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Letzte Änderung: 11.08.2008
Luftschadstoffe wirken nicht nur direkt über die Luft, sondern schädigen nach ihrer Ablagerung (Deposition) auch Ökosysteme. Sie werden gasförmig, als Partikel oder in Niederschlag und Luftfeuchtigkeit gelöst eingetragen.
Den Eintrag von luftgetragenen Schadstoffen in Ökosysteme durch Niederschlag in Form von Regen und Schnee bezeichnet man als nasse Deposition. Dieser Prozess ist in starkem Maße abhängig von der atmosphärischen Konzentration des jeweiligen Schadstoffs und der Niederschlagsmenge am Untersuchungsort.
Die Bestimmung der nassen Deposition erfolgt durch Messungen der Schadstoffkonzentrationen im aufgefangenen Niederschlag. Mehrere lokale, regionale und nationale Monitoring-Programme und -Netzwerke tragen zu diesen Messungen bei.
Die Depositionsdaten der ausreichend dicht und gleichmäßig verteilten Messstandorte werden mit fein skalierten, meteorologischen Jahres-Niederschlagsdaten (1 x 1 km²) zu deutschlandweiten Nass-Depositionsfeldern verknüpft und lassen sich so in nationalen Karten darstellen.
Luftgetragene Partikel und Gase lagern sich auch ohne Regen und Schnee auf Böden und Vegetation sowie auf Materialien ab. Atmosphärische Bedingungen, die Konzentration des Schadstoffs in der Luft, sowie die Eigenschaften des Rezeptors bestimmen die Menge des trockenen Eintrags. Größe, Form und Beschaffenheit der Rezeptoroberfläche kommt dabei die größte Bedeutung zu. So kämmt die Kronenschicht von Wäldern Partikel und Feinst-Tröpfchen sehr effektiv aus und hält zusätzlich durch die direkte Aufnahme von Schadstoffen in die Blätter große Mengen von schädlichen Verbindungen im Waldökosystem zurück.
Die trockene Deposition wird nur an wenigen Messstellen routinemäßig aufgezeichnet.
Flächendeckend hoch aufgelöste Daten der Trockendeposition (1 x 1 km²) werden in Deutschland mit Hilfe von Modellen berechnet.
Atmosphärische Schadstoffe lösen sich in Nebel- und Wolkentröpfchen und gelangen mit der Feuchtigkeit in Ökosysteme. Ähnlich wie bei der trockenen Deposition hängt die Menge der okkulten Deposition in besonderem Maße von der Rezeptorbeschaffenheit ab. Fachleute kombinieren Landnutzungs- und meteorologische Daten sowie Daten zur Immissionssituation von Schadstoffen und berechnen flächendeckende, fein skalierte Daten der Okkulten Deposition (1 x 1 km²) für Waldgebiete oberhalb von 250 ü.N.N.
Die nasse Deposition ist für etwa ein Drittel der gesamten Stoffeinträge über den Luftpfad verantwortlich, die trockene Deposition für die verbleibenden zwei Drittel.
Die Gesamtdeposition wird durch eine Kombination der räumlich interpolierten Messungen der nassen Deposition mit der modellierten trockenen und okkulten Deposition ermittelt. Sie liegt räumlich hoch aufgelöst (1 x 1 km²) und landnutzungsabhängig vor.