Prüflabor Gesundheitsschädlinge

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Ratten zählen zu den Gesundheitsschädlingen.
Quelle: Heiko Kiera / Fotolia.com

FAQ

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Zahlreiche Tiere können Krankheitserreger übertragen und so die Gesundheit von Mensch und Tier beeinträchtigen oder gar gefährden. Zu diesen so genannten Vektoren zählen manche Insekten, Milben und Zecken, aber auch Wirbeltiere wie Ratten oder Mäuse.

Das Umweltbundesamt prüft Mittel und Verfahren, bevor Biozide bei behördlich angeordneten Maßnahmen gegen Gesundheitsschädlinge und Vektoren (Überträger) verwendet werden. Die Prüfungen umfassen die Wirksamkeit nach dem Tilgungsprinzip sowie die Umweltverträglichkeit bei sachgerechter Ausbringung. Zur Bekämpfung geeignete Mittel und Verfahren werden dann von der Anerkennungsstelle beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in einer Liste (Nachtrag) bekanntgegeben. So ist sichergestellt, dass Gesundheitsschädlinge im Bedarfsfall schnell, wirksam und angemessen bekämpft werden können. Rechtsgrundlage für die Prüfung durch das Umweltbundesamt ist das Infektionsschutzgesetz, Paragraf 17 und 18.

Was wird getestet?

Das Prüflabor Gesundheitsschädlinge im UBA führt Kontakt- und Ködermittelprüfungen mit verschiedenen Schädlingen durch. Es ist seit dem 10.04.2012 von der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH für “Wirksamkeitsprüfungen von Schädlingsbekämpfungsmitteln und Schädlingsbekämpfungsgeräten“ akkreditiert. Eine Liste der Schädlinge ist in der Akkreditierungsurkunde aufgeführt. Auch bestimmte Verfahren, zum Bespiel der Einsatz von Köderboxen können getestet werden. Das Prüflabor kann nur (auf Antrag) Untersuchungen für andere Bundesinstitute durchführen.; Tests für private Firmen sind, auch in Ausnahmefällen, nicht möglich.

Läusemittel auf dem Prüfstand

Das Prüflabor testet auch Mittel zur Bekämpfung von Kopf-, Kleider- oder Körperläusen, denn hier ist höchste Wirksamkeit besonders notwendig. Diese Produkte sind entweder zulassungspflichtige Arzneimittel oder Medizinprodukte (BfArM). Auch hier werden wirksame Mittel in einer Liste zusammengefasst und bekanntgegeben.

Vektoren ohne Grenzen – internationale Arbeit

Krankheitserreger und ihre Vektoren reisen bequem und ohne Visum. Denn sie kennen keine Grenzen. Darum ist die Arbeit in überregionalen Gremien so wichtig. Internationale Richt- und Leitlinien für Maßnahmen gegen Gesundheitsschädlinge müssen erarbeitet und abgestimmt, ein gemeinsames Vorgehen beraten und beschlossen werden.

Forschung für die Zukunft

Klimaveränderungen können vielfältige Auswirkungen auf die Umwelt haben – auch auf das Vorkommen von Krankheitsüberträgern. Besonders die Verbreitungsgebiete mancher (blutsaugender) Insekten und Zecken, aber auch von Nagetieren (z.B. Ratten, Mäuse) können sich aufgrund von Klimaveränderungen ändern. So könnten sich zum Beispiel die Populationen wärmeliebender Arten ausbreiten. Aber auch manche Krankheitserreger kommen in Insekten in wärmeren Gegenden häufiger vor und können so das Infektionsrisiko beeinflussen. Auf diesen Gebieten muss in den nächsten Jahren viel geforscht werden. Das UBA leistet hierzu einen Beitrag.

Kommission Gesundheitsschädlinge

In wichtigen Bereichen lässt sich das Umweltbundesamt durch Experten beraten. Diese Gremienarbeit ermöglicht eine Diskussion aktueller Fragen mit Sachverständigen von Landesbehörden und Universitäten. So kann das Umweltbundesamt ein ausgewogenes Urteil zu aktuellen Fragen erarbeiten. Das Prüflabor Gesundheitsschädlinge ist Sitz der „Kommission zur Bewertung der gemäß Paragraf 18 IfSG geprüften Entwesungsmittel und -verfahren sowie der Wirksamkeit von Mitteln und verfahren gegen Gesundheitsschädlinge“.