Lärmwirkung

Hohe Schallpegel sowie chronischer Lärmstress beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden von Menschen. Sie können auch krank machen.

Inhaltsverzeichnis

 

Schall oder Lärm?

Die Begriffe Schall und Lärm, die oft synonym verwendet werden, stellen unterschiedliche Betrachtungsebenen dar. Während „Lärm“ die Wirkung beschreibt, ist „Schall“ eine messbare physikalisch-akustische Größe. Lärm wird zwar häufig als unerwünschter Schall bezeichnet, doch auch gewollter Schall wie laute Musik kann körperliche Schäden hervorrufen. Daher umfasst eine weitergehende Definition von „Lärm“ jegliche Schalleinwirkung, die belästigt, stört oder gesundheitliche Schäden hervorruft.

Viele Menschen sind täglich hohen Schallpegeln ausgesetzt. Dies kann Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
Megafon
Quelle: cristovao31_Fotolia
 

Wirkungen auf das Ohr: Aurale Wirkungen

Lärm kann vielfältige Folgen haben. Lärmschäden betreffen zum einen das Gehör. Kurzzeitig hohe Schallspitzen oder Dauerschall können bleibende physische Schäden verursachen. Zu diesen sogenannten auralen Wirkungen zählen Beeinträchtigungen des Hörvermögens bis hin zur Schwerhörigkeit sowie zeitlich begrenzte oder dauerhafte Ohrgeräusche (Tinnitus). Hohe Schallpegel treten nicht nur im Arbeitsleben auf, sondern auch in der Freizeit, zum Beispiel durch laute Musik.

 

Lärm wirkt auf Körper und Psyche: Extra-aurale Wirkungen

Schall wirkt auch auf den gesamten Organismus. Er stört, belästigt, ruft Schlafstörungen und Leistungsbeeinträchtigungen hervor und löst körperliche Stressreaktionen aus. Solche extra-auralen Wirkungen können schon bei niedrigeren, nicht-gehörschädigenden Schallpegeln auftreten. Lärm ist somit ein wichtiger psychosozialer Stressfaktor. Er beeinträchtigt nicht nur das subjektive Wohlbefinden und die Lebensqualität, sondern auch die Gesundheit im engeren Sinn. Er führt durch dauerhaftes Einwirken zu chronischen Schlafstörungen, aktiviert das autonome Nervensystem und den Hormonhaushalt. In Folge können sich der Blutdruck, die Herzfrequenz und andere Kreislauffaktoren verändern. Es kann zur vermehrten Ausschüttungen von Stresshormonen kommen, die ihrerseits in Stoffwechselvorgänge des Körpers eingreifen. Die Kreislauf- und Stoffwechselregulierung wird weitgehend unbewusst über das autonome Nervensystem vermittelt. Die autonomen Reaktionen treten deshalb auch im Schlaf und bei Personen auf, die meinen, sich an Lärm gewöhnt zu haben.

 

Langzeitfolgen

Zu möglichen Langzeitfolgen chronischer Lärmbelastung gehören neben Gehörschäden auch krankhafte Änderungen bei biologischen Risikofaktoren (zum Beispiel Blutfette, Blutzucker, Gerinnungsfaktoren). Diese wiederum können Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose  („Arterienverkalkung”), Bluthochdruck und Schlaganfall verursachen sowie Herzkrankheiten wie den Herzinfarkt.