Indikator: Umweltkosten von Energie und Straßenverkehr

Ein Diagramm zeigt die Entwicklung der Umweltkosten durch Energieerzeugung und Verkehr von 2008 bis 2014. 2008 waren es 138,3 Milliarden Euro, 2014 betrugen die Kosten 130,1 Milliarden Euro.zum Vergrößern anklicken
Umweltkosten durch Treibhausgase und Luftschadstoffe für Strom- und Wärmeerzeugung ...
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Die Umweltkosten von Energie und Straßenverkehr sind von 2008 bis 2014 insgesamt nur um 6 % zurückgegangen.
  • Die verkehrsbedingten Umweltkosten stiegen zwischen 2008 und 2014 um fast 6 % an.
  • Umweltkosten durch Strom und Wärme sind in den letzten Jahren um 12 % bzw. 13 % gesunken.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Umweltkosten sind ökonomisch höchst relevant. Das zeigte etwa der Ökonom Sir Nicholas Stern in seinem „Review on the Economics of Climate Change“ im Jahr 2006 (Stern 2006). Er bezifferte in dem so genannten „Stern Report“ die allein durch den Klimawandel entstehenden Kosten auf jährlich bis zu 20 % des globalen Bruttoinlandprodukts.

Die Nutzung und Umwandlung von Energierohstoffen zur Strom- und Wärmeerzeugung sowie für den Straßenverkehr belastet die Umwelt durch die Emission von Treibhausgasen und Luftschadstoffen wie Feinstaub und Stickoxiden. Die freiwerdenden Luftschadstoffe verursachen eine Zunahme von Erkrankungen, Schäden an Gebäuden sowie Denkmälern (Fassadenverschmutzung) und belasten die Ökosysteme (siehe Indikatoren „Gesundheitsrisiken durch Feinstaub“ und „Eutrophierung durch Stickstoff“). Die ausgestoßenen Treibhausgase tragen zum Klimawandel bei. Damit sind auch wirtschaftliche Kosten verbunden, etwa Aufwendungen für die Beseitigung von Unwetterschäden oder Kosten zur Behandlung umweltbedingter Erkrankungen.

Neben den Umweltschäden durch Treibhausgase und Luftschadstoffe verursachen Energieerzeugung und Straßenverkehr weitere Beeinträchtigungen der Umwelt, beispielsweise in Form von Flächenverbrauch, Lärmbelastung und Wasserverschmutzung. Diese werden vom Indikator nicht erfasst.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Die Umweltkosten insgesamt sanken von 138,3 Milliarden (Mrd.) Euro im Jahr 2008 auf 130,1 Mrd. Euro in 2014. Das entspricht einem geringen Rückgang von 6 %. Die Umweltkosten des Verkehrs sind in diesem Zeitraum jedoch angestiegen (+ 6 %). Daran konnte auch die Entwicklung effizienterer Antriebe nichts ändern. Die Zunahme des Straßenverkehrs und der Trend zu PS-stärkeren Kraftfahrzeugen sind verantwortlich für diese Entwicklung.

Bei Wärme und Strom sanken dagegen die Umweltkosten um 12 % bzw. 13 %. Hier macht sich der vermehrte Einsatz erneuerbarer Energien bemerkbar. Deren Nutzung verursacht deutlich weniger Umweltschäden durch Luftschadstoffe und Treibhausgase als die Nutzung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl oder Erdgas.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Die Berechnung der Umweltschäden erfolgt auf Basis der „Methodenkonvention zur Schätzung von Umweltkosten“ des Umweltbundesamtes (UBA 2013). Sie hilft, die Kosten für die Nutzung der Umwelt nach einheitlichen und transparenten Kriterien zu ermitteln. Dabei berücksichtigt sie den aktuellen Stand der Forschung.

Die Methodenkonvention umfasst unter anderem Kostensätze für Umweltkosten durch Treibhausgase, Luftschadstoffe und Lärm sowie pro erzeugter Kilowattstunde Strom und Wärme und pro gefahrenem Kilometer. Auf Grundlage der Kostensätze lassen sich die Umweltkosten schätzen, die bei der Strom- und Wärmeerzeugung sowie im Verkehrsbereich entstehen.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Gesellschaftliche Kosten von Umweltbelastungen".