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Klimawirkungen und Risiken für Mensch und Natur

Letzte Änderung: 17.09.2009

Seit dem vergangenen Jahrhundert erwärmt sich das Klima, wie Beobachtungsdaten belegen. So stieg das globale Mittel der bodennahen Lufttemperatur im Zeitraum 1906 bis 2005 um etwa 0,74°C. Gebirgsgletscher und Schneebedeckung haben im Mittel weltweit abgenommen. Extremereignisse wie Starkniederschläge und Hitzewellen wurden häufiger, und seit den 1970er Jahren traten in den Tropen und Subtropen intensivere und länger andauernde Dürren über größeren Gebieten auf. Mit steigender Temperatur nehmen die erwarteten Risiken zu. Mit welchen Gefahren ist die Temperaturerhöhung verbunden? Hier können Sie sich über Auswirkungen des Klimawandels und die damit verbundenen Risiken informieren.

Auswirkungen in Deutschland, der Europäischen Union und global

Titelseite der Studie Impacts of Europe´s changing climateDie seit dem vergangenen Jahrhundert beobachtete Klimaänderung hat spürbare Folgen für Mensch und Natur. Einige dieser Auswirkungen werden zum heutigen Zeitpunkt schon sehr deutlich. So stieg der mittlere globale Meeresspiegel im 20. Jahrhundert um ungefähr 17 cm an. Auch in Europa und Deutschland sind Folgen des Klimawandels, wie beispielsweise das Abtauen von Gletschern oder das regional erhöhte Risiko für das Auftreten von Hitzeperioden bereits erkennbar.

Bei ungebremstem Ausstoß der Treibhausgase erwarten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bis zum Jahr 2100 eine weitere starke Erwärmung. Auf Grund der steigenden Temperaturen, damit einhergehenden Veränderungen der Niederschläge und anderer Klimaparameter muss zukünftig mit erheblichen Auswirkungen des Klimawandels gerechnet werden. Die Risiken werden mit steigenden Temperaturen deutlich wachsen.

Daten der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft

Logo der Münchener Rückversicherungs-GesellschaftDie Auswirkungen der Klimaänderung sowie deren Schadenswirkungen sind sehr komplex. Die tatsächliche Bedrohung durch den Klimawandel wird deshalb zum großen Teil nur unzureichend wahrgenommen. Relativ aussagekräftig sind jedoch die Schadenswirkungen, die durch Extremereignisse hervorgerufen werden. Eine wichtige Grundlage für eine solche Betrachtung von Schadensereignissen infolge der Klimaerwärmung bieten die jährlichen statistischen Auswertungen der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft über große Naturkatastrophen. Nähere Informationen finden Sie in der Publikation „Naturkatastrophen 2008: Analysen, Bewertungen, Positionen” der Münchner Rück PDF / 4,13 MB.

Anzahl der großen Naturkatastrophen 1950 – 2008. Über den Zeitraum ist eine steigende Tendenz festzustellen.
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Über den Zeitraum 1950 – 2008 ist eine steigende Tendenz bei der Anzahl großer Naturkatastrophen festzustellen (siehe nebenstehende Abbildung). Als „groß” werden Naturkatastrophen bezeichnet, wenn die Selbsthilfefähigkeit der betroffenen Region deutlich überschritten und überregionale oder internationale Hilfe erforderlich ist. Das ist in der Regel der Fall, wenn die Zahl der Todesopfer in die Tausende, die Zahl der Obdachlosen in die Hunderttausende geht und/oder wenn die Gesamtschäden (gemessen an den wirtschaftlichen Verhältnissen des betroffenen Landes) und/oder die versicherten Schäden außergewöhnliche Größenordnungen erreichen (vgl. Edition Wissen - Topics Geo - Naturkatastrophen 2008 - Analysen, Bewertungen, Positionen PDF / 3,10 MB, S. 38 ).

World map of climate change

World map of climate changeRegionale Ausprägungen der Klimaänderung, ihrer Auswirkungen sowie Konsequenzen des Klimawandels werden in der World map of climate change (IPCC  2001) für alle Regionen der Erde dargestellt.

Der Hitzesommer 2003

Im Zusammenhang mit der Erwärmung des Klimas verändern sich auch die Häufigkeit und die Ausprägung von Extremereignissen. Ein eindrucksvolles Beispiel für ein solches Ereignis ist der Hitzsommer 2003, der in Deutschland zusätzlich rund 7000 Menschen das Leben kostete. Das sind mehr Personen, als jährlich durch Verkehrsunfälle sterben (2003: 6613 Personen [Quelle: Stat. Bundesamt]).

Die extreme Hitzewelle im Sommer 2003 ist als ein sehr seltenes Ereignis einzustufen.

Temperaturanomalien 1761–2003 relativ zum Mittelwert der Jahre 1961-1990

Abbildung: Die Darstellung zeigt die Temperaturanomalien 1761–2003 relativ zum Mittelwert der Jahre 1961-1990. Der Hitzesommer 2003 liegt mit einem Anomaliewert von 3,4°C deutlich über dem Mittel von 1961-1990.

Allerdings führt eine Analyse der Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten eines solchen Ereignisses zu dem Ergebnis, dass seit dem Zeitraum 1970/80 die Wahrscheinlichkeit um mehr als das 20-fache gestiegen ist: von einmal in 10.000 Jahren auf einmal in 455 Jahren. Damit bleibt dieses extreme Ereignis einerseits immer noch ein seltenes Ereignis, andererseits ist die Gefahr des Eintretens deutlich gewachsen.

zeitliche Veränderung der Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein extremes Ereignis wie der Hitzesommer 2003 erreicht oder überschritten wird

Abbildung: Die obere Darstellung verdeutlicht die zeitliche Veränderung der Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein extremes Ereignis wie der Hitzesommer 2003 erreicht oder überschritten wird. Diese Wahrscheinlichkeit ist offenbar seit etwa 1970/80 um ungefähr das 20-fache angestiegen.

Eine ausführliche Untersuchung des Hitzesommers 2003 wurde als Fallbeispiel für Extremereignisse in die im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführte Studie „Berechnung der Wahrscheinlichkeiten für das Eintreten von Extremereignissen durch Klimaänderungen – Schwerpunkt Deutschland” aufgenommen. Diese Studie wurde vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Universität Frankfurt/Main unter Leitung von Prof. Dr. Christian-D. Schönwiese erarbeitet und ist auch in einer  englischsprachigen Kurzfassung PDF / 700 KB verfügbar.

 

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