Indikator: Umweltfreundlicher Güterverkehr

Ein Diagramm zeigt die Anteile des Schienenverkehrs und der Binnenschifffahrt an der Güterbeförderungsleistung 1999 bis 2015. Der Anteil des Schienenverkehrs stieg zunächst und stagniert seit einigen Jahren. Der Anteil der Binnenschifffahrt ging zurück.zum Vergrößern anklicken
Anteile des Schienenverkehrs und der Binnenschifffahrt am Güterverkehrsaufwand
Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Anteil des Schienenverkehrs am Gütertransport pendelte in den letzten Jahren zwischen 18 % und 19 %.
  • Der Anteil der Binnenschifffahrt sank seit 1999 fast kontinuierlich von 13,5 % auf 8,9 %.
  • Nach dem Willen der Bundesregierung sollte der Anteil der Eisenbahn im Jahr 2015 auf 25 % steigen. Der Anteil der Binnenschifffahrt sollte bei 14 % liegen.
  • Diese Ziele wurden deutlich verfehlt.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Mehr als drei Viertel des gesamten Transportaufwandes im Güterverkehr werden auf der Straße erbracht. Die Verlagerung des Verkehrs auf umweltfreundlichere Verkehrsträger wie Schiff und Bahn ist aber Voraussetzung für eine nachhaltige Mobilität.

Zwar bestehen bei Zug- und Schiffsverkehr ebenfalls Umweltherausforderungen: Der Zugverkehr verursacht Lärmbelastungen. Binnenschiffe erfordern gut ausgebaute Wasserstraßen, deren Ausbau häufig die Gewässerqualität verschlechtert und die Natur belastet. Aber: Der Energieverbrauch pro Tonnenkilometer ist im Eisenbahn- und Schiffsverkehr insgesamt deutlich geringer als mit dem Lkw. Gleiches gilt für die Treibhausgas-Emissionen.

In der Distanz unter 50 Kilometern ist der Gütertransport mittels Lkw konkurrenzlos. Eine flächenhafte Verteilung mittels Zug und Schiff ist hier nicht möglich. Deshalb wurde beim Indikator nur der Güterverkehr auf längeren Strecken als 50 Kilometern betrachtet.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der Gütertransport auf der Schiene entwickelte sich langfristig positiv: Er stieg zwischen 1999 und 2008 zunächst deutlich an. Seitdem ist statistisch gesehen jedoch kein eindeutiger Trend mehr festzustellen. Der Trend bei der Binnenschifffahrt ist eindeutig negativ: Zwischen 1999 und 2015 sank ihr Marktanteil am Güterverkehr fast kontinuierlich.

In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie setzte sich die Bundesregierung 2002 das Ziel, den Anteil der Eisenbahn am Güterbeförderungsaufwand bis 2015 auf 25 % und den der Binnenschifffahrt auf 14 % zu erhöhen (Bundesregierung 2002). Diese Ziele wurden deutlich verfehlt. In der jüngsten Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie sind beide Ziele nicht mehr enthalten (Bundesregierung 2016).

Die Maßnahmen der Bundesregierung konnten nicht verhindern, dass die Dominanz des Straßengüterverkehrs weiter zugenommen hat. Die Anstrengungen müssen deutlich verstärkt werden. Zu berücksichtigen ist dabei, dass der Güterverkehr aus Umweltsicht auch insgesamt reduziert werden sollte. Derzeit ist jedoch weiterhin mit einem Anstieg des Güterverkehrs zu rechnen.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Die dem Indikator zugrundeliegenden Zahlen werden jährlich vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) in der Reihe „Verkehr in Zahlen“ veröffentlicht (BMVI 2016). Sie basieren zum großen Teil auf Daten, die das Statistische Bundesamt in der Publikation „Verkehr im Überblick“ veröffentlicht (StBA 2015). Beschreibungen zur Vorgehensweise finden sich in den Qualitätsberichten des Statistischen Bundesamtes (StBA o.J.). Die Zahlen zum Straßengüterverkehr basieren auf Erhebungen des Kraftfahrt- Bundesamtes.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Fahrleistungen, Verkehrsaufwand und Modal Split".