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Letzte Änderung: 16.03.2010
Lärmbelastungen haben vielfältige Auswirkungen auf unser tägliches Leben. Anhand von Dosis-Wirkungsrelationen können diese Wirkungen abgeschätzt und beurteilt werden. In einem Forschungsbericht im Auftrag des Umweltbundesamtes wurden vorliegende Dosis-Wirkungsbeziehungen hinsichtlich Belästigungen, Schlafstörungen, gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Kosten-Nutzen-Funktionen zusammengetragen und vergleichend bewertet.
Rollgeräusche tragen wesentlich zum Geräuschverhalten von Kraftfahrzeugen bei. Welchen Einfluss Reifen bei der Typprüfung von Kfz haben, welche Spielräume sich für Fahrzeughersteller ergeben und wie diese in den gesetzlichen Regelungen behandelt werden, beleuchtet ein Forschungsprojekt im Auftrag des Umweltbundesamtes.
15 Millionen Menschen in Deutschland fühlen sich stark durch Lärm belästigt. Und Lärm nervt nicht nur. Er kann verschiedenste Gesundheitsbeschwerden verursachen, bis hin zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko. Wir brauchen ein Verkehrslärmschutzgesetz, das Grenzwerte auch für bereits bestehende Verkehrswege einführt und die Gesamtwirkungen verschiedener Lärmquellen an einem Ort berücksichtigt, fordert UBA-Präsident Flasbarth.
Das Reifen-Fahrbahngeräusch ist ab Geschwindigkeiten von ca. 30 bis 40 km/h die dominierende Geräuschquelle im Straßenverkehr. Neben lärmarmen Reifen helfen lärmmindernde Fahrbahnbeläge die Lärmbelastung zu reduzieren. In den letzten 20 Jahren wurden viele Fahrbahnbeläge neu entwickelt oder stark verbessert - jedoch ist nicht jeder Fahrbahnbelag für jede Straße geeignet.
Der Alltag gibt den Kindern permanent etwas auf die Ohren. Untersuchungen des UBA zeigen: Jedes achte Kind weist eine auffällige Minderung der Hörfähigkeit, jedes sechste wohnt an stark befahrenen Haupt- und Nebenstraßen. Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus sind insgesamt stärker betroffen. Als häufige Lärmquellen identifiziert die aktuelle Studie Verkehr und Freizeitaktivitäten.
Der Blaue Engel für lärmarme und Kraftstoff sparende Reifen hat jetzt noch strengere Vorgaben. Damit greift er sogar den ab 2012 geltenden EU-Grenzwerten vor. Alles im Sinne des Gesundheits- und Umweltschutzes. Und gut für den Geldbeutel: Mit Blauer Engel-Reifen können Autofahrer etwa 50 Euro pro Jahr für Kraftstoff sparen.
Die Europäische Akademie für städtische Umwelt hat im Rahmen des vom UBA mit Mitteln des Bundesumweltministeriums geförderten Projekts „Silent City” ein Handbuch zur Lärmaktionsplanung erstellt. Dieses Handbuch hilft Kommunen, die Umgebungslärmrichtlinie effektiv umzusetzen.
Lärm und Luftschadstoffe verursachen im Flugverkehr Kosten, die verursachergerecht angelastet werden sollen. Welche Instrumente es dazu gibt oder ob der Flugverkehr die Kosten selbst trägt, haben die UBA-Konferenzteilnehmer/innen diskutiert. Im Anschluss an die Veranstaltung bat das UBA drei Teilnehmer zu Wort, daraus entstand ein Podcast.
Eine erhebliche Verringerung des Fluglärms lässt sich durch eine Verschärfung der Lärmgrenzwerte von zivilen Strahlenflugzeugen erreichen. Eine Studie des Öko-Instituts im Auftrag des Umweltbundesamtes macht vor dem Hintergrund der zu erwartenden technischen Entwicklungen bzgl. ziviler Strahlentriebwerke konkrete Vorschläge für die Fortschreibung der internationalen Lärmgrenzwerte.
Noch immer stört und belästigt Lärm die Bevölkerung. Im Frühjahr 2002 startete das UBA die erste kontinuierliche Online-Umfrage zur Belästigung der Bevölkerung durch Lärm.
