Indikator: Emission von Luftschadstoffen

Ein Diagramm zeigt die Entwicklung des Ausstoßes von fünf Luftschadstoffen sowie eines Gesamt-Index relativ zum Basisjahr 2005 zwischen 1995 und 2015. Bis auf Ammoniak sinken alle Werte deutlich. Die Ziele für 2020 und 2030 sind angegeben.zum Vergrößern anklicken
Index der Luftschadstoff-Emissionen
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der gemittelte Ausstoß von fünf Luftschadstoffen ging zwischen 1995 und 2015 jährlich um durchschnittlich fast 4 % zurück.
  • Die Verpflichtungen des Göteborg-Protokolls für das Jahr 2020 werden im Mittel voraussichtlich erreicht werden.
  • Die Ziele der europäischen NERC-Richtlinie für 2030 zu erreichen, ist eine große Herausforderung für die deutsche Umweltpolitik.
  • Dafür müssen vor allem die Ammoniak-Emissionen sowie – wie vereinbart – die Stromerzeugung aus Kohle verringert werden.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Der Indikator basiert auf der Entwicklung von fünf verschiedenen Luftschadstoffen (Index). Diese haben unterschiedliche Quellen. Ammoniak (NH3) wird vornehmlich in der Landwirtschaft durch Tierhaltung und Düngung freigesetzt. Stickstoffoxide (NOx) und Schwefeldioxid (SO2) entstehen vor allem durch Verbrennungsprozesse in Kraftwerken oder Motoren. Flüchtige organische Verbindungen (außer Methan; NMVOC) werden beispielsweise durch den Lösemitteleinsatz in der Industrie freigesetzt. Feinstaub mit einer Partikelgröße kleiner als 2,5 Mikrometer (PM2,5) entsteht bei Verbrennungsvorgängen im Haushalt, durch den Straßenverkehr und die Landwirtschaft.

Die Folgen für die Umwelt sind unterschiedlich. Schwefeldioxid führt zur Versauerung von Ökosystemen durch sogenannten „sauren Regen“. Ammoniak und Stickstoffoxide führen zu einer übermäßigen Nährstoffanreicherung (Eutrophierung). NMVOC tragen zur Entstehung gesundheitsschädlicher Ozon-Belastungen bei. PM2,5 verursacht Atemwegserkrankungen beim Menschen.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der Wert des Index ist seit 1995 stark gesunken: von 180 im Jahr 1995 auf 83 in 2015. Der Erfolg bei den verschiedenen Schadstoffen ist dabei sehr unterschiedlich. Der Ausstoß von Schwefeldioxid ging seit 1995 um fast 80 % zurück. Auf der anderen Seite ist der Ausstoß von Ammoniak seitdem um 12 % gestiegen.

Im Rahmen des 2012 novellierten Göteborg-Protokolls der Genfer Luftreinhaltekonvention hat sich Deutschland zu Zielen für die fünf Luftschadstoffe verpflichtet. Im Durchschnitt muss Deutschland die Emissionen bis 2020 um 21 % gegenüber 2005 senken. Dieses Ziel zu erreichen ist möglich. Für die fünf Luftschadstoffe stehen außerdem seit Ende Juni 2016 neue Zielwerte für die zukünftigen „National Emission Reduction Commitments“ (NERC) fest. Deutschland muss die Emissionen der fünf Schadstoffe zwischen 2005 und 2030 demnach um durchschnittlich 45 % reduzieren. Diese Reduktion hat die Bundesregierung auch als Ziel in ihre Nachhaltigkeitsstrategie aufgenommen (Bundesregierung 2016).

Diese Ziele zu erreichen ist eine große Herausforderung für die deutsche Umweltpolitik. Erforderlich sind vor allem zusätzliche Maßnahmen zur Reduzierung von Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft. Auch die Verstromung von Kohle muss verringert werden. Dafür ist zumindest die Umsetzung des abgestimmten klimapolitischen Szenarios („Mit weiteren Maßnahmen“) notwendig, das dem „Projektionsbericht 2015“ der Bundesregierung zugrunde liegt (Bundesregierung 2015).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator basiert auf der relativen Entwicklung des Ausstoßes von fünf Schadstoffen seit dem Jahr 2005. Die Emissionen dieses Jahres wurden auf 100 festgesetzt (indiziert). Der Indikator errechnet sich aus dem jährlichen Durchschnitt der fünf Schadstoffwerte. Grundlage für die Berechnung sind die Daten der jeweiligen Luftschadstoffinventare, die am Umweltbundesamt (UBA) berechnet werden. Im Detail werden diese Berechnungen im „German Informative Inventory Report“ des UBA beschrieben (UBA 2017).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Emissionen prioritärer Luftschadstoffe" .