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Gesundheit und Umwelthygiene

Gesundheitsbezogene Umweltbeobachtung

Letzte Änderung: 29.11.2006

In der gesundheitsbezogenen Umweltbeobachtung wird die Belastung der Bevölkerung mit Schadstoffen ermittelt, beschrieben und in Beziehung gesetzt zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Die gesundheitsbezogene Umweltbeobachtung dient

  1. der Erfassung von Daten über die Belastung der Bevölkerung mit Schadstoffen, Lärm und anderen Umwelteinflüssen,
  2. der Identifizierung und Quantifizierung der Belastungsquellen,
  3. der Darstellung zeitlicher und räumlicher Trends zur Belastungsprognose,
  4. der Identifizierung „neuer“ problematischer Stoffe („emerging substances“) mit hoher Präsenz im menschlichen Körper,
  5. Untersuchungen zur soziodemografischen Ungleichverteilung von Umweltbelastungen,
  6. der toxikologischen und gesundheitlichen Bewertung der ermittelten Belastungen,
  7. der Untersuchung der Einflüsse von Umweltfaktoren auf die Gesundheit der Gesamtbevölkerung und besonders empfindlicher Bevölkerungsteile,
  8. der Konzeption und Überprüfung des Erfolges von Präventions- und Risikominderungsstrategien im Rahmen gesundheits- und umweltpolitischer Maßnahmen,
  9. falls in Einzelfällen erforderlich, der Entwicklung neuer geeigneter Analyseverfahren für das Human-Biomonitoring.

Die Umwelt-Surveys

Das Umweltbundesamt erhebt gesundheitsbezogene Umweltbeobachtungsdaten derzeit mittels zweier Ansätze: Mit den bundesweiten repräsentativen Umwelt-Survey wird die Belastungssituation der Bevölkerung in Deutschland erfasst und bewertet. Für den Kinder-Umwelt-Survey (KUS) untersuchte das Umweltbundesamt von 2003 bis 2006 1.790 Kinder hinsichtlich ihrer Umweltbelastungen. Die Daten der 3- bis 14-Jährigen werten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler derzeit aus, erste Ergebnisse präsentierten sie der Öffentlichkeit am 25. September 2006 im Rahmen des KiGGS-Symposiums. Der KUS liefert erstmals repräsentative Daten über die potenzielle Risikogruppe Kinder, welche für die Ableitung und  Begründung von Umweltstandards dienen können.

Die Humanprobenbank

In der Humanprobenbank, die ein Bestandteil der Umweltprobenbank des Bundes ist, werden menschliche Probenmaterialien archiviert, die zuvor auf ihre Schadstoffgehalte untersucht wurden. Die Proben stammen von Studentengruppen aus vier deutschen Städten. Das Archiv ermöglicht einen zeitlich weit zurückreichenden Überblick über Umwelteinflüsse. Dadurch können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch stoffliche Belastungen der Teilnehmenden nachweisen, deren Ursachen lange zurückliegen. Die Verantwortung für die Umweltprobenbank hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, für die Verwaltung und die fachliche Koordination ist das Umweltbundesamt zuständig.

Human-Biomonitoring

Für Bewertungsfragen in der Umweltmedizin und für die Beurteilung der Schadstoffbelastung der Bevölkerung spielt das Human-Biomonitoring (HBM) eine wesentliche Rolle. Dieses Werkzeug ermöglicht die Einschätzung der individuellen Schadstoffbelastung. Dazu werden menschliche Körperflüssigkeiten wie Blut und Urin untersucht. So wird zum Beispiel analysiert, wie viel Blei bei Einzelpersonen oder Bevölkerungsgruppen im Blut vorhanden ist. 

 

 

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