Maßnahmen der Ressourceneffizienzpolitik

Der Verbrauch an natürlichen Ressourcen und die Konkurrenz um knappe Rohstoffe nehmen weltweit rasant zu. Dies verschärft globale Umweltprobleme wie den Klimawandel, die Bodendegradierung und den Verlust an biologischer Vielfalt. Aufgabe einer nachhaltigen Ressourcenpolitik ist daher, Anreize für einen effizienten und umweltverträglichen Umgang mit natürlichen Ressourcen zu schaffen.

Inhaltsverzeichnis

 

Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen

Die immer intensivere Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen durch den Menschen führt zu einer Überschreitung der Regenerationsfähigkeit der globalen Ökosysteme. In den letzten 30 Jahren hat sich alleine die weltweite Rohstoffentnahme auf rund 70 Milliarden Tonnen pro Jahr verdoppelt. Schon heute übersteigt diese Entwicklung die Regenerationsfähigkeit der Erde deutlich und gefährdet die Überlebensfähigkeit zukünftiger Generationen (siehe Abb. „Wachstum der globalen Ressourcenentnahme“).

Dargestellt ist das Wachstum der globalen Ressourcenentnahme zwischen den Jahren 1980 und 2010. In den letzten 30 Jahren hat sich diese weltweite Ressourcenentnahme auf rund 70 Milliarden Tonnen pro Jahr verdoppelt.
Wachstum der globalen Ressourcenentnahme
Quelle: Umweltbundesamt / SERI Diagramm als PDF
 

Nachhaltige Ressourcenpolitik

Um einen schonenden und effizienten Umgang mit natürlichen Ressourcen nachhaltig umzusetzen, müssen in verschiedenen Politikfeldern geeignete Instrumente und Maßnahmen gewählt und aufeinander abgestimmt werden. Aufgabe der Ressourcenpolitik ist daher, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Anreize für einen effizienten und nachhaltig umweltverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen gegeben werden.

 

Politische Initiativen und Ansätze

Ressourcenpolitik – oder besser Ressourceneffizienzpolitik – ist ein anspruchsvolles und interdisziplinäres Handlungsfeld. Deutschland hat schon früh dessen Bedeutung erkannt. Bereits in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie von 2002 verpflichtete sich die Bundesregierung dazu, die Rohstoffproduktivität bis zum Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 1994 zu verdoppeln.

Um den effizienten Umgang mit Ressourcen in der Wirtschaft zu fördern, hat Deutschland zudem Anfang 2012 mit dem Deutschen Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) auf nationaler Ebene eine wichtige Initiative gestartet – wie auch die Europäische Union Ende 2011 mit dem Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa auf europäischer Ebene. Am 2. März 2016 hat das Bundeskabinett das „Deutsche Ressourceneffizienzprogramm II“ beschlossen. Inhaltlich ist ProgRess II an die Struktur von ProgRess angelehnt. Weiterhin wird die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet. Beispiele für Maßnahmen sind der Ausbau der Effizienzberatung für kleine und mittlere Unternehmen, die Unterstützung von Umweltmanagementsystemen, die verstärkte Beschaffung ressourceneffizienter Produkte und Dienstleistungen durch die öffentliche Hand, verbesserte Verbraucherinformationen sowie ein stärkerer Technologie- und Wissenstransfer in Entwicklungs- und Schwellenländer.

Das Umweltbundesamt hat Anfang 2012 gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium das Forschungsvorhaben „Ressourcenpolitik“ (PolRess) ins Leben gerufen. Es hat das Ziel, die Debatte um die Ressourcenpolitik in Deutschland aus politikwissenschaftlicher, juristischer und ökonomischer Perspektive zu analysieren, zu begleiten, Impulse zu setzen und zur Vernetzung der Akteure beizutragen.

 

Maßnahmen und Instrumente

Die deutsche Ressourceneffizienzpolitik steht nicht mehr am Anfang. Es gibt bereits Instrumente und Maßnahmen, die entwickelt oder bereits umgesetzt werden. Einige Beispiele:

  • Die öffentliche Beschaffung soll ihre Einkaufsvorgänge stärker am Thema Ressourceneffizienz ausrichten. Das Thema Ressourceneffizienz sollte insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gestärkt und in der Finanzwirtschaft zu einem wichtigen Thema werden.
  • Es braucht einen neuen rechtlichen Rahmen für das Thema Ressourcenschonung. Die schonende Nutzung von Ressourcen sollte in den Schulen, Berufs- und Hochschulen sowie in der Weiterbildung stärker verankert werden. Ressourcenschonende Lebensstile sind zu stärken.
  • Die Themen Ressourceneffizienz und Ressourcenschonung müssen besser in Schulen, Hochschulen sowie in die Aus- und Weiterbildung integriert werden.
  • Umweltschädliche Subventionen sind zu beseitigen. Die externen Kosten einer ineffizienten Ressourcennutzung wiederum sind zu internalisieren.
  • Forschungswissen muss gezielt in die Praxis überführt werden.
  • Stoffkreisläufe sind zu schließen und Ressourcenverantwortung zu institutionalisieren. Hierfür ist auch die Datenerfassung für den Verbrauch und die Nutzung von Rohstoffen zu verbessern.

Weitere, ausführliche Informationen zum Thema Rohstoffe als Ressource – Instrumente und Maßnahmen finden sich auf der UBA Homepage im Themenfeld „Abfall – Ressourcen“.