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Internationaler Umweltschutz, Antarktis

Deutschland unterstützt Bulgarien bei der Umsetzung europäischer Naturschutzregelungen

Letzte Änderung: 05.12.2011

Bulgarien verfügt mit 90 Lebensraumtypen und 121 Arten des Anhangs II der Flora-Fauna-Habitat(FFH)-Richtlinie über eine reiche biologische Ausstattung seiner 114 gemeldeten EU-Vogelschutzgebiete und 228 FFH-Gebiete. Vitosha-Gebirge am Stadtrand von Sofia, Natura 2000-Gebiet; Foto: © A. SsymankDas Schutzgebietsnetz Natura 2000 nimmt mit insgesamt 33,8 % der Landesfläche in Bulgarien einen fast doppelt so hohen Flächenanteil wie in Deutschland (15,4 %) ein und liegt damit auch deutlich über dem EU-Durchschnitt von rund 18%.

Dennoch ist dieses wertvolle Naturerbe in großer Gefahr, denn der Investitionsdruck ist selbst in den Nationalparken (z.B. mit Wintersportpotenzialen wie im Pirin) oder an der Schwarzmeerküste sehr groß. Weil in der Vergangenheit auf die Werte der Schutzgebiete und die Verfahren zur Sicherung der ökologischen Kohärenz wenig Rücksicht genommen wurde, bat das bulgarische Umweltministerium (MoEW) anlässlich des EU-Beitritts Bulgariens 2007 und im Kontext des seit Juni 1993 bestehenden bilateralen Regierungsabkommens zwischen Deutschland und Bulgarien über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Umweltschutzes darum, bei der Umsetzung der EU-Richtlinien zur Etablierung des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 (FFH- Richtlinie und Vogelschutzrichtlinie) zu kooperieren und von deutschen Erfahrungen zu profitieren.

Um diesem Wunsch nachzukommen, wurden im Jahr 2009 Mittel des Beratungshilfeprogramms des Bundesumweltministeriums (BMU) für den Umweltschutz in den Staaten Mittel- und Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens bereitgestellt. Das Projekt „Erfahrungen Deutschlands bei der Umsetzung von EU-Rechtsvorschriften: Natura 2000 – Management und Finanzierung“ (FKZ 380 02 201) wurde von der bulgarischen Nichtregierungsorganisation Green Balkans von Juni 2009 bis Oktober 2010 umgesetzt. Auf deutscher Seite oblagen dem Umweltbundesamt (UBA) das Projektmanagement und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) die fachliche Begleitung des Projekts.

Ziel und inhaltliche Schwerpunkte der Beratungsleistung

Ziel des Projekts war, Vertreterinnen und Vertretern bulgarischer Naturschutzakteure (MoEW, Regionalinspektorate, Nationalpark- und Naturparkverwaltungen, Nichtregierungsorganisationen) das benötigte Training für die Umsetzung der relevanten Richtlinien zur Verfügung zu stellen und damit die Effizienz des Naturschutzes in Bulgarien zu verbessern.

Der Fokus der Projektaktivitäten lag auf den zentralen Aspekten von Natura 2000, das heißt auf der FFH-Verträglichkeitsprüfung, insbesondere für Pläne und Projekte gemäß Artikel 6 FFH-Richtlinie, dem Erhalt der ökologischen Kohärenz des Natura 2000-Netzes, dem Management von Natura 2000-Gebieten und der Finanzierung.

Projektergebnisse

Innerhalb von ca. 17 Monaten wurden

Workshop in Sofia vom 28.-29. Juli 2010; Foto: © Green BalkansLaut Einschätzung des Bundesamtes für Naturschutz erhielten mit diesem Projekt die wichtigsten Dienststellen des Naturschutzes in Bulgarien einen Überblick über ein breites Themenspektrum aller wesentlichen Aspekte der Natura 2000-Umsetzung. Dank der Veröffentlichungen stehen die Projektergebnisse in der Landessprache dauerhaft zur Verfügung. Sie stärken damit die Zusammenarbeit im europäischen Naturschutz.

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