Indikator: Heiße Tage

Ein Diagramm zeigt die Anzahl der Heißen Tage im Gebietsmittel für die Jahre 1951 bis 2016. Die Entwicklung schwankt stark, aber der Anstieg ist deutlich zu erkennen. Ergänzend ist eine Trendgerade in die Kurve gelegt, die deutlich ansteigt.zum Vergrößern anklicken
Anzahl der Tage mit einem Lufttemperatur-Maximum über 30 Grad Celsius (Gebietsmittel)
Quelle: Deutscher Wetterdienst Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 
  • 2003 und 2015 waren, gemittelt über die gesamte Fläche Deutschlands, die Jahre mit der höchsten Zahl Heißer Tage.
  • Auch das Jahr 2016 hatte überdurchschnittlich viele Heiße Tage.
  • Trotz starker Schwankungen zwischen den Jahren ist der Trend insgesamt deutlich steigend.
  • Durch den Klimawandel ist in den nächsten Jahrzehnten mit mehr Heißen Tagen in den Sommermonaten zu rechnen.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Steigende Temperaturen können sich nachteilig auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Der Deutsche Wetterdienst hat als Kenngröße den „Heißen Tag“ definiert: Jeder Tag, dessen höchste Temperatur oberhalb von 30 °C liegt, zählt danach als Heißer Tag.

Hohe Lufttemperaturen belasten den menschlichen Körper durch die Hitze einerseits direkt, Kreislaufprobleme können die Folge sein. Andererseits kann eine heiße Witterung Verunreinigungen der Atemluft auslösen, die wiederum Atemwegs- und Herz-Kreislauf- Erkrankungen verstärken. So begünstigt eine hohe Lufttemperatur zusammen mit intensiver Sonneneinstrahlung die Bildung von Ozon in Bodennähe. Ozon reizt die Augen und die Atemwege, die Belastung kann bestehende Krankheiten der Atemwege verschlimmern. Auch können allergische Reaktionen ausgelöst werden.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Im Jahr 2016 gab es gemittelt über die Fläche Deutschlands neun Heiße Tage, an denen Temperaturen über 30 °C gemessen wurden. Damit war 2016 ein Jahr mit überdurchschnittlich vielen Heißen Tagen.

Besonders hoch war die Belastung durch Hitze in den Jahren 2003 und 2015: In diesen Jahren gab es in Deutschland 19 bzw. knapp 18 Heiße Tage. Nach Anzahl der Heißen Tage wurden sieben der zehn wärmsten Jahre zwischen 1994 und 2016 registriert. Zwar schwanken die Jahreswerte dieses Indikators stark, insgesamt ist der Trend seit Beginn der Aufzeichnungen aber deutlich steigend.

Klimamodellierungen zeigen, dass zukünftig in Deutschland mit länger anhaltenden Hitzeperioden und somit einer steigenden Anzahl Heißer Tage zu rechnen ist.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Die Temperaturmessungen der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind die Grundlage des Indikators. Für Flächen, die nicht durch Messstationen abgedeckt sind, müssen sowohl die Temperaturwerte wie auch Kennwerte berechnet werden. Im Ergebnis kann die Verteilung in einem Raster (1 mal 1 Kilometer) dargestellt werden. Für jeden Rasterpunkt wird eine Jahressumme der Heißen Tage berechnet. Der Durchschnitt der Jahreswerte aller Rasterpunkte bildet den Indikator (Gebietsmittel). Weitere Informationen zum Berechnungsverfahren finden Sie bei Müller-Westermeier (1995).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Trends der Lufttemperatur".