GE-R-3 Informationen zu Pollen

Nahaufnahme von Birkenblüten mit verdriftenden Birkenpollen vor blauem Himmel.zum Vergrößern anklicken
Die Vorhersage des Pollenflug-Gefahrenindex erleichtert Allergikern die zielgerichtete Prophylaxe.
Quelle: Ingo Bartussek / Fotolia.com

Monitoringbericht 2015 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

GE-R-3: Informationen zu Pollen

Die verfügbaren Informationen zum Pollenflug-­Gefahrenindex und das Angebot des Pollentagebuchs, die eigene Heuschnupfensymptomatik zu erfassen, werden in zunehmendem Maße genutzt. Die Anzahl der verschickten Newsletter steigt signifikant an. Dies kann sowohl Folge steigender Nutzerzahlen als auch einer zunehmende Pollenbelastung sein, die einen häufigeren Newsletterversand nach sich zieht.

Grafik stellt die Anzahl der Abonnenten und Nutzer des Pollenflug-Gefahrenindex, Pollentagebuch und Newsletter von 2006 bis 2013 dar.
Informationsangebote zu Pollen werden immer beliebter.
Quelle: Umweltbundesamt
 

Allergiker brauchen Information

„Heuschnupfen“ ist der landläufige und zugleich verharmlosende Begriff für eine Pollenallergie. Pollenallergien sind aber nicht harmlos, sie können mit hohen Einbußen an Lebensqualität und schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbunden sein. Insbesondere wenn die allergische Entzündung von Nase und Augen auf die Bronchien übergreift, kann es zu chronischen Atembeschwerden und irreversiblen Umbauvorgängen in den Bronchien und der Lunge kommen. Einer von drei Heuschnupfenpatienten entwickelt im Laufe seines Lebens Asthma.

Mit allergenen Pollen in der Umwelt in Berührung zu kommen, ist in vielen Fällen unausweichlich bzw. nur eingeschränkt steuerbar. Daher ist es von großer Bedeutung, den Patienten die Möglichkeit zu geben, ihr Krankheitsbild mit den dahinter liegenden Ursachen besser verstehen zu können und Ausweichstrategien zu entwickeln. Es gilt: Je mehr der Allergiker seine Krankheit versteht, umso weniger leidet er.

Zur besseren Information von Allergikern gibt der Deutsche Wetterdienst (DWD) gemeinsam mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) einen Pollenflug­Gefahrenindex heraus. Er informiert während der Pollenflugsaison über die Belastungsintensität der acht allergologisch wichtigsten Blütenpollen (Hasel, Erle, Esche, Birke, Süßgräser, Roggen, Beifuß und Ambrosia) für den aktuellen und den folgenden Tag. Die hohe Aktualität der Vorhersage ermöglicht den Pollenallergikern eine gezielte Prophylaxe in Form von Verhaltensanpassung und angemessener Medikation. Die Informationen zum aktuellen und vorhersehbaren Belastungsrisiko lassen sich direkt im Internet abrufen. Alternativ kann auch ein Newsletter abonniert werden, durch den die Abonnenten im Falle einer Belastung eine direkte Warnung erhalten.

Zusätzlich zum Pollenflug-­Gefahrenindex bietet der PID seit dem Jahr 2009 das Online-Pollentagebuch an. Es ermöglicht Menschen mit Heuschnupfen, ihre aktuellen Beschwerden an Augen, Nase und Bronchien mit den Werten der Pollenaktivität an dem Ort, an dem sie sich gerade aufhalten (auch im europäischen Ausland), zu verbinden. Die tägliche Protokollführung im Internet-Pollentagebuch unterstützt die Allergiker dabei, ihre Beschwerdeintensität und die Stärke des aktuellen Pollenflugs schnell und selbst zu analysieren. Zudem erhalten die Tagebuchnutzer eine individuelle Auswertung ihrer Pollensaison. Das Pollen-Tagebuch kann auch für den behandelnden Arzt ein wertvolles Hilfsmittel für die Diagnostik und die Therapieplanung sein. Ergänzend zum Pollentagebuch gibt es seit dem Jahr 2013 eine Pollen App 2.0 für Smartphones mit einem Update Pollen App 3.0 seit März 2014. Sie ermöglicht die Erfassung der individuellen Symptome sowie ihres Schweregrades und liefert individuelle Vorhersagen zu wahrscheinlichen Beschwerden für die folgenden zwei Tage.

An den in den zurückliegenden Jahren gestiegenen Abonnentenzahlen lässt sich ein steigendes Interesse am Pollenflug­Gefahrenindex erkennen. In Anbetracht von Schätzungen, nach denen in Deutschland fast jeder Fünfte im Laufe seines Lebens von Heuschnupfen betroffen ist, sind die Abonnentenzahlen allerdings derzeit noch vergleichsweise gering. Die Nutzerzahlen des Pollentagebuchs sind noch einmal deutlich geringer. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Nutzung des Tagebuchs eine intensivere Auseinandersetzung mit der eigenen Krankheit und vor allem eine hohe Kontinuität der Nutzung voraussetzt. Möglicherweise ergeben sich künftig mit der Pollen App 3.0 höhere Nutzerzahlen. Systematische Evaluationen zu den positiven Effekten des Pollenflug­Gefahrenindex und des Pollentagebuchs auf die Lebensqualität der Allergiker sind noch nicht durchgeführt worden.

 

Schnittstellen

GE-I-3: Belastung mit Ambrosiapollen