Indikator: Rohstoffkonsum

Ein Diagramm stellt die Primärrohstoffnutzung pro Kopf für die Jahre 2000 bis 2011 dar. Dabei wird nach verschiedenen Materialtypen unterschieden. Der Rohstoffkonsum ging langfristig zurück, stieg zuletzt aber wieder.zum Vergrößern anklicken
Primärrohstoffnutzung für inländischen Konsum und Investitionen (RMC) pro Kopf
Quelle: Umweltbundesamt / UGR der Länder Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Rohstoffkonsum pro Kopf ist zwischen 2000 und 2011 um 13 % gesunken.
  • Einbezogen werden auch Rohstoffe, die im In- und Ausland für die Erzeugung der konsumierten Güter benötigt wurden.
  • Der deutsche Rohstoffkonsum ist zu hoch und muss weiter gesenkt werden.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Zur Herstellung von Gütern und Erbringung von Dienstleistungen werden Rohstoffe benötigt. Die deutsche Wirtschaft ist stark international verflochten: Deutschland importiert und exportiert in großem Umfang teilweise verarbeitete oder fertige Produkte. Das Gewicht der zu ihrer Herstellung eingesetzten Rohstoffe spiegeln die „Rohstoff-Äquivalente“ wider. Diese berücksichtigen alle Rohstoffe, die im In- und Ausland zur Erzeugung der Güter genutzt wurden. Der hier dargestellte Indikator bezieht das Gesamtgewicht aller Güter ein, die in Deutschland für den eigenen Konsum verwendet wurden – einschließlich der „Rohstoff- Äquivalente“. Um die Problematik greif- und vergleichbarer zu machen, wird der „Rohstoffkonsum“ auf die Einwohnerzahl Deutschlands bezogen.

Erzeugung, Gewinnung und Aufbereitung von Primärrohstoffen gehen mit hohen Umweltauswirkungen einher. Wäre der weltweite Pro- Kopf-Rohstoffbedarf so hoch wie in Deutschland, würde dies die globalen Ökosysteme sehr stark belasten. Deutschland steht somit in der Verantwortung, die Nutzung von Primärrohstoffen zu verringern.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der Rohstoffkonsum pro Kopf sank zwischen 2000 und 2011 von 18,6 Tonnen (t) auf 16,2 t und damit um 13 %. Für diesen Rückgang ist vor allem die Entwicklung der volkswirtschaftlichen Investitionen verantwortlich. Vor allem die Investitionen in Bauten und Ausrüstungen und sonstige Kapitalgüter gingen zwischen 2000 und 2010 um 30 % zurück. Die sich erholende Baukonjunktur lässt den Rohstoffkonsum wieder ansteigen. In den vergangenen Jahren entwickelte sich der Indikator in keine eindeutige Richtung.

Die deutsche und europäische Politik hat sich bislang kein Ziel für den Rohstoffkonsum gesetzt. Fachleute wie auch das Umweltbundesamt sind jedoch der Ansicht, dass der Rohstoffkonsum deutlich reduziert werden sollte. Die politischen Strategien wie der europäische „Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa“ (Europäische Kommission 2011) oder das „Deutsche Ressourceneffizienzprogramm II“ (BMUB 2016) gehen in die richtige Richtung, müssen langfristig aber ambitioniert weiterentwickelt werden.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator „Rohstoffkonsum“ setzt sich zusammen aus der inländischen Rohstoffentnahme und den Importen. Um die indirekten Importe („Rohstoff-Äquivalente“) zu berechnen, werden Input-Output- und Verflechtungs-Tabellen sowie Daten zu Im- und Exporten der deutschen Volkswirtschaft herangezogen. Das Verfahren wurde im Rahmen von Forschungsvorhaben für das Umweltbundesamt entwickelt und ist in einem Forschungsbericht (UBA 2016) beschrieben. Die für den hier vorgestellten Indikator verwendeten Daten wurden für den Bericht „Die Nutzung natürlicher Ressourcen“ auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes (StBA) aufbereitet (UBA 2016). Sie unterscheiden sich geringfügig von den Angaben des StBA.