Die im Auftrag des UBA am Flughafen Köln/Bonn durchgeführte Studie bestätigt aufs Neue: Wer in der Nacht Fluglärm ausgesetzt ist, hat ein erhöhtes Risiko, Herz- und Kreislauf- oder psychische Krankheiten zu bekommen. „Wir sollten im Sinne einer nachhaltigen Mobilität kritisch darüber nachdenken, welche Nachtflüge wirklich notwendig sind“, sagte dazu UBA-Präsident Jochen Flasbarth.
Jede/r fünfte Europäerin/Europäer ist regelmäßig nächtlichem Lärm ausgesetzt, der krank machen kann. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des WHO-Regionalbüros für Europa. Der Lärm einer verkehrsreichen Straße kann auf Dauer Schlafstörungen, psychische Störungen, ja sogar frühzeitige Morbidität und Mortalität zur Folge haben. Nachgewiesen sind auch durch Fluglärm verursachte Herz-Kreislaufprobleme.
Deshalb empfiehlt die WHO als neuen Richtwert ("Night Noise Guidelines"), dass die Bevölkerung nachts außen vor den Wohnungen als Jahresmittelwert keinem höheren Schalldruckpegel (Lnacht) als 40 dB(A) ausgesetzt sein sollte. Das entspricht etwa dem Schallpegel einer ruhigen Wohngebietsstraße. Wenn dieses Ziel kurzfristig nicht zu erreichen ist, wird als Interimswert 55 dB(A) als Obergrenze empfohlen. Die WHO fordert Regierungen und Kommunen auf, etwas gegen Lärm zu tun, denn Lärm kann zu sozialem Gefälle in den Wohnquartieren beitragen und unerwünschte Folgekosten bei den Krankenkassen verursachen.
Für Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an Luftfahrzeugen werden auf Flugplätzen Triebwerksprobeläufe durchgeführt, die die Nachbarschaft mit Lärm belasten. Als Grundlage für eine zukünftige Beurteilung wurde in einer Studie im Auftrag des UBA ein Vorschlag für eine einheitliche Methodik zur Ermittlung dieser Geräuschemissionen erarbeit.
Für die Menschen in Deutschland ist Lärm eine der am stärksten empfundenen Umweltbeeinträchtigungen. Das geht aus einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage an etwa 2000 Erwachsenen zum „Umweltbewusstsein in Deutschland 2008” hervor.
Personen, die erhöhtem Nachtfluglärm ausgesetzt sind, haben häufiger höhere Blutdruckwerte als Menschen in ruhigeren Wohngebieten. Dies hat eine internationale Studie unter Beteiligung des UBA ergeben. Schon ein Anstieg des nächtlichen Fluglärmpegels um 10 dB(A) im Schallpegelbereich zwischen 30-60 dB(A) erhöht das Risiko für Bluthochdruck bei Frauen und Männern um rund 14 Prozent.
Lärm- und Schadstoffemissionen müssen auch im Schienenverkehr verringert werden. Das emissionsabhängige Trassenpreissystem setzt ökonomische Anreize für Eisenbahnverkehrsunternehmen, statt der alten, lauten Güterwaggons emissionsärmere Fahrzeuge einzusetzen. Das im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellte Rechtsgutachten zeigt, dass emissionsabhängige Trassenpreise in Deutschland rechtlich möglich sind und in welcher Form sie erhoben werden können.
Fluglärm führt dazu, dass die Betroffenen häufiger den Arzt aufsuchen und die Ärzte diesen mehr Medikamente verschreiben. Dies ist das Ergebnis einer epidemiologischen Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes. Im Umfeld eines deutschen Flughafens mit Nachtflugbetrieb wurden Daten von mehr als 800.000 Personen – dies sind mehr als 40 Prozent der Gesamtbevölkerung der betroffenen Region – analysiert.
Obwohl
die Lärm-Grenzwerte in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach verschärft
wurden, sind viele Pkw heute noch so laut wie vor 25 Jahren. Ein Praxistest
im Auftrag des Umweltbundesamtes ergab, dass die Hersteller nur beim Antriebsgeräusch
von Pkw und Lkw im vergangenen Vierteljahrhundert deutliche Fortschritte
erzielt haben. Dagegen machen Reifen heute kaum weniger Lärm auf der
Fahrbahn als früher.
Eine Verringerung des Fluglärms lässt sich durch Landeentgelte
erreichen, die von der Geräuschemission der Flugzeuge abhängen.
Eine Studie des Öko-Instituts
im Auftrag des Umweltbundesamtes macht konkrete Vorschläge für ein
wirksames lärmabhängiges Landeentgeltsystem, das zukünftig berücksichtigt
werden sollte.