Indikator: Abfallmenge – Siedlungsabfälle

Ein Diagramm zeigt das Aufkommen an Siedlungsabfällen in den Jahren 2002 bis 2015. Das Aufkommen sank in diesem Zeitraum von 52,8 Millionen Tonnen auf 51,6 Millionen Tonnen.zum Vergrößern anklicken
Abfallaufkommen der Kategorie Siedlungsabfälle
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Das Aufkommen von Siedlungsabfällen hat sich seit 2011 auf einem Wert von etwa 50 Millionen Tonnen stabilisiert.
  • Ziel der Umweltpolitik ist die Entkopplung des Abfallaufkommens vom Wirtschaftswachstum.
  • Dieses Ziel wurde erreicht. Um den Ressourcenverbrauch zu verringern, müssen die Siedlungsabfälle jedoch weiter zurückgehen.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Um den Rohstoffbedarf der Volkswirtschaft zu reduzieren, verfolgt die Politik verschiedene Strategien. Ein Ansatz ist die Vermeidung von Abfällen. So definiert das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KRWG 2012) in Paragraph 6 eine Abfallhierarchie: Höchste Priorität hat demnach die Abfallvermeidung. Abfälle sollen nach Möglichkeit gar nicht erst entstehen.

Das gesamte Abfallaufkommen Deutschlands wird vor allem von Bauabfällen dominiert, die rund 60 % am Aufkommen ausmachen. Das gesamte Abfallaufkommen bildet somit vor allem die Konjunktur der Bauindustrie ab.

Der hier verwendete Indikator stellt die Entwicklung der Siedlungsabfälle dar, die 2015 fast 15 % des gesamten Netto-Abfallaufkommens ausmachten. Unter Siedlungsabfällen werden im Wesentlichen die Abfallarten zusammengefasst, die bei kommunalen Abfallwirtschafts-Betrieben anfallen. „Abfallproduzenten“ sind vor allem private Haushalte, Verwaltung und Gewerbe-Betriebe. Das Siedlungsabfall-Aufkommen bildet somit das Verhalten eines breiten Spektrums von Abfallverursachern ab.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Die Menge der Siedlungsabfälle hat sich seit 2002 leicht verringert: Lag sie im Jahr 2002 noch bei 52,8 Millionen Tonnen (Mio. t), war der Tiefpunkt des Aufkommens im Jahr 2006 bei 46,4 Mio. t erreicht. Seit 2011 ist eine Stabilisierung auf einen Wert von rund 50 Mio. t zu beobachten.

Die Bundesregierung hat 2013 ein Abfallvermeidungsprogramm beschlossen (BMU 2013). Wirtschaftswachstum und Abfallmenge sollen entkoppelt werden, die Abfallmenge höchstens so schnell wachsen wie die Wirtschaft. Beim Siedlungsabfall wurde dieses Ziel erreicht: Während die deutsche Wirtschaft zwischen 2002 und 2015 um 15 % und die Zahl der Haushalte um 4 % wuchsen, hat sich die Menge der Siedlungsabfälle in dieser Zeit verringert.

Dies ist ein umweltpolitischer Erfolg. Dennoch: Soll der sinkende Trend bei den Siedlungsabfällen fortgesetzt werden, sind weitere Anstrengungen erforderlich. Das Abfallvermeidungsprogramm ist ein erster Schritt in diese Richtung.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Das Abfallaufkommen wird jährlich in der Abfallbilanz des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht (StBA 2017). Die Abfallstatistik basiert auf einer Reihe unterschiedlicher Erhebungen, die zur Abfallbilanz zusammengefasst werden. Weitere Angaben zu den abfallstatistischen Erhebungen sind in den jeweiligen Qualitätsberichten des Statistischen Bundesamtes zu finden (StBA o.J.). 2002 gab es durch die Umstellung auf das europäische Abfallverzeichnis größere Verschiebungen zwischen den Kategorien. Deshalb wird der Indikator erst ab 2002 dargestellt.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Abfallaufkommen".

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 Abfall  Abfallaufkommen  Abfallbilanz  Abfallmenge  Siedlungsabfall