Wettbewerb Wir und die Zukunft: der grüne Blick

Themen

Luft und Luftreinhaltung

Aktuelles

Service

Verwandte Sachgebiete im UBA

 

 

 

Sie sind hier: Startseite > Luft und Luftreinhaltung > Luftschadstoffe> Feinstaub > Moosmatten

Luft und Luftreinhaltung

Wirksamkeit von Moosmatten als Mittel zur Reduzierung von Feinstaub in der Außenluft noch nicht bewiesen

Letzte Änderung: 21.05.2010

PKW-Auspuff über Moosmatte Seit Anfang August 2007 häufen sich Pressemitteilungen, Fernsehinterviews, Internet-Foren-Beiträge und dergleichen, die eine symptomatische Behandlung des Feinstaubproblems mittels patentierter Staubfangmatten aus Moos einer Emissionsminderung an der Quelle vorziehen wollen. Als „Praxistest“ wurde der Mittelstreifen der Autobahn A 562 (Südbrücke Bonn) auf 150 Meter Länge mit den Moosmatten belegt. Der Praxistest beschränkt sich auf Handhabbarkeit, ein Monitoring der Feinstaubabscheidung ist an der Stelle nicht vorgesehen.

Im Umweltbundesamt gingen zahlreiche Anfragen von kommunalen Vertretern, aber auch von Bürgerinnen und Bürgern ein. Häufig wird dabei die Meinung vertreten, durch Moosmatten  wären einschneidende Maßnahmen der Luftreinhalteplanung, wie Umweltzonen, Dieselpartikelfilter oder Durchfahrtsverbote, entbehrlich.

Das Umweltbundesamt hält zunächst den Ansatz des Moosmattenverfahrens - die Symptombekämpfung - für kontraproduktiv. Mit Fangmatten, gleich welchen Materials, kann die Feinstauberzeugung weder vermieden noch unterbunden werden. Einmal freigesetzter oder aus Vorläufersubstanzen sekundär gebildeter Staub kann nachträglich nicht in nennenswertem Umfang „eingefangen“ werden. Die Ursachenbekämpfung muss daher eindeutig den Vorrang haben; der Feinstaub muss an der Quelle seiner Entstehung gemindert werden.

Durch umfassende Emissionsminderungen der Primärstäube sowie der Vorläuferstoffe der Sekundärstäube lassen sich Immissionsminderungen erzielen. Dies ist sowohl durch Modellrechnungen als auch durch Messungen verifiziert.

Die Befürworter des Einsatzes von Moosmatten legen im Gegensatz dazu lediglich Annahmen hinsichtlich der Abscheidewirksamkeit zugrunde. Verifizierende Berichte fehlen genauso wie die Betrachtung der Feinstaubbilanz an den potenziellen Einsatzorten. Die Ergebnisse der Laborversuche der Universität Bonn können nicht auf reale Verhältnisse übertragen werden, weil sie unter Bedingungen gewonnen wurden, die für die freie Atmosphäre nicht repräsentativ sind.

 

Startseite | Presse | Publikationen | Das Umweltbundesamt | Service & Kontakt | Daten | Jobs | Termine | Impressum | English | Sitemap