Kommunikation von Extremereignissen

vertrockneter Boden mit vertrocknetem zum Teil verbrannten Sträuchernzum Vergrößern anklicken
Anzahl und Intensität von extremen Wetterereignissen haben zugenommen
Quelle: Susanne Kambor

Im Rahmen des Forschungsvorhabens „Kommunikation von Extremereignissen“ wurden Ansätze und Erfolgsbedingungen in der Kommunikation zum Umgang mit Extremereignissen untersucht. Kommunen und Regionen wurden dabei als wichtige Akteure identifiziert, Informationen zu Risiken und Vorsorgemöglichkeiten im Kontext von Extremereignissen bereitzustellen.

Zielgruppengerecht kommunizieren

Langjährige Reihen der Wetteraufzeichnung und Schadensstatistiken zeigen, dass Anzahl und Intensität von extremen Wetterereignissen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. Bedingt durch den Klimawandel wird eine Verschärfung dieser Trends vor allem für Hitzewellen, Hochwasser und Starkniederschläge erwartet. Viele der hierdurch zu erwartenden Schäden lassen sich jedoch durch Eigenvorsorge reduzieren beziehungsweise vermeiden.

Der zielgruppengerechten Kommunikation von Risiken und Vorsorgemöglichkeiten kommt bei der Vorsorge daher eine entscheidende Rolle zu. Die psychologische Naturgefahrenforschung zeigt aber, dass Katastrophenszenarien in der Kommunikation eher eine Abwehrhaltung erzeugen. Die konkrete Darstellung von Vorsorgemaßnahmen hingegen wirkt oft motivierend.

Vor allem Kommunen kommt bei der Kommunikation von Risiken sowie Schutz- und Vorsorgemöglichkeiten eine wichtige Rolle zu. Als lokaler Akteur ist die kommunale Verwaltung über die spezifischen Risiken informiert und kann gezielt Warnungen und Handlungsempfehlungen aussprechen. Zudem ist die Identifikation des Einzelnen mit dem Ort oder der Gemeinde, in dem/der er lebt, häufig stärker ausgeprägt als mit dem Land oder dem Bund. Denn die Betroffenheit der eigenen Kommune sowie die Ergebnisse von lokalen Vorsorge- und Schutzpolitiken sowie Anpassungsmaßnahmen sind in der Regel deutlich sichtbar.

Das Vorhaben „Kommunikation von Extremereignissen“ hat neben der Erweiterung des vorhandenen Wissens zur erfolgreichen Risikokommunikation auch die Entwicklung eines regionalen/kommunalen Kommunikationskonzepts als Modellbeispiel zum Inhalt. Es wurden unter anderem Ziele, Zielgruppen und Botschaften definiert und eine Modellregion als Kooperationspartner gesucht, in der das Konzept umgesetzt und getestet wird. Für die Modell-Kampagne wurden zielgruppengerechte Kommunikationsprodukte entwickelt, die zur Stärkung der Eigenvorsorge eingesetzt werden. Entstanden ist die Aktion „Schattenspender“ – eine Informationskampagne, die über die gesundheitlichen Gefahren von Hitze für die Generation 65+ aufklärt und Selbstschutzmaßnahmen vorstellt.