Konventionelle Kraftstoffe

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Bei den konventionellen Kraftstoffen handelt es sich um Mineralölprodukte.
Quelle: CC Vision

Die konventionellen Kraftstoffe sind im Verkehrsbereich die bedeutendsten Energieträger. Es handelt sich hierbei um Mineralölprodukte, denen verschiedenen Additive, wie Reinigungsadditive, Korrosionsinhibitoren oder Alterungsstabilisatoren, zugesetzt werden. Die umweltrelevanten Anforderungen an Otto- und Dieselkraftstoff sind in der EU-Richtlinie 98/70/EG vom 13. Oktober 1998 geregelt.

Dieselkraftstoff

Dieselkraftstoff (Diesel, Gasöl, gasoil) ist ein Gemisch von flüssigen Kohlenwasserstoffen, die bei der Verarbeitung von Rohöl und Aufarbeitung von Rohölkomponenten in der Raffinerie als sogenanntes Mitteldestillat gewonnen werden. Im Vergleich zum Ottokraftstoff (Benzin) hat Diesel eine höhere Dichte und einen höheren Siedebereich. Dafür hat er eine geringere Flüchtigkeit und einen höheren Flammpunkt.

Dieselkraftstoff siedet zwischen 170°C und 370°C. Seine Zusammensetzung entspricht der von Heizöl (extra leicht). Wegen des Einflusses des Schwefels im Dieselkraftstoff auf die Partikelemissionen wird dieser aber stärker entschwefelt.

Die umweltrelevanten Anforderungen an Dieselkraftstoff sind im Anhang II der Richtlinie 98/70/EG vom 13. Oktober 1998 (Richtlinie über die Qualität von Otto- und Dieselkraftstoffen ...) geregelt und wurden über die DIN EN 590 und die 10. BImSchV (10. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes = Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualität von Kraftstoffen) in nationales Recht übernommen.

Da Dieselkraftstoff und Heizöl unterschiedlich besteuert werden, enthält Heizöl einen Farbstoff und einen Marker. Das ist eine Substanz, die noch in kleinsten Mengen nachgewiesen werden kann.

Die im Dieselkraftstoff enthaltenen Paraffine beginnen bei niedrigen Temperaturen (unter 0° C) auszukristallisieren. Würden größere Kristalle entstehen, könnten Filter und Düsen verstopft werden. Daher enthält Winterdiesel spezielle Zusätze, so genannte Fließverbesserer, die die Gebrauchstauglichkeit auch bei niedrigen Temperaturen sicher stellen.

Durch die zunehmende Entschwefelung verschlechterte sich das Schmierverhalten des Dieselkraftstoffs z.B. in bestimmten Einspritzpumpen. Der Zusatz kleiner Mengen (50-1000 ppm) Fettsäuremethylester dient zur Erfüllung auch dieser Qualitätsanforderung. Weitere Additive im Dieselkraftstoff sind:

  • Detergent-Additive

  • Zündverbesserer

  • Korrosionsinhibitoren

  • Antischaummittel

Ottokraftstoff

Ottokraftstoff, allgemein auch als Benzin bezeichnet, ist ein Gemisch von Kohlenwasserstoffen. Diese fallen in der Raffinerie bei der Aufarbeitung von Rohöl z. B. als Rohbenzin (Naphtha) und bei der Weiterverarbeitung von anderen Rohölfolgeprodukten an. Typische Prozesse dafür sind das katalytische, das thermische und das Hydrokracken. Hinzu kommt das Reformieren - die Umstrukturierung von Molekülen - mittels Katalysatoren durch Dehydrierung, Isomerisierung oder Cyclisierung.

Die in der Raffinerie gewonnenen Vorprodukte werden Komponenten genannt. Sie werden z.T. weiter aufbereitet, u.a. durch Benzolextraktion, Entschwefelung oder Entaromatisierung.

Entsprechend den Anforderungen (Kraftstoffrichtlinie der EU: Richtlinie 98/70/EG vom 13. Okt. 1998 und den Normen DIN EN 228) werden die Komponenten dann zum Kraftstoff gemischt (Blending). Bei der Auslieferung von der Raffinerie wird dem Kraftstoff ein aufbereitetes Gemisch (Paket) von Additiven zugesetzt.

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 Kraftstoff  Benzin  Diesel  Mineralölprodukt