Letzte Änderung: 01.08.2011
Das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung legte 1987 die Brundtland-Kommission fest: Es geht darum, gegenwärtige Bedürfnisse zu befriedigen, ohne die Befriedigung der Bedürfnisse künftiger Generationen zu beeinträchtigen. Kern des Leitbilds ist die Generationengerechtigkeit, es umfasst die ökonomische, ökologische und soziale Dimension. Der Landwirtschaftssektor hat eine Schlüsselrolle im Nachhaltigkeitsprozess, verankert im Kapitel 14 der Agenda 21.Eine Nachhaltige Nahrungsmittelproduktion ist energie- und ressourcenschonend, dafür eher arbeits- und wissensintensiv. Nachhaltigkeit im Bereich Nahrungs-mittelproduktion erfordert eine grundlegende Umorientierung der Produktions- und Konsumtionsweisen ganzer Gesellschafts- und Wirtschaftsbereiche. Nachhaltige Nahrungsmittelproduktion ist nur durch Änderung heutiger Lebensgewohnheiten und Anspruchshaltungen erreichbar (nachhaltiger Konsum).
Wichtige Ansatzpunkte sind die deutliche Ausweitung des Ökologischen Landbaus, die Honorierung ökologischer Leistungen, der Abbau umweltschädlicher Subventionen, die Besserstellung der nachhaltig wirtschaftenden Betriebe, „gerechte” Preise für ihre Produkte sowie entsprechende Schwerpunkte in Ausbildung und Beratung. Entscheidend ist das nachhaltige Ernährungsverhalten der Verbraucher, d.h. die verstärkte Nachfrage nach Lebensmitteln aus nachhaltiger, umwelt- und tiergerechter Produktion, nach regionalen und saisonalen Produkten, ein reduzierter Konsum tierischer Produkte und umweltverträglich verarbeitete und verpackte Erzeugnisse.
Der Ökologische Landbau setzt dieses Leitbild weitestgehend um. Im ökologischen Landbau werden keine chemisch-synthetisch hergestellten Mineraldünger, Pestizide, Herbizide, Wachstumsbeschleuniger wie Hormone oder Antibiotika oder gentechnisch veränderte Organismen angewendet, die Tierhaltung erfolgt nach hohen Tierschutzstandards. Insofern belastet der ökologische Landbau Böden und Gewässer weit weniger als die konventionelle Landwirtschaft. Einzelne Wasserwerke haben daher in kooperativer Weise Verträge mit Landwirten in ihrem Einzugsgebiet zur Umstellung auf den ökologischen Landbau geschlossen. Sie unterstützen im Gegenzug meist die Vermarktung der Produkte.