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Letzte Änderung: 01.08.2012
Seit dem Jahr 2000 setzen die Projekte des Beratungshilfeprogramms auf Umweltschutz durch Wissenstransfer. Staaten in Mittel- und Osteuropa, dem Kaukasus und Zentralasien nehmen eine länderspezifische Beratung wahr: die Themenpalette reicht vom Abfallwirtschaftsplan für Rumänien bis zur Uranbergbausanierung in Kirgisistan. Einige der Projekte beschäftigen sich mit dem Aufbau von Organisationsstrukturen im Umweltbereich, so wurde zum Beispiel im Gebiet Kaliningrad ein Projekt unterstützt, das die Umweltbildung in Schulen und Vorschulen stärken sollte. Das Ziel war eine langfristige Partnerschaft zwischen deutschen und russischen Kindergärten und Schulen. Die Kooperation hat die Kaliningrader Partner dazu angeregt, das Thema Umweltschutz intensiver als bisher zu behandeln. (Projekt Entwicklung einer vorschulischen und schulischen Umweltbildung im Kaliningrader Gebiet)

Ganz in diesem Sinne entwickelt bereits seit März 2007 ein internationales Team im Rahmen einer Hochschulkooperation umweltorientierte Lehrpläne für kasachische und ukrainische Hochschulen. Daran arbeiten Dozenten des Internationalen Hochschulinstituts (IHI) Zittau, Mitarbeiter des Deutsch-Polnischen Instituts für Umweltmanagement (Polonia Universität Czestochowa), der Staatlichen Pädagogischen Universität in Drohobycz, Ukraine, und der Deutsch-Kasachischen Universität in Almaty, Kasachstan. Unternehmensvertreter und potenzielle Berater können Schulungen besuchen, die in das Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 einführen. Auf diese Weise erwerben sie eine Ausbildung als Umweltberater.
Konkrete Schritte im kommunalen Umweltschutz geht man auch in Kroatien und Mazedonien. Dort eignen sich Verwaltungsangestellte in einer Kombination aus Fortbildungskursen und einer Train-the-Trainer-Ausbildung fachspezifische Kenntnisse an. Auf dem Programm steht die EU-Gesetzgebung zu den Themenfeldern Wasser und Abfall sowie deren Umsetzung auf lokaler Ebene. Durch die Zusammenarbeit einzelner Umweltorganisationen vor Ort wird so nicht nur die kommunale Selbstverwaltung auf den EU-Beitritt vorbereitet. Es entstehen auch neue Netzwerke zwischen Umweltakteuren (Projekt: Kompetenzaufbau zu EU-Umweltgesetzgebung).
Eine wichtige Rolle bei der Netzwerkbildung spielen die Regionalen Umweltzentren, kurz REC’s (regional environment centers). Seit 1990 im ungarischen Szentendre das erste REC gegründet wurde, haben sich in den Regionen Mittel- und Osteuropas REC’s etabliert, die im Rahmen des „Umwelt für Europa” - Prozesses der Vereinten Nationen wirken, indem sie möglichst viele verschiedene Akteure der Gesellschaft zusammenbringen.
Im REC Mittel- und Osteuropa in Szentendre sowie in den anderen 17 Zentren stehen Klimaschutz, Umweltgesetzgebung, Öffentlichkeitsarbeit und Finanzmanagement auf der Tagesordnung. Um die Reichweite dieser Aktivitäten noch zu vergrößern, wurden im Rahmen eines Beratungshilfeprojekts die Mitarbeiter zweier weiterer REC’s geschult. Erfahrene Mitarbeiter des REC Szentendre gaben ihre Kenntnisse über den Aufbau professioneller Organisationsstrukturen weiter (Capacity Building für Regionale Umweltzentren PDF / 97 KB). Die Kollegen aus dem REC Kaukasus (RECC) in Tiflis, Georgien, und dem REC Zentralasien (CAREC) in Almaty, Kasachstan, sind zwar bereits seit 2000 und 2001 dabei, profitieren aber von den Erfahrungen, die man in Mittelosteuropa gemacht hat. Am Ende des Projekts „Capacity Building für Regionale Umweltzentren” werteten Mitarbeiter aus Szentendre während längerer Aufenthalte in den REC’s in Tiflis und Almaty aus, welche Fortschritte die Kollegen gemacht hatten und unterstützten sie dabei, das Erlernte in ihrem Arbeitsumfeld umzusetzen.