Indikator: Umweltfreundlicher Personenverkehr

Ein Diagramm zeigt den Anteil von Fahrradverkehr, Fußverkehr, Eisenbahnverkehr und öffentlichem Straßenpersonenverkehr an der gesamten Personentransportleistung. Abgebildet werden die Jahre 1976 bis 2014. In diesem Zeitraum gab es zwei Methodenbrüche.zum Vergrößern anklicken
Anteil Fuß-, Fahrrad-, Eisenbahn- und Öffentlicher Straßenpersonenverkehr am Personenverkehrsaufwand
Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Anteil des umweltfreundlichen Personentransports ist seit 1976 deutlich von rund 24 % auf 20 % zurückgegangen.
  • In den letzten Jahren hat sich der Anteil hingegen kaum verändert.
  • Mit dem „Nationalen Radverkehrsplan 2020“ will der Bund den Radverkehr stärken.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Der Personenverkehr ist seit Langem durch das Auto geprägt, den sogenannten „Motorisierten Individualverkehr“ (MIV). Der Anteil des MIV lag im Jahr 2014 bei rund 76 %. Allerdings belastet der Autoverkehr die Umwelt stark. Insgesamt schneiden bis auf das Flugzeug alle öffentlichen Verkehrsträger deutlich besser ab als ein durchschnittlich ausgelasteter Pkw. Bus, Bahn, Fußwege und Fahrradverkehr werden zusammen auch als „Umweltverbund“ bezeichnet. Der Indikator gibt den Anteil des Umweltverbundes am gesamten Personenverkehr wieder. Um die Umweltbelastung durch den Personenverkehr niedrig zu halten, sollte dieser Anteil möglichst gesteigert werden.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Wir werden immer mobiler: Zwischen den Jahren 1976 und 2014 hat sich der Personentransport in Deutschland auf zuletzt rund 1.200 Milliarden Personenkilometer ungefähr verdoppelt. Der Anteil umweltfreundlicher Verkehrsträger lag 1976 noch bei rund 24 %, dann sank er bis zum Jahr 2014 auf 19,5 %. In Personenkilometern betrachtet wird 2013 zwar mit jedem Verkehrsträger mehr transportiert als 1976 – doch der Verkehr mit dem Auto stieg überdurchschnittlich stark.

Vor allem der Anteil des öffentlichen Straßen- und Schienenverkehrs ging deutlich zurück: Seit 1976 sank er von 17,6 % auf 13,8 %. Auch der Anteil des Fußverkehrs verringerte sich. Mit dem Fahrrad werden hingegen anteilig mehr Personenkilometer zurückgelegt.

2010 hat sich die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch im Verkehr bis 2020 um 10 % und bis 2050 um 40 % zu reduzieren (Bundesregierung 2010). Dies wird nur gelingen, wenn der umweltfreundliche Personenverkehr stärker gefördert wird. Zur Ausweitung des Radverkehrs wurde der „Nationale Radverkehrsplan 2020“ (BMVBS 2012) entwickelt.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Die amtliche Statistik des Statistischen Bundesamtes erfasst weder den motorisierten Individualverkehr, noch den Fuß- und Radverkehr. Diese Zahlen nähert das „Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung“ (DIW) durch ein Personenverkehrsmodell an. In dieses Modell fließen unter anderem die Befragungsergebnisse „Mobilität in Deutschland“ sowie der Mikrozensus 2011 ein. Eine ausführliche Beschreibung der Vorgehensweise ist in einem „Methodenbericht“ enthalten, der vom DIW abgefordert werden kann (Kuhfeld et al. 2014). Die Ergebnisse werden jährlich in der Publikation „Verkehr in Zahlen“ veröffentlicht (BMVI 2016).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Fahrleistungen, Verkehrsaufwand und Modal Split".