Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode

Frauen zerschneiden Jacken und Oberteile; die eingenähten Etiketten werden herausgeschnitten - Marken und Labelsangaben werden bei dem Prozess wertlos.zum Vergrößern anklicken
Frauen zerschneiden Jacken und Oberteile; die eingenähten Etiketten werden herausgeschnitten
Quelle: Tim Mitchell

Woher kommt die Mode, die es in wenigen Wochen vom Laufsteg in den Laden schafft, vom Prototypen zum Massenartikel? Wo wird sie produziert, unter welchen Bedingungen, von wem? Wie kann Kleidung so preiswert sein? Antworten auf diese Fragen finden sich in der Ausstellung des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe.

Die Ausstellung wirft einen kritischen und differenzierten Blick auf die Massenmode, die sich seit etwa Mitte der 1990er-Jahre mehr und mehr durchgesetzt hat. Die oft unter prekären Umständen hergestellte Kleidung wird billig verkauft, schnell konsumiert und ebenso schnell weggeworfen. Die Folgen: menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Löhne unter dem Existenzminimum und eine enorme Umweltbelastung. So hängen an einer Kleiderstange Jeans, Jacken und T-Shirts, deren Preisschilder eine ganz andere Rechnung aufmachen. Dass zum Beispiel an den Pestiziden, die weltweit auf Baumwollfelder gesprüht werden, jährlich bis zu drei Millionen Menschen sterben. Als Gegenmodell zur Fast Fashion werden im Slow Fashion Labor Alternativen aufgezeigt – etwa Materialien aus Brennessel, Lachshaut oder Seealgen und umweltschonende Technologien wie dem Gerben von Leder mit Rhabarber und Oliven. Bei den Fragen zur Umweltrelevanz von Produktion und Konsum stand das UBA dem Projekt „Fast Fashion“ beratend zur Seite.

Die Ausstellung ist bis zum 25. Oktober in Hamburg zu sehen, anschließend wird sie im Deutschen Hygiene Museum in Dresden gezeigt. Der Katalog im Magazinformat liefert zahlreiche Daten und Fakten zu den ethischen, ökonomischen und ökologischen Zusammenhängen der kurzlebigen Modewelt.

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Schlagworte:
 Kunst und Umwelt  Abfallrecycling  Kleidung