Letzte Änderung: 01.08.2011
Über die Sicherung der Ernährung und die Produktion von Nachwachsenden Rohstoffen hinaus spielt die Landwirtschaft eine wesentliche Rolle für die Regionalpolitik und für die Erhaltung und Entwicklung der Kulturlandschaft. In Deutschland hat die Landwirtschaft wegen ihrer engen Vernetzung mit anderen Wirtschaftsbereichen, trotz ihres relativ geringen Anteils an der Bruttowertschöpfung, eine beachtliche volkswirtschaftliche Bedeutung. Die Ernährungsindustrie, die sich zum größten Teil auf die heimische Landwirtschaft stützt, ist in Deutschland viertgrößter und in Europa sogar größter Industriezweig mit etwa 500 000 Beschäftigten in Deutschland und 2,5 Mio Beschäftigten in Europa. Die Nahrungsmittelindustrie trägt erheblich zum deutschen Außenhandel bei, Deutschland ist weltweit der viertgrößte Agrarexporteur (andererseits der größte Agrar-Importeur)Im Jahr 2003 waren in der Landwirtschaft und den ihr vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen rund 3,8 Mio Menschen beschäftigt. Damit ist in Deutschland etwa jeder zehnte Arbeitsplatz diesen Sektoren zuzurechnen. In vielen ländlichen Regionen liegt der Anteil noch wesentlich höher.
Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie haben vielfältige und weit reichende Wirkungen auf alle Umweltmedien und sind eng miteinander verknüpft. Umweltseitige Wechselwirkungen bestehen zum Bodenschutz, Grundwasser- und Oberflächengewässerschutz, Meeresschutz, zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz. Die erforderlichen Maßnahmen und Aktivitäten gehen über die medialen Umweltbereiche hinaus bis hin zur Energie- und Entwicklungspolitik. Dringend erforderlich ist die Verringerung umweltbelastender Stoffströme aus der Land- und Lebensmittelwirtschaft auf ein langfristig tragfähiges Niveau durch Entwicklung von nachhaltigen Strategien zur Minderung dieser Umweltbelastungen.