Indikator: Energieverbrauch für Wärme

Ein Diagramm zeigt den gebäuderelevanten Endenergieverbrauch für Raumwärme, Raumkühlung, Warmwasser und Beleuchtung der Jahre 2008 bis 2015. Dabei wird nicht nach einzelnen Anwendungen unterschieden. Der Indikator geht schwankend zurück. zum Vergrößern anklicken
Gebäuderelevanter Endenergieverbrauch für Raumwärme, Raumkühlung, Warmwasser und Beleuchtung
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der gebäuderelevante Endenergieverbrauch sank zwischen 2008 und 2015 um 11,1 %.
  • Laut dem Energiekonzept der Bundesregierung von 2010 soll der Indikator zwischen 2008 und 2020 um 20 % sinken.
  • Mit Hilfe des „Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz“ und der „Energieeffizienzstrategie Gebäude“ soll das Ziel erreicht werden.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Für Raumwärme in Gebäuden wurden in Deutschland im Jahr 2015 27 % des gesamten Endenergieverbrauchs aufgewendet. Weitere knapp 7 % entfielen auf die Bereiche Warmwasser und Raumkühlung. Zum Vergleich: Der Verbrauch von Strom macht rund 21 % des gesamten Endenergieverbrauches aus. Aufgrund dieser Bedeutung sprach die Bundesumweltministerin 2014 sogar davon, dass Deutschland eine „Wärmewende“ braucht, damit die Energiewende gelingen kann (Bundesregierung 2014).

Der hier dargestellte Indikator „gebäuderelevanter Endenergieverbrauch“ basiert auf einem der quantitativen Ziele der Energiewende. Er setzt sich zusammen aus dem Verbrauch für Raumwärme, Raumkühlung und Warmwasser. Bei Nicht-Wohngebäuden wird gemäß Energieeinsparrecht zusätzlich die fest installierte Beleuchtung erfasst.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der gebäuderelevante Endenergieverbrauch sank zwischen 2008 und 2015 um etwa 11 % auf 3.069 Petajoule. Dies entspricht 35 % des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland. Obwohl die Wohn- und Nutzfläche in den betrachteten Jahren zugenommen hat, ging der Energieverbrauch für Raumwärme insgesamt zurück. Dies erklärt sich hauptsächlich durch bessere energetische Standards bei Neubauten und die Sanierungen der Altbauten. Die Schwankungen zwischen den Jahren ergeben sich vor allem durch die unterschiedlichen Witterungsbedingungen in den verschiedenen Jahren.

Die Bundesregierung hat sich 2010 in ihrem Energiekonzept zum Ziel gesetzt, den Wärmebedarf der Gebäude, spezifiziert als Endenergieverbrauch für Wärme, bis 2020 um 20 % gegenüber dem Stand von 2008 zu senken (Bundesregierung 2010). Dieses Ziel zu erreichen bleibt herausfordernd. Hierzu sollen die Maßnahmen im „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“ (NAPE) sowie der „Energieeffizienzstrategie Gebäude“ (ESG) beitragen (BMWi 2014 und 2015).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Die für die Berechnung des Indikators erforderlichen Daten wurden durch die AG Energiebilanzen (AGEB) bereitgestellt. Im Rahmen von Forschungsvorhaben wurden so genannte Anwendungsbilanzen berechnet, die den Verbrauch von Endenergie in verschiedenen Anwendungsbereichen (zum Beispiel Raumwärme, mechanische Energie etc.) darstellen. Die angewandte Methodik ist in verschiedenen Dokumenten beschrieben (AGEB 2014). Die Zahlen sind dem Fünften Monitoring-Bericht zur Energiewende „Die Energie der Zukunft“ entnommen (BMWi 2016).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Energieverbrauch für fossile und erneuerbare Wärme".