Indikator: Siedlungs- und Verkehrsfläche

Ein Diagramm stellt in Balkenform für jedes Jahr dar, wie viel Hektar Fläche in Deutschland zwischen 1993 und 2015 pro Tag neu für Siedlungs- und Verkehrsflächen ausgewiesen wurden. Ergänzend wird als Linie der Vier-Jahres-Durchschnitt abgebildet.zum Vergrößern anklicken
Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfläche*
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • In den Jahren 2012 bis 2015 wurden täglich 66 Hektar für Siedlungs- und Verkehrszwecke neu in Anspruch genommen.
  • Der Anstieg soll nach dem Willen der Bundesregierung bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag sinken. Bis 2030 soll der tägliche Anstieg unter 30 Hektar liegen.
  • Es müssen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, damit diese Ziele erreicht werden können.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Die Umwandlung von Ackerböden, Wald oder Grünland in Siedlungs- und Verkehrsfläche verursacht beträchtliche Umweltauswirkungen: Ein Großteil der Flächen wird mit Gebäuden oder Anlagen bebaut oder für Verkehrswege in Anspruch genommen. Dies zerstört die natürliche Bodenfruchtbarkeit und behindert eine zukünftige (Wieder-)Nutzung für die Land- und Forstwirtschaft. Versiegelte Flächen verlieren ihre Fähigkeit zur Regulierung des Mikroklimas und können im Sommer keinen Beitrag zur Milderung der Überhitzung in Städten leisten. Auch die Artenvielfalt wird beeinträchtigt, da durch die neuen Siedlungs- und Verkehrsflächen Landschaften zerschnitten und die Lebensräume kleiner werden.

Überdies erzeugen neu erschlossene Siedlungs- und Verkehrsflächen zusätzlichen Verkehr, der wiederum Lärm und Schadstoffbelastungen verursacht. Außerdem erhöht dies den Materialverbrauch für den Bau von Gebäuden und Verkehrswegen. Neue Gebäude und Infrastrukturen müssen betrieben werden, dadurch steigt auch der Energieverbrauch.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Im Zeitraum von 2012 bis 2015 nahm die Siedlungs- und Verkehrsfläche im Durchschnitt um 66 Hektar pro Tag zu. Die Bundesregierung hat im Klimaschutzplan 2050 das Ziel bestätigt, die Ausweisung von neuen Flächen für Siedlungen und Verkehr bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu senken (BMUB 2016). In der Neuauflage der Nachhaltigkeitsstrategie 2016 wurde das Ziel aufgenommen, dass ab 2030 pro Tag weniger als 30 Hektar Fläche neu ausgewiesen werden sollen (Bundesregierung 2016). Das „Integrierte Umweltprogramm 2030“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) nennt für das Jahr 2030 ein Ziel von 20 Hektar pro Tag (BMUB 2016).

Seit dem Jahr 2000 hat sich die tägliche Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche etwa halbiert. Grund dafür waren geschärfte Regelungen im Bau- und Planungsrecht, größere Anstrengungen in den Ländern und Gemeinden, eine verhaltene konjunkturelle Entwicklung und der demografische Wandel. Setzt sich der Trend der letzten fünf Jahre fort, kann das Ziel „30 minus X“ bis 2030 erreicht werden. Den Trend zu halten ist jedoch anspruchsvoll.

Laut Klimaschutzplan 2050 strebt die Bundesregierung zudem an, dass spätestens ab dem Jahr 2050 die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland netto nicht mehr zunehmen sollte. In einer Publikation hat das Umweltbundesamt Empfehlungen für politische Maßnahmen veröffentlicht (UBA 2009).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator bildet die durchschnittliche Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Hektar pro Tag ab. Als Siedlungs- und Verkehrsfläche gelten Gebäude- und Freiflächen, Betriebsflächen (ohne Abbauland), Erholungsflächen, Friedhöfe und Verkehrsflächen. Der Indikator wird jährlich vom Statistischen Bundesamt (StBA) auf der Basis der von den Ländern berichteten Bodennutzungs-Daten berechnet. Diese unterliegen in vielen Fällen Sondereffekten und müssen vom StBA teilweise korrigiert werden. Methodische Hinweise dazu finden sich in der jährlich erscheinenden Publikation „Bodenfläche nach Art der tatsächlichen Nutzung“.

Ausführliche Informationen  zum Thema finden Sie im Daten-Artikel: "Siedlungs- und Verkehrsfläche".