Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu Dioxinen und PCBs

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Die Dioxindatenbank fasst Datenauswertungen, Berichte und Publikationen zu Dioxinen zusammen.
Quelle: Dioxindatenbank des Bundes und der Länder

Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu Dioxinen und PCBs sollen mögliche Quellen und Senken identifizieren. Sie untersuchen den Transfer dieser Stoffe in die Umwelt. Die aktuell hohe Belastung einiger Lebensmittel mit Dioxinen macht den Forschungsbedarf deutlich.

Schwerpunkt im UFOPLAN des UBA

Im Umweltforschungsplan (UFOPLAN) des Bundesumweltministeriums ordnet sich das Thema Dioxine und PCB’s (als Hauptvertreter der Persistenten organischen Stoffe kurz POPs) dem umweltpolitischen Schwerpunkt „Stoffliche Risiken“ ein. Dieses Thema hat zum Ziel, „Risiken von chemischen Stoffen und Zubereitungen durch deren Erkennung und Kontrolle zu verringern“. Diese Chemikalien haben persistente, bioakkumulierende und toxische Eigenschaften sowie das Potenzial, sich weiträumig über den Globus zu verteilen. Nationale und internationale wissenschaftliche Einrichtungen und Forschungsinstitute führen Untersuchungen durch, um dem Verbleib dieser Chemikalien in der Nahrungskette und in der Umwelt auf die Spur zu kommen.

In dem 1. Bericht (1992) und dem 2. Bericht (1993)  der Bund-Länder-Arbeitsgruppe DIOXINE wiesen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Bundes- und Länderbehörden bereits Anfang der 1990-Jahre auf Forschungsbedarfe zu dieser Stoffgruppe hin.

Informationen kompakt bereitstellen

Um Quellen und Senken sowie die Pfade der Verlagerung von Dioxinen und PCBs in die Umwelt, in die Nahrungs- und Futtermittelkette sowie bis zum Menschen identifizieren zu können, ist eine umfassende – über die verschiedenen Disziplinen hinweg koordinierte –Information notwendig.

Das Umweltbundesamt kooperiert mit dem Bundesinstitut für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und dem Bundesinstitut für Risikobewertung. Eine gemeinsame Plattform zur Bereitstellung von Daten und Informationen rund um das Thema der Dioxine und PCBs ist hieraus entstanden. Berichte zu Forschungsprojekten und Publikationen, Datenauswertungen zur Belastungssituation der Umwelt, des Lebensmittelbereiches, Basiswissen zu den persistenten organischen Stoffen sind in der Dioxin-Datenbank  zu finden.

Daten online recherchieren und auswerten

Seit 2003 bietet das Umweltbundesamt einen Zugang zu einer Online-Datenbank über das Webportal Dioxine an. Dieses Gemeinschaftsprojekt der Bundes- und Länderbehörden bildet die Basis für die inhaltliche Ausgestaltung des Informationsangebotes. Mit der zentralen Bereitstellung von Daten und Ergebnissen nationaler und internationaler Messprogramme und Forschungsprojekte unterstützt das UBA das Prinzip der Open (Government) Daten.

Bereits 2002 führte das UBA ein Forschungsprojekt durch, in dem alle verfügbaren Daten in einer Gesamtschau ausgewertet wurden. Der dritte (2002) und vierte Bericht (2002) der Bund/Länder AG DIOXINE dokumentierten die zeitliche Entwicklung der Belastungssituation in den verschiedenen Umweltkompartimenten sowie die räumliche Differenzierung nach verschiedenen regionalen Gebietstypen: zum Beispiel Ballungsraum, ländlicher Raum. 2006 folgte der fünfte Bericht der AG Dioxine.

Dem Trend der Online-Datenauswertung folgend, stellte das UBA sein Berichtssystem auf das neue Verfahren der Umweltdaten online um. 2010 erfolgte eine aktualisierte Auswertung neuester Daten zum Zustand des Bodens mit Dioxinen und PCBs.

Die Umweltprobenbank des Bundes geht diesen Fragestellungen ebenfalls in Forschungsprojekten nach. Routinemäßige Untersuchungen finden für den Böden und Bioindikatoren, wie Fichtentriebe, Fische und Rehe statt.

Wie geht es weiter?

Trotz ihres weltweiten Verbots besteht insbesondere für die dioxinähnlichen PCBs eine fortlaufende Notwendigkeit, Umweltproben zu analysieren und verlässliche Daten zu erarbeiten. Nur so können bislang möglicherweise unbekannte Quellen sowie der Transport und Verbleib der Stoffe in der Umwelt identifiziert werden. Dieses Wissen ist von Bedeutung, um Eintragspfade in die Nahrungskette zu erkennen und wirksame aber zugleich vertretbare Maßnahmen zur mittel- und langfristigen Minderungsstrategien für diese Chemikalien einzuleiten.

Ein Forschungsprojekt des UBA zum Thema „Analyse und Trendabschätzung der Belastung der Umwelt und von Lebensmitteln mit ausgewählten POPs“ befasst sich mit dieser Problematik der Quellen und Senken sowie pfadbezogene Ursachenaufklärung der Belastung durch Dioxine und PCB an der Schnittstelle zwischen Umwelt und Lebensmittel. Zwei Fachgespräche im Februar 2013 und im Juni 2014 befassten sich mit dem Thema PCB im Rindfleisch. Die Ergebnisse dieses Projektes wurden zudem in Form von Thesen aufbereitet und zusammengefasst.

Ein weiteres Forschungsprojekt des UBA (2014/2015) befasste sich mit der Quantifizierung der Dioxin- und PCB-Einträge über den Luftpfad. Monitoring-Daten aus der POP-Dioxindatenbank des Bundes und der Länder sowie weitere Emissions-, Immissions- und Depositionsdaten aus den Ländern wurden statistischen Verfahren unterzogen. Anhand der verfügbaren Daten konnten keine belastbaren Aussagen über Trends und Ursachen der Einträge von PCDD/F und dl-PCB im quellfernen Raum abgeleitet werden.

Im Ergebnis dieser beiden Projekte startete das UBA ein weiteres Vorhaben zu dem Thema „Evaluierung von Monitoringdaten zu POPs, POP-Kandidaten und Ersatzstoffen zur Aufklärung von Ursachen, Pfaden und Trends der Umweltbelastung“. Dieses Projekt stellte sich das Ziel, die Ursachen für deren ubiquitäres Vorkommen in der Umwelt und die Mechanismen und Ausbreitungspfade besser zu verstehen. Im Projekt wurden hierzu, unter Verwendung von statistischen Verfahren wie Mustervergleich und Kompositionsdatenstatistik, die Zusammenhänge zwischen Quellen, Pfaden und Senken und Verbleib in der Umwelt untersucht und diskutiert. Die Ergebnisse tragen dazu bei, zukünftig Schadstoffquellen und Kontaminationsursachen besonders der Umwelt aber auch von Lebensmitteln leichter ausfindig machen zu können, eine zügige Ursachenaufklärung zu ermöglichen sowie Maßnahmen zu ermöglichen, um das Belastungsrisiko von POPs und deren Ersatzstoffen in der Umwelt zu verringern. Im Rahmen des Projektes wurde dabei ein besonderes Augenmerk auf die Erprobung dieser Verfahren anhand der in der POP-Dioxin-Datenbank verfügbaren Daten gelegt. Die Ergebnisse des Projektes diskutierten Experten in einem Abschlussworkshop 2016.