierung der einzelnen Bewirtschaftungsgänge in den Kulturen auf die sich verändernden Witterungsbedingungen. Die Bestellung von Mais verfrühte sich in den letzten vierzig Jahren um rund fünf Tage. Der Trend ist signifikant.

Mittlerer Zeitpunkt des Beginns der Bestellung von Mais (kalendarischer Tag ab Jahresbeginn) der Jahre 1970 bis 2012
LW-R-1 Grafik
Quelle: Umweltbundesamt
 

Anpassung der Bewirtschaftungsplanung

Mit den sich im Zuge des Klimawandels vollziehenden Veränderungen jahreszeitlicher Witterungsverläufe müssen die Landwirte ihre Bewirtschaftungsplanung umstellen. Sie müssen die günstigsten Zeitpunkte für Bestellung, Aussaat und Ernte sowie für die Ausbringung von Dünge­ und Pflanzenschutzmitteln in jedem Jahr neu ermitteln. Die Witterungsverhältnisse spielen dabei sowohl direkt als auch indirekt eine entscheidende, wenn auch keine alleinige Rolle für die Terminierung der einzelnen Bewirtschaftungsgänge. Direkten Einfluss nimmt die Witterung insofern, als beispielsweise der günstigste Zeitpunkt für die Bodenbearbeitung stark von der Bodenfeuchte abhängig ist, oder im Frühjahr die Aussaat bestimmter Kulturpflanzen wie Mais erst bei Erreichen bestimmter Bodentemperaturen erfolgen kann. Indirekte Einflüsse veränderter Witterungsverhältnisse werden wirksam, indem die Landwirte mit ihrer Kulturpflanzen­ und Sortenwahl bzw. der Fruchtfolge auf die sich verändernden klimatischen Rahmenbedingungen reagieren.

Für die Landwirte stellen diese Anpassungen keine grundsätzlich neuen Herausforderungen dar, da sie mit der Durchführung von Bewirtschaftungsgängen schon immer auf die Jahreszeiten und phänologischen Entwicklungsphasen ihrer Kulturen reagiert haben. Möglicherweise nehmen aber unvorhersehbare Wetter- oder Witterungssituationen zu.

Das bundesweite phänologische Beobachtungsnetz des Deutschen Wetterdienstes erfasst neben den zeitlichen Veränderungen der Entwicklung von Pflanzen auch die der Durchführung von Bewirtschaftungsgängen in landwirtschaftlichen Kulturen. Je nach betrachtetem Bewirtschaftungsgang sind die Einflüsse auf die Terminierung unterschiedlich. Neben der Witterung spielen i. d. R. auch zahlreiche andere Faktoren eine Rolle. Relevant sind zuallererst die Sorten- und Fruchtfolgenwahl. Gesät werden kann erst dann, wenn die Vorfrucht in der Fruchtfolge geräumt ist. Auch organisatorische Anforderungen in den Betrieben können entscheidend sein. Je nach Größe der Betriebsfläche und Umfang des eigenen Maschinenparks bzw. der erforderlichen Fremdarbeit können sich Bewirtschaftungsgänge zeitlich verschieben. Dies bedeutet, dass sich zeitliche Verschiebungen der Bewirtschaftungsgänge in der Landwirtschaft nicht allein mit veränderten Witterungsverhältnissen erklären lassen. Dennoch können entsprechende Beobachtungen Hinweise auf Anpassungen in der Bewirtschaftungsplanung geben.

Die Bestellung von Mais erfolgt i. d. R. im Laufe des April und Mai. Im Frühjahr sind bewirtschaftungsbedingte Einflüsse wie beispielsweise der Zeitpunkt der Vorfruchträumung noch vergleichsweise gering und die Witterungseinflüsse spielen eine bedeutendere Rolle als bei der Terminierung der Bewirtschaftungsgänge im Sommer und Herbst. In den zurückliegenden vierzig Jahren wurde mit der Maisbestellung immer früher begonnen. Natürlich gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Jahren, aber der Trend weist signifikant auf frühere Bestelltermine hin. So fand in den 1970er und 1980er Jahren die Bestellung vorzugsweise noch Ende April / Anfang Mai statt. Nach dem Jahr 2000 erfolgte sie im Schnitt bereits ca. eine Woche früher, in einigen Jahren bereits Mitte April.

 

Schnittstellen

LW-I-1: Verschiebung agrarphänologischer Phasen