5.3 Mit welchen Daten können Sie ihre Aktivitäten bewerten?

Sie brauchen sowohl quantitative als auch qualitative Informationen, um die Anpassungsaktivitäten in Ihrer Kommune umfassend zu bewerten. Auf qualitativer Ebene wird bei der prozessorientierten Evaluation geprüft, ob und in welcher Art Anpassungsaktivitäten stattfinden.

Es geht bei der Evaluation also darum herauszufinden: Findet Anpassung statt? Wo und wie findet Anpassung statt? Findet die Anpassung wie geplant statt? Wer macht dabei was?

Die ergebnisorientierte Evaluation fokussiert hingegen auf Fragen wie: Was ist das Ergebnis bisheriger Anpassungsaktivitäten? Welche Aktivität hat zu welchem Ergebnis geführt? Was hat verhindert, dass ein angestrebtes Ziel erreicht wurde? Welche Synergien haben zu einem Ergebnis beigetragen?

Auf quantitativer Ebene geht es dann darum, die qualitativen Informationen mit Daten zu unterlegen. Indikatoren dafür können direkte Änderungen der Betroffenheit, etwa durch eine Abnahme der Hitzebelastung im Innenstadtbereich im Hochsommer oder auch geschätzte oder gemessene Kosteneinsparungen aufgrund der Umsetzung bestimmter Maßnahmen sein. Bei der Entwicklung solcher Indikatoren sollten Sie sicherstellen, dass sie die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Validität: Ist es Ihnen mithilfe des Indikators möglich eine Veränderung der Betroffenheit oder der Verwundbarkeit zu messen?
  • Praktikabilität und Bezahlbarkeit: Sind klima- und anpassungsrelevante Daten zu einem angemessenen Preis oder Erhebungsaufwand verfügbar?
  • Zuverlässigkeit: Kann der Indikator auch über längere Zeiträume gleichbleibend bestimmt werden, sodass ein Vergleich zum Ursprungszustand möglich ist?
  • Sensitivität: Reagiert der Indikator auf Veränderungen in den zugrundeliegenden Daten zu Klimawirkungen oder Anpassungsaktivitäten?
  • Klare Wertung: Besteht Einigkeit darüber, ob eine Zunahme des Indikators positiv oder negativ zu werten ist?

Aufgabe: Durchführung der Evaluation

Evaluieren Sie die von Ihnen entwickelte Maßnahme oder Strategie zu dem von Ihnen festgelegten Zeitpunkt und halten Sie die Ergebnisse auf den Evaluationsblättern aus der Arbeitsmappe zum Klimalotsen fest.

  • Betrachten Sie dabei sowohl den Anpassungsprozess als auch die Ergebnisse der Anpassung.
  • Greifen Sie für die Beschreibung sowohl auf qualitative als auch auf quantitative Informationen zurück.
  • Beziehen Sie verwaltungsinterne und -externe Akteure ein, um abgesicherte Ergebnisse zu erhalten.
  • Prüfen Sie, ob es vielleicht neue Akteure gibt, die Sie bei der Maßnahmen- oder Strategieentwicklung noch nicht berücksichtigt hatten und jetzt in den Evaluationsprozess einbinden können.
  • Greifen Sie für die prozessorientierte Evaluation auf die Bestandsaufnahme von Anpassungsaktivitäten aus Modul 3 zurück.
  • Nutzen Sie für die ergebnisorientierte Evaluation die Vorlagen und Beschreibungen für einzelne Arbeitsschritte aus Modul 2 und Modul 3, um eine Vergleichbarkeit der Evaluationsergebnisse mit Ihren ursprünglichen Beobachtungen sicherzustellen.
  • Greifen Sie auch neue Betroffenheiten oder Verwundbarkeiten auf und reflektieren Sie diese gemeinsam mit den vorab identifizierten. Beziehen Sie dabei eigene Erfahrungen oder die Erfahrungen anderer mit ein.
  • Überprüfen und aktualisieren Sie die bereits beurteilten Anpassungsoptionen und beziehen Sie dabei neues Wissen über Kosten und Nutzen von Maßnahmen ein.
  • Nehmen Sie neue Maßnahmen etwa auf Basis neuer technischer oder technologischer Möglichkeiten auf und bewerten Sie diese.

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 Klimalotse  KomPass  Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung