Indikator: Energieverbrauch und CO₂-Emissionen privater Haushalte

Ein Diagramm zeigt den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen der privaten Haushalte, jeweils direkt und indirekt der Jahre 2000, 2005 sowie 2007 bis 2013. Der Energieverbrauch ist nach Lebensbereichen unterteilt.zum Vergrößern anklicken
Energieverbrauch und Emission von Kohlendioxid (CO₂) – direkt und indirekt
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Energieverbrauch aus dem Konsum der privaten Haushalte hat sich seit dem Jahr 2000 nur geringfügig um 3 % verringert.
  • Am stärksten sank der Energieverbrauch zur Produktion der „sonstigen Produkte“ mit einem Rückgang um 8 %.
  • Der Kohlendioxid-Ausstoß des Konsums ist seit dem Jahr 2000 leicht gestiegen. Eine wichtige Ursache hierfür ist der höhere Kohlendioxid-Gehalt der Importgüter.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Private Haushalte haben einen wesentlichen Anteil am Energieverbrauch einer Volkswirtschaft sowie an den eng mit dem Energieverbrauch zusammenhängenden Emissionen von Kohlendioxid (CO2). Energie wird direkt im privaten Haushalt eingesetzt, zum Beispiel zum Heizen und als Kraftstoff für Autofahrten. Um indirekten Energieverbrauch des Konsums handelt es sich, wenn die Energie zur Herstellung von Konsumgütern verbraucht wird. Man spricht auch vom „Energie-“ oder „Kohlendioxid-Gehalt“ der Konsumgüter. Bestandteil der indirekten Nutzung ist auch der Energieeinsatz bei der Herstellung von Konsumgütern im Ausland. Die differenzierte Darstellung nach den Bedarfsfeldern Wohnen, Ernährung, Mobilität, Produkte und Dienstleistungen gibt Hinweise auf Erfolge oder weiteren umweltpolitischen   Handlungsbedarf.

Mit einer Minderung des Energieverbrauchs werden Ressourcen im In- und Ausland eingespart und klimaschädliche CO2-Emissionen vermindert. Ziel der Bundesregierung im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist es daher, den Energieverbrauch und CO2- Ausstoß der privaten Haushalte kontinuierlich abzusenken (Bundesregierung 2016).

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der Energieverbrauch aus dem Konsum der privaten Haushalte hat sich seit dem Jahr 2000 nur geringfügig um 3 % verringert. Die Entwicklung verlief schwankend, bisher gab es für den Indikator keinen stabilen Trend. Einem Rückgang bis 2007 folgten ein Anstieg und von 2010 bis 2012 wieder eine leichte Abnahme. Vom Jahr 2012 auf 2013 ist der Energieverbrauch des Konsums leicht gestiegen. Am stärksten ausgeprägt war dies im Bedarfsfeld „Wohnen“ mit einer Erhöhung um 7 %. Dies ist auf den überdurchschnittlich kalten Winter in diesem Jahr zurückzuführen.

Den größten Rückgang seit dem Jahr 2000 verzeichnete der Energiebedarf zur Herstellung von Produkten (– 8,2 %). Für den Bereich Wohnen gab es einen Rückgang um rund 3 % sowie bei Mobilität um 2,3 %. In den Bereichen Ernährung und Dienstleistungen gab es nur marginale Änderungen (unter 1 %).

Ein wichtiges Ziel ist es, eine kontinuierliche Abnahme des Energieverbrauchs des Konsums zu erreichen. Vor allem in den Handlungsfeldern Wohnen und Verkehr müssen in den nächsten Jahren weitere Maßnahmen greifen, die den Energieverbrauch weiter senken. Zur Senkung der CO2-Emissionen sollte zudem die Nutzung erneuerbarer Energien weiter vorangetrieben werden.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der direkte Energieverbrauch basiert auf den Daten der AG Energiebilanzen (AGEB). Die Zurechnung zu den Bedarfsfeldern und die Ermittlung des Energiegehalts der Konsumgüter erfolgt im Rahmen der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen. Die Methode ist in einem Forschungsbericht veröffentlicht (UBA 2014). Anspruchsvoll ist vor allem die Bestimmung der indirekten Umweltbelastungen. Dazu werden Input-Output- und Verflechtungs-Tabellen der deutschen Volkswirtschaft herangezogen. Die Methode ist in einer Publikation des Statistischen Bundesamtes beschrieben (StBA 2015).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Einkommen, Konsum, Energienutzung, Emissionen privater Haushalte".