Indikator: Umweltmanagement

Ein Diagramm zeigt für die Jahre 2005 bis 2016 die Entwicklung EMAS-zertifizierter Organisationen in Deutschland nach Zahl der Organisationen, Standorte und Beschäftigter. Auch das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie (2030 5.000 Standorte) ist dargestellt.zum Vergrößern anklicken
Anzahl EMAS-registrierter Organisationen, Standorte und Beschäftigte
Quelle: EMAS-Register Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • EMAS ist ein international anwendbares System für das Umweltmanagement. Es handelt sich um den anspruchsvollsten allgemein verfügbaren Umweltmanagementstandard.
  • Die Zahl der nach EMAS registrierten Organisationen sank bis 2012 gegenüber 2005 um rund 20 %. Seitdem hat sie sich stabilisiert.
  • Die Zahl der EMAS-Standorte und in EMAS-Organisationen Beschäftigten sank bis 2012 bzw. 2011 ebenfalls. Seitdem steigen die Zahlen wieder.
  • Die Bundesregierung hat das Ziel, dass im Jahr 2030 5.000 Standorte nach EMAS registriert sein sollen.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Die Zahl der nach dem „Eco-Management and Audit Scheme“ (EMAS) registrierten Organisationen, Standorte und dort Beschäftigten ist ein Maß für die Verbreitung nachhaltiger Produktionsmuster in der Wirtschaft. EMAS zielt auf Unternehmen und sonstige Organisationen ab, die ihre Umweltleistung systematisch, transparent und glaubwürdig verbessern wollen. Es ist in der europäischen EMAS-Verordnung geregelt (EU-VO 1221/2009).

EMAS nimmt die Umweltaspekte von Tätigkeiten, Produkten und Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus in den Blick. Diese müssen bei der Festlegung von Prozessen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsstrukturen einbezogen werden, sodass negative Umweltauswirkungen kontinuierlich reduziert werden. Die Fortschritte werden durch einen unabhängigen und staatlich zugelassenen Gutachter geprüft und in öffentlich zugänglichen Umwelterklärungen berichtet.

EMAS führt zu einem verbesserten Umweltschutz und kann Kosteneinsparungen mit sich bringen. Steigt die Zahl der Organisationen, die EMAS anwenden, wirkt sich das insgesamt positiv auf den Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz aus. EMAS baut auf dem international weit verbreiteten Umweltmanagementstandard ISO 14001 auf, ist aber anspruchsvoller als dieser.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Ende 2016 waren 1.225 Organisationen an 2.111 Standorten EMAS registriert. Nach einem Rückgang zwischen den Jahren 2005 und 2012 hat sich die Anzahl der Organisationen inzwischen stabilisiert. Auch die Zahl der registrierten EMAS-Standorte und der dort Beschäftigten sank zwischen 2005 und 2011 bzw. 2012. Seitdem sind beide Kennzahlen jedoch wieder gestiegen (Standorte + 15 %, Beschäftigte + 10 %).

In der neu aufgelegten deutschen Nachhaltigkeitsstrategie bekennt sich die Bundesregierung dazu, EMAS weiter zu fördern (Bundesregierung 2016). Im Jahr 2030 sollen 5.000 Standorte nach EMAS validiert und registriert sein. Da es künftig für Unternehmen bestimmter Branchen leichter wird, eine Vielzahl von Standorten in die EMAS-Registrierung einzuschließen, ist das Ziel nicht unrealistisch. Dennoch benötigt EMAS stärkere Unterstützung und weitreichendere Maßnahmen, damit dieses Ziel erreicht werden kann. Bislang genießen Unternehmen, die nach EMAS registriert sind, beispielsweise Vorteile beim Wasser-, Abfall- und Immissionsschutzrecht und können verschiedene Ausnahmeregelungen in Anspruch nehmen.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

EMAS-Organisationen und -Standorte werden durch die zuständigen Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern registriert und tagesaktuell in einer öffentlich zugänglichen Datenbank des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) eingetragen (DIHK o.J.). Daten mit einheitlicher Erhebungsmethodik liegen ab dem Jahr 2005 vor. Die Geschäftsstelle des Umweltgutachterausschusses (UGA) fasst die Entwicklung auf der Grundlage der entsprechenden DIHK-Statistik monatlich in einer Übersicht zusammen (UGA o.J.).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel „Umwelt- und Energiemanagementsysteme“.