Sie sind hier: Startseite > Energie - Aktuelles > Energiepolitik und Energiedaten
Letzte Änderung: 23.02.2010
Welchen Einfluss haben steigende Energiepreise auf den zukünftigen Energiemix? Wie wirkt sich eine Verschärfung der Energieeinsparverordnung in 2009 auf die Energiebilanz im Jahr 2020 aus? Können wir die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 % reduzieren? Wie klimaschädlich ist elektrischer Strom? Was unternimmt die Politik, um eine nachhaltige und umweltverträgliche Energienutzung zu verwirklichen?
Um alle Kriterien einer nachhaltigen Energienutzung umzusetzen und eine Energiewende einzuleiten, sind Politikansätze nötig, die eine sichere Energieversorgung und den Schutz des Klimas gleichrangig berücksichtigen. Mit den Meseberger Beschlüssen hat die Bundesregierung hierzu einen wesentlichen Schritt getan. Die Umsetzung im Integrierten Energie- und Klimaprogramm hat die Klimaschutzmaßnahmen weiter konkretisiert.
Mit Analysen energiestatistischer Daten sowie mit Szenarien oder Prognosemodellen können wir die Wirkung technischer Maßnahmen und energiepolitischer Instrumente einschätzen und quantifizieren. Dieses Wissen nutzen wir, um Vorschläge für eine wirksame Energie- und Klimapolitik zu entwickeln. Wir arbeiten daran, Politikansätze kontinuierlich weiter zu entwickeln und in die europäischen und internationalen Entscheidungsprozesse einzubringen.
Datenerhebungen und Studien im Auftrag des Umweltbundesamtes liefern wichtige Grundlagendaten für die Energiepolitik.
Das Umweltbundesamt sammelt in seiner Datenbank Kraftwerke
in Deutschland PDF / 29 KB Informationen zu allen Kraftwerksstandorten
der öffentlichen Stromversorgung, Industriekraftwerken und
Bahnkraftwerken ab einer elektrischen Bruttoleistung von 100 MW pro Block bzw.
Kraftwerk. Eine
Übersicht über die Standorte der Kraftwerke und das deutsche
Höchstspannungsnetz bietet die Karte
„Kraftwerke und Verbundnetze in Deutschland” PDF / 1,67 MB . In der Karte
„Kraftwerke und Windleistung in Deutschland” PDF / 3,41 MB ist zusätzlich
zu den Kraftwerksstandorten auch die Megawatt-Leistung aller Windanlagen je Bundesland
zu sehen. Die Karte
„Strommix in Deutschland” PDF / 1,23 MB stellt für die einzelnen
Bundesländer den Anteil der Energieträger (also z.B. Braunkohle, Erdgas,
Windkraft) an der Nettostromerzeugung 2007 dar.
Karte „Kraftwerke und Verbundnetze in Deutschland” PDF / 1,67 MB |
Karte „Kraftwerke und Windleistung in Deutschland” PDF / 2,40 MB |
Die Grafiken
„Energiebedingte Emissionen 1990 –
2007” PDF / 332 KB) zeigen die Entwicklung der energiebedingten
Emissionen für Treibhausgase und ausgewählte Luftschadstoffe von 1990-2007. Sie
sind nach Sektoren (z.B. Verkehr, Industrie, Haushalte) aufgeschlüsselt und
mittels Grafiken und Tabellen anschaulich dargestellt. Grundlage sind die nationalen
Trendtabellen des Deutschen Emissionsinventars.
Jede verbrauchte Kilowattstunde Strom setzte im Jahr 2007 durchschnittlich 624 Gramm Kohlendioxid frei. Das UBA geht allerdings davon aus, dass der Wert 2008 wieder unter 590 g CO2/kWh Strom sinken wird, da 2007 ungewöhnlich viel Kohle zur Stromerzeugung genutzt wurde und für 2008 ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist. Die Entwicklung seit dem Jahr 1990 zeigen diese Grafiken PDF / 117 KB. Informationen zur verwendeten Methodik finden Sie im Climate
Change-Heft 01/2007 „Entwicklung der
spezifischen Kohlendioxid-Emissionen des deutschen Strommix”.
Die Studie Bestimmung spezifischer Treibhausgas-Emissionsfaktoren für Fernwärme untersucht, mit welchen spezifischen Emissionen an Treibhausgasen die Bereitstellung von Fernwärme in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2005 verbunden war. Die hohe Gesamteffizienz des Kraft-Wärme-Kopplungs-Prozesses sorgt für niedrige Treibhausgasemissionen bei der Erzeugung von Fernwärme und Strom.
Eine Studie testete den Indikator "Kumulierter Energieverbrauch" (KEV) an 9 Beispielen (z.B. Vergleich verschiedener Hausmüll-Sammelsysteme) auf seine Anwendbarkeit. Der KEV fasst alle Primärenergien zusammen, die für die Herstellung und Nutzung der Produkte oder Dienstleistungen energetisch genutzt ("verbraucht") werden. Die Studie zeigte, dass der KEV ein praktikabler Bewertungs- und Entscheidungsindikator für einen „Grobcheck” ist.
Die Nutzung von Braunkohle ist aus Sicht des
Umwelt- und Klimaschutzes problematisch, unter anderem wegen der damit
verbundenen hohen CO2-Emissionen. Zugunsten der Braunkohle wird jedoch
das Argument ins Feld geführt, die Braunkohle sei der einzige subventionsfreie
heimische Energieträger. Das UBA hat die These von der Subventionsfreiheit der
Braunkohle in der Studie Braunkohle – ein subventionsfreier Energieträger? auf den
wissenschaftlichen Prüfstand stellen lassen und ist zum Schluss gekommen, dass
sie nicht der Realität entspricht. Die Ergebnisse der Studie fast ein Hintergrundpapier zusammen.
Studien im Auftrag des Umweltbundesamtes untersuchen bereits ergriffene energiepolitische Maßnahmen auf ihre Auswirkungen hin.
Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz nützen nicht nur dem Klima, sondern auch der Beschäftigung. Investitionen in Energieeffizienz und Emissionsminderungen stärken langfristig den Wirtschaftstandort Deutschland. Sie könnten bis 2020 rund 630.000 neue Arbeitsplätze schaffen - so die Studie Gesamtwirtschaftliche Wirkungen von Energieeffizienzmaßnahmen in den Bereichen Gebäude, Unternehmen und Verkehr. Kurz- bis mittelfristig bringt der Investitionsimpuls, der durch die Maßnahmen der Meseberg-Szenarien ausgelöst wird, einen Wachstumsschub. Langfristig wirkt sich die durch die Maßnahmen kumulierte Senkung der Energieausgaben stärker aus, insbesondere für die Sicherung bzw. das Wachstum der Beschäftigung.
Im August 2007 hat das Bundeskabinett auf seiner
Klausursitzung in Meseberg Eckpunkte für ein detailliertes Energie- und
Klimaprogramm (IEKP) beschlossen. Konkret wurden bereits 14 Gesetze und
Verordnungen auf Basis des Programms eingeleitet. Das Programm ist ein wichtiger
Baustein, um das angestrebte Ziel Deutschlands zu erreichen, die
Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 % gegenüber 1990 zu reduzieren. Das IEKP
enthält 29 konkrete Einzelmaßnahmen, die nach und nach in Gesetze, Verordnungen
oder Förderprogramme umgesetzt werden. Die Studie
Wirtschaftliche Bewertung von Maßnahmen des integrierten Energie- und
Klimaprogramms (IEKP) hat die wichtigsten Maßnahmen des Paketes im Hinblick
auf ihre ökologischen und ökonomischen Wirkungen analysiert. Wie viel Geld
müssen Gebäudebesitzer, Verbraucher oder die Industrie aufgrund der neuen
gesetzlichen Bestimmungen in die Hand nehmen? Und welche Kosteneinsparungen -
etwa durch geringere Energiekosten in der Produktion oder beim Beheizen der
eigenen Wohnung - stehen diesen Investitionen gegenüber? Das Ergebnis der
Studie: Klimaschutz in Deutschland ist eine lohnende Investition, denn die
notwendigen Investitionen sind geringer als die dadurch ausgelösten
Energieeinsparungen. Der Beitrag der Meseberger Beschlüsse zum Klimaschutz ist im UBA-Hintergrundpapier
Wirkung der Meseberger Beschlüsse auf die Treibhausgasemissionen in Deutschland
im Jahr 2020 dargestellt.
Gesetzliche Regelungen zur Förderung der Stromerzeugung aus Biomasse sind seit Jahren in Kraft, doch wirken sie wie erwartet? Wo liegen Verbesserungsmöglichkeiten? Die Studie Monitoring zur Wirkung der Biomasseverordnung im Auftrag des UBA belegt, dass die Biomasseverordnung positiv wirkt. Die Studie zeigt, welche Umwelteffekte von Anlagen zur Stromerzeugung aus Biomasse, also aus Bioabfällen, Altholz und tierischen Produkten, ausgehen.
Die Sanierung von Gebäuden kann auf Dauer viel Energie und
CO2 einsparen und damit zum Klimaschutz beitragen, beispielsweise,
in dem bei älteren Gebäuden die Wärmedämmung verbessert wird. Wie müssen die
Förderprogramme der Bundesregierung und der Länder zur Erhöhung des
Sanierungspotentials zukünftig gestaltet werden, damit die Kommunen auch mit
geringen finanziellen Mitteln Anreize für Gebäudesanierungen nutzen und schaffen
können? Die Studie Aktivitäten des
Bundes, der Länder und der Kommunen und Handlungsfelder zur Gebäudesanierung gibt eine Übersicht über die Förderlandschaft bei der Gebäudesanierung, über
mögliche Sanierungsaktivitäten sowie Anregungen zur Ausgestaltung und Ergänzung
des Gebäudesanierungsprogramms der Bundesregierung mit Blick auf die Kommunen.
Die Politik braucht möglichst sichere Prognosen darüber, welche Wirkungen eine geplante Maßnahme haben kann, um sinnvolle energiepolitische Maßnahmen zu ergreifen. Umgekehrt können wir untersuchen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um ein geplantes politisches Ziel zu erreichen.
Bis 2020 will die Bundesregierung die CO2-Emissionen um bis zu 40 % gegenüber 1990 senken. Damit dies gelingt, ist die Implementierung rechtlicher Instrumente, die zu einer effizienteren Energienutzung führen, notwendig. Welche das sein könnten und wie sie ausgestaltet werden müssten, untersuchten Energierechtler der Universität Lüneburg im Auftrag des Umweltbundesamtes in der Studie Rechtliche Konzepte für eine effizientere Energienutzung (Stand 01/2008).
Die Studie „Politikszenarien V – auf dem Weg zum Strukturwandel; Treibhausgas-Emissionsszenarien bis zum Jahr 2030” kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschland 43 % seiner Treibhausgasemissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 einsparen kann. Bis 2030 kann sogar fast 60% Minderung erreicht werden. Zugpferd wäre vor allem der Stromsektor, in dem zwischen 2005 und 2030 eine Einsparung von ca. 250 Millionen Tonnen CO2 erreicht werden kann.
Im Jahr 2007 hatte das Umweltbundesamt in seiner Studie Klimaschutz in Deutschland: 40%-Senkung der CO2-Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 dargelegt, mit welchen Maßnahmen Deutschland die CO2-Emissionen bis 2020 um 40% gegenüber 1990 mindern kann. In der Studie werden die Instrumente beschrieben, mit denen die Politik diese Maßnahmen umsetzen könnte.
Das Umweltbundesamt stellt in dieser Veröffentlichung seine Konzeption für eine langfristige Klimaschutzpolitik vor, die sich an den beobachteten und zu erwartenden Klimaänderungen orientiert. Die Veröffentlichung zeigt die Auswirkungen der Klimaänderungen global und in Deutschland auf und benennt Anpassungsempfehlungen. Sie beschreibt zum Beispiel für die Bereiche Verkehr, Energieversorgung und Energienutzung die Maßnahmen und Instrumente zur Treibhausgasminderung, die notwendig sind, um eine gefährliche Störung des Klimasystems zu verhindern.
Ein Beitrag des Deutschlandradios stellt die Konzeption kurz vor.
Die Studie Energiepreise und Klimaschutz - Wirkung hoher Energieträgerpreise auf die CO2-Emissionsminderung bis 2030 stellt die Auswirkungen von Veränderungen des Ölpreises auf Szenarien des Klimaschutzes bis zum Jahr 2030 dar. Die Ergebnisse der drei verschiedenen Szenarien (Referenz-, Hochpreis- und Preisschockszenario) zeigen, dass Klimaschutz auch in Zeiten hoher Energiepreise zumindest für den Bereich Stromerzeugung kein Selbstläufer ist.
Mehr erneuerbare Energien, Energieeffizienz und energiesparendes Verhalten jedes Einzelnen sind der Schlüssel zur Senkung des energiebedingten CO2-Ausstoßes. Eine im Auftrag des UBA erstellte Studie zeigt globale Potenziale und Kosten auf. Bei der Analyse globaler Energieszenarien kommt sie zu dem Schluss, dass es unklar bleibt, warum die Potenziale in diesen nicht weiter ausgeschöpft werden.
Dem Klimawandel kann nur durch weltweite Bemühungen zur Reduzierung der Treibhausgase wirksam entgegengewirkt werden. Das Umweltbundesamt erarbeitet Beiträge für globale Klimaschutzkonzepte.
Mehr zum internationalen Klimaschutz auf der Webseite Klimapolitik.
Mit dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls ist ein erster Schritt zum Schutz des globalen Klimas getan worden. Doch für die Fortentwicklung der 2012 auslaufenden internationalen Klimaschutzkonvention stehen noch viele Fragen offen. Wie können verbindliche Reduktionsziele nach 2012 aussehen? In welcher Weise kann das Kyoto-Protokoll auf Schwellen- und Entwicklungsländer ausgeweitet werden? Die englisch- und deutschsprachige Studie Options for the second commitment period of the Kyoto Protocol stellt ein Modell vor, wie alle Staaten an der Verringerung des Ausstoßes von klimaschädlichen Treibhausgasen beteiligt werden können.
Mehr auf der Webseite Weitereinwicklung nach 2012.
Der Bericht „Global Energy Technology Perspectives 2006- Scenarios & Strategies to 2050” der International Energy Agency (IEA) erschien im Sommer 2006 als Beitrag zum 2005
in Gleneagles gestarteten Dialog der G8-Staaten zum Klimaschutz. Der Bericht
gibt einen umfassenden Überblick zum Stand und der möglichen zukünftigen
Entwicklung der Energieversorgung und den damit verbundenen CO2-Emissionen. Die
Autoren stellen dafür verschiedene Szenarien vor und geben Einblick in
verschiedene Techniken. Das Umweltbundesamt hat die IEA-Studie aus seiner Sicht
bewertet. Das Ergebnis der Stellungnahme PDF / 44 KB: Die Studie beinhaltet zwar Vorschläge zur CO2-Emissionsminderung,
jedoch keines der beschriebenen Szenarien erreicht das vom UBA formulierte
Umwelthandlungsziel zur Verminderung der globalen Treibhausgasemissionen um 50
% bis zum Jahr 2050 (Basis 1990). Das ambitionierteste IEA-Szenario geht von
einer Minderung der CO2-Emissionen um lediglich 16 % bis 2050 (Basis
2003) aus.