Indikator: Nutzung der Wasserressourcen

Ein Diagramm stellt den Wassernutzungs-Index für die Jahre 1991 bis 2013 dar. Werte liegen im Drei- bzw. Vier-Jahres-Abstand vor. Der Index ging fast kontinuierlich zurück und liegt seit 2004 unter dem kritischen Wert von 20 %.zum Vergrößern anklicken
Wassernutzungs-Index
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Bei einem Wassernutzungs-Index von mehr als 20 % ist die Schwelle zum Wasserstress erreicht.
  • Wasserstress bedeutet ein steigendes Risiko für Umweltprobleme und wirtschaftliche Schwierigkeiten.
  • Seit 2004 liegt der Wassernutzungs-Index unter der kritischen Marke von 20 %. Ohne Kühlwasser liegt der Wert weit unter 20 %.
  • Durch den Import von Gütern verursacht Deutschland eine Wassernutzung in anderen Teilen der Welt. Dies kann in manchen Regionen zum Wasserstress beitragen.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Der Wassernutzungs-Index gibt an, wie hoch die Wasserentnahmen in Deutschland sind, gemessen an den erneuerbaren Wasserressourcen. Ab einem Nutzungsgrad des Wasserdargebots von 20 % wird in internationalen Vergleichen von Wasserstress gesprochen. Eine zu starke Wassernutzung kann zu Umweltproblemen führen und die ökonomische Entwicklung behindern (Raskin et al. 1997). So können Grundwasservorkommen in Küstennähe durch eindringendes Meerwasser versalzen. Durch sinkende Grundwasserstände können Moore und Feuchtgebiete austrocknen und verloren gehen.

Zwar herrscht in Deutschland generell kein Wasserstress, jedoch gibt es regionale und saisonale Unterschiede. So ist der Niederschlag in Deutschland sehr ungleich verteilt. Regionen wie Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind besonders niederschlagsarm. Andere Regionen, zum Beispiel im Alpenvorland, sind sehr niederschlagsreich.

Zukünftig sollte der Indikator um den regionalen Bezug ergänzt werden. So könnte der Wassernutzungs-Index regional spezifisch ausgewiesen und Regionen mit eventuellem Wasserstress dargestellt werden. Derartige Indikatoren sind derzeit in der Entwicklung.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Die Europäische Kommission hat sich in ihrem „Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa“ zum Ziel gesetzt, dass der Schwellenwert von 20 % für den Wassernutzungs-Index nicht überschritten werden soll (Europäische Kommission 2011). Für Deutschland sank der Index zwischen 1991 und 2013 von 24,6 % auf 13,3 %. Der Grund für diese Entwicklung: Die Wasserentnahmen in Deutschland gingen kontinuierlich zurück. 1991 lagen sie noch bei 46,3 Milliarden Kubikmetern (Mrd. m³). Im Jahr 2013 lag der Wert um etwa 45 % darunter bei 25,1 Mrd. m³.

Große Teile der verwendeten Wassermenge werden zur Kühlung eingesetzt und nach der Nutzung wieder eingeleitet. Würde dies bei der Berechnung berücksichtigt, läge der Wassernutzungs-Index deutlich unter 10 %. Der starke Rückgang der Wasserentnahmen zwischen 2010 und 2013 lag vor allem an der geringeren Kühlwassernutzung durch konventionelle Kraftwerke.

In Deutschland selbst herrscht somit kein Wasserstress. Jedoch trägt die deutsche Volkswirtschaft durch den Import von wasserintensiven Gütern zur Wassernutzung in anderen Ländern bei. Abhängig von den Rahmenbedingungen kann dies dort mancherorts zu Wasserstress führen.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator vergleicht die Wasserentnahmen mit den verfügbaren Wasserressourcen (Wasserdargebot). In die Berechnung des Wasserdargebotes fließen der Zufluss aus dem Ausland sowie die Differenz von Niederschlag und Verdunstung von Boden und Pflanzen ein. Zur Berechnung des Index wird das Wasserdargebots-Mittel der Periode 1961 bis 1990 verwendet. Die Wasserentnahmen werden durch das Statistische Bundesamt erfasst und alle drei Jahre in der Fachserie 19 Reihe 2.1.1 und 2.2 veröffentlicht (StBA 2015 und 2016). Die Fachserien umfassen auch Hinweise zur Erhebung der Daten.

Ausführliche Informationen  zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Wasserressourcen und ihre Nutzung".