Kohlendioxid-Emissionen im Bedarfsfeld „Wohnen“

Im Bedarfsfeld „Wohnen“ fallen sogenannte direkte und indirekte Kohlendioxid-Emissionen infolge des Energieverbrauchs an. Direkte Emissionen entstehen durch den unmittelbaren Einsatz von Energie für Heizen und Warmwasserbereitung, indirekte Emissionen bei der Energiebereitstellung für die privaten Haushalte, zum Beispiel für Stromverbrauch bei der Nutzung von Haushaltsgeräten.

Direkte und indirekte Kohlendioxid-Emissionen

Die direkten Kohlendioxid-Emissionen privater Haushalte im Bedarfsfeld „Wohnen“ fallen unter anderem bei der Verbrennung von Energieträgern für Anwendungsbereiche wie Raumwärme, Warmwasser an. Im Jahr 2005 betrugen sie nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes insgesamt 124,7 Millionen Tonnen (Mio. t). Im Jahr 2014 waren es noch 112,6 Mio. t, das sind 9,7 Prozent (%) weniger. Ursachen für den Rückgang liegen in den Energieeinsparungen durch effizientere Heizungen und die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien. Gegenläufig wirkt der Trend zu höheren Wohnflächen pro Person.

Hohe indirekte Emissionen entstehen bei der Energiebereitstellung für die privaten Haushalte, vor allem bei der Erzeugung von Elektrizität in den Kraftwerken und bei der Erzeugung von Fernwärme in den Heizkraftwerken. Diese Emissionen können anteilig - das heißt entsprechend der Höhe des Energieverbrauchs - den privaten Haushalten zugerechnet werden. 2005 verursachte das Bedarfsfeld „Wohnen“ der privaten Haushalte demnach 94,8 Mio. t indirekte Kohlendioxid-Emissionen. 2014 waren es noch 93,5 Mio. t, ein Rückgang um 0,9 %.

In der Summe ergibt sich ein Rückgang der Kohlendioxid -Emissionen der privaten Haushalte im Bedarfsfeld „Wohnen“ von 2005 bis 2014 um 5,9 % (siehe Abb. „Direkte und indirekte Kohlendioxid-Emissionen im Bedarfsfeld "Wohnen"). Auch wenn die im Haushalt verwendeten Geräte immer energiesparender werden, der Trend zu einem Ausstattungsbestand der privaten Haushalte macht die Effizienzgewinne weitgehend wieder zunichte.

Direkte und indirekte Kohlendioxid-Emissionen im Bedarfsfeld „Wohnen“ :  Kohlendioxid-Emissionen 2005: direkter Anteil 56,8 Prozent und indirekter Anteil 43,2 %. 2014: direkter Anteil 54,5 Prozent und indirekter Anteil 45,5 %.
Direkte und indirekte Kohlendioxid-Emissionen im Bedarfsfeld „Wohnen“
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

„Raumwärme“ dominiert im Bedarfsfeld „Wohnen“ die Kohlendioxid-Emissionen

Die Emissionen der privaten Haushalte können den einzelnen Anwendungsbereichen wie Raumwärme, Warmwasser und sonstiger Prozesswärme sowie mechanischer Energie und Beleuchtung zugeteilt werden.

Besonders die Energiebereitstellung für die Nutzung von Raumwärme verursacht hohe Kohlendioxid-Emissionen. Im Bereich „Raumwärme - temperaturbereinigt“ fielen im Jahr 2014 insgesamt 124,5 Millionen Tonnen (Mio. t) direkte und indirekte Kohlendioxid-Emissionen an. Im Jahr 2005 waren es noch 136,6 Mio. t Kohlendioxid-Emissionen. Dabei verursachte die Erzeugung von Raumwärme im Jahr 2014 mit gut 60 Prozent (%) fast zwei Drittel der Kohlendioxid-Emissionen im Bereich Wohnen. An zweiter Stelle folgte mit 14,2 % der Betrieb von Elektrogeräten im Haushalt einschließlich der Informations- und Kommunikationstechnik. Die Warmwasserbereitung machte weitere gut zwölf Prozent der Kohlendioxid-Emissionen aus (siehe Abb. „Kohlendioxid - Emissionen nach Anwenderbereichen im Bedarfsfeld „Wohnen“ 2014“). Private Haushalte haben wie schon beim Energieverbrauch auch erheblichen Einfluss auf den Kohlendioxid-Ausstoß durch die Wahl:

  • der Wohnflächengröße (Heiz- und Stromverbrauch). Je kleiner der Haushalt und je mehr Wohnfläche pro Person in Anspruch genommen wird, desto größer ist auch der Heiz- und Strombedarf,
  • der Bauweise (alleinstehendes Einfamilienhaus gegenüber einem Reihenhaus oder Wohnung in einem Mehrfamilienhaus). Je schlechter das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen, desto höhere Wärmeverluste.
Direkte und indirekte Kohlendioxid-Emissionen im Bedarfsfeld „Wohnen“: Raumwärme 60,1 Prozent, Warmwasser 11,9 %, Kochen und Waschen 10,7 %, Elektrogeräte, Informations- und Kommunikationsgeräte 14,2 %, Beleuchtung 3,1 %.
Kohlendioxid-Emissionen nach Anwenderbereichen im Bedarfsfeld „Wohnen“ 2014
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF