5.1 Warum sollten wir Anpassung beobachten und evaluieren?

Die Anpassung an den Klimawandel hat das Ziel, die Verwundbarkeit einer Kommune gegenüber dem Klimawandel zu senken und die Resilienz durch robuste und flexible Maßnahmen zu stärken. Der Klimalotse hat Ihnen in den vorangegangenen Modulen dabei geholfen, wichtige Faktoren für diese Verwundbarkeit zu erkennen und Maßnahmen zu entwickeln, um die Verwundbarkeit zu senken.

Was sollten Sie bei der Planung des Evaluationsprozesses beachten?

Anpassung an den Klimawandel ist kein einmaliges Vorhaben, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Rahmenbedingungen für die Anpassung wie Betroffenheiten oder der rechtliche Rahmen stellen kein statisches System dar, sondern verändern sich und beeinflussen sich manchmal gegenseitig. Die Herausforderung besteht deshalb darin, Maßnahmen oder Strategien mit langfristigen Zielen in einem sich stetig ändernden Umfeld aktuell und wirkungsvoll zu halten. Ob die Anpassung in Ihrer Kommune erfolgreich verläuft, wird sich vielleicht erst in vielen Jahren zeigen und ist kaum im Vorfeld zu testen. Deshalb ist es wichtig, Ihre Maßnahmen oder Ihre Strategie regelmäßig zu überprüfen und zu aktualisieren. Mit den Ergebnissen einer Evaluation können Sie außerdem neue Projekte befördern, weitere Unterstützung für die Anpassung gewinnen und Bürgerinnen und Bürger über Anpassungsaktivitäten informieren.

Zunächst sollten Sie sich vor Augen führen, wie umfangreich Ihre Evaluation sein soll. Dabei geht es vor allem um eine Abwägung zwischen Quantität und Qualität der Ergebnisse und des Arbeitsaufwands. Eng damit verknüpft ist die Frage, welche Ergebnisse Ihre Evaluation bringen soll und wie Sie diese verwenden wollen – etwa zum Nachsteuern bei einzelnen Anpassungsmaßnahmen, oder, um Einwohner Ihrer Kommune weiter für die Anpassung zu sensibilisieren.

Sobald Sie sich über Ziele und Umfang des Evaluationsprozesses bewusst sind, können Sie in die konkrete Ressourcenplanung – also die Planung finanzieller, zeitlicher und personeller Ressourcen – einsteigen. Bei der Einteilung personeller Ressourcen geht es auch darum, Aufgabenfelder und verwaltungsinterne und -externe Zuständigkeiten zu vergeben.

Wie häufig sollten Sie eine Evaluation durchführen?

Überprüfen Sie Ihre Maßnahme oder Strategie in festgelegten Intervallen, z. B. alle vier Jahre. Wenn sich beispielsweise Faktoren, die Ihre Anpassungsstrategie wesentlich beeinflussen, signifikant verändert haben, sollten Sie die Abstände verkürzen. Ein solcher Fall tritt zum Beispiel ein, wenn Ihre Kommune durch ein Extremwetterereignis stärker betroffen ist, als Sie vorab angenommen haben, oder aber wenn neue Informationen über den Klimawandel veröffentlicht werden. Im Idealfall können Sie die regelmäßige Überprüfung Ihrer Anpassungsstrategie sowie einzelner Anpassungsmaßnahmen mit regulären Überprüfungszyklen für weitere Ziele und Strategien Ihrer Kommune verbinden.

Partizipation

Wenn Sie die Beobachtung und Evaluation von Maßnahmen und Strategien planen, sollten Sie bereits mitdenken, wann und in welcher Weise Sie weitere verwaltungsinterne und -externe Akteure und insbesondere die Bürgerinnen und Bürger Ihrer Kommune einbeziehen wollen. Durch eine Beteiligung relevanter Akteure an diesem Prozess können Sie bereits frühzeitig Verständnis und Akzeptanz für Aktivitäten schaffen, die sich möglicherweise aus der Evaluation ableiten.

Beispiele für die Evaluation von Maßnahmen

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Aufgabe: Planung der Evaluation in Ihrer Kommune

Halten Sie fest, welche Ergebnisse Sie mit der Evaluation erarbeiten wollen, wie Sie diese Ergebnisse verwenden möchten und erstellen Sie einen Plan für die Evaluation.

  • Eine grobe Terminierung der Evaluation können Sie bereits festhalten, während Sie Ihre Strategie oder Maßnahme entwickeln. So schaffen Sie in Ihrer Kommune Verbindlichkeit und Planungssicherheit für den weiteren Anpassungsprozess.
  • Nutzen Sie als Anregung für die Evaluationsplanung die Vorlage aus der Arbeitsmappe zum Klimalotsen.
  • Sollte der Kontakt innerhalb des Anpassungsteams bis zur Evaluation nur unregelmäßig stattgefunden haben, bietet diese eine gute Möglichkeit, um die Teammitglieder wieder zusammenzubringen und erneut für das Thema zu begeistern.

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