Indikator: Umweltbezogene Steuern

Ein Diagramm zeigt die Entwicklung umweltbezogener Steuern für die Jahre 1995 (40,2 Milliarden Euro), 2000 sowie 2005 bis 2015 (58,2 Milliarden Euro) sowie ihren Anteil an den gesamten Steuereinnahmen der öffentlichen Haushalte.zum Vergrößern anklicken
Aufkommen umweltbezogener Steuern
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Die wichtigsten umweltbezogenen Steuern sind die Energiesteuer, die Kraftfahrzeugsteuer und die Stromsteuer.
  • Im Jahr 2015 betrugen die umweltbezogenen Steuern insgesamt 58,2 Milliarden Euro.
  • Die umweltbezogenen Steuern sind seit 1995 deutlich gestiegen. Seit 2009 geht jedoch ihr Anteil an den Gesamtsteuern stetig zurück.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Der Einsatz umweltbezogener Steuern trägt wirksam dazu bei, die ökologischen Herausforderungen zu bewältigen, die sich zum Beispiel aus dem Energie- und Ressourcenverbrauch ergeben: Unternehmen und Haushalte werden über einen höheren Preis dazu angehalten, die Umweltkosten der betreffenden Produkte in ihre Produktions- und Kaufentscheidungen einzubeziehen. Darüber hinaus werden die Unternehmen motiviert, neue, umweltfreundlichere Technologien zu entwickeln. Dadurch haben sie die Möglichkeit, ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Für das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft gelten ermäßigte Steuersätze für Strom, Heizöl und Gas. Der Dienstleistungssektor und die privaten Haushalte werden daher stärker belastet. Die Einnahmen aus der ökologischen Steuerreform fließen zu rund 90 % in die Rentenversicherung und senken damit die Rentenversicherungsbeiträge.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Im Jahr 2015 beliefen sich die Einnahmen aus umweltbezogenen Steuern auf 58,2 Milliarden (Mrd.) Euro. Den größten Anteil daran hatte die Energiesteuer mit 39,6 Mrd. Euro, gefolgt von der Kraftfahrzeugsteuer (8,8 Mrd. Euro) und der Stromsteuer (6,6 Mrd. Euro).

Von 2000 bis 2015 haben sich die umweltbezogenen Steuern um 20,9 % erhöht, die Steuern insgesamt stiegen jedoch um 44,1 %. Der Anteil umweltbezogener Steuern an dem gesamten Steueraufkommen beträgt daher nur noch 8,7 %. Dies ist der niedrigste Wert seit 1995.

Mit der Einführung der ökologischen Steuerreform im Jahr 1999 sind die Einnahmen umweltbezogener Steuern in Deutschland bis 2005 deutlich angestiegen. Bis 2010 war das Aufkommen der umweltbezogenen Steuern leicht rückläufig, denn die ökologische Steuerreform führte zu einer sparsameren Nutzung von Energie und Strom. Außerdem wirkten sich Preiserhöhungen oder Inflation nicht auf die Steuerhöhe aus, da es sich um Mengensteuern handelt (zum Beispiel 2 Cent pro Kilowattstunde Strom). Im Jahr 2011 sorgten die neu eingeführte Kernbrennstoffsteuer und die Luftverkehrssteuer für eine leichte Zunahme der umweltbezogenen Steuern.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Das Konzept einer Statistik über umweltbezogene Steuern wurde auf internationaler Ebene von der OECD und dem Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) erarbeitet (Eurostat 2013). Über die Entwicklung umweltbezogener Steuern wird im Rahmen der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamtes berichtet (StBA 2015).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Umweltbezogene Steuern und Gebühren